Lolodorf

Stadt in Kamerun From Wikipedia, the free encyclopedia

Lolodorf ist eine Kleinstadt in Kamerun. Zusammen mit ihrem Umland bildet sie die gleichnamige Commune (Arrondissement).[1]

Schnelle Fakten Basisdaten, Staat ...
Lolodorf
Lolodorf (Kamerun)
Lolodorf (Kamerun)
Koordinaten  14′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Staat Kamerun
Region Sud
Département Océan
Arrondissement Lolodorf
Höhe 450 m
Einwohner 4450 (2005)
Gründung 1893
Blick von der Station Lolodorf zur deutschen Kolonialzeit
Blick von der Station Lolodorf zur deutschen Kolonialzeit
Blick von der Station Lolodorf zur deutschen Kolonialzeit
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Geografie

Sie liegt im Südwesten (Region Sud), im Département Océan, oberhalb des Lokundje, im Gebiet des Regenwaldes. Lolodorf befindet sich zwischen dem 56 km entfernten Éséka im Norden Mvengue im Osten (33 km) und Bipindi, dem Wirkungsort Georg August Zenkers im Südwesten. Es ist 110 km von Kribi und 76 km von Ebolowa entfernt.

Geschichte

Lolodorf war unter deutscher Kolonialherrschaft Sitz einer Militärstation und Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Gegründet wurde es am 1. September 1893 zur Sicherung der Handelsstraße KribiJaunde, zunächst noch unter ziviler Verwaltung. Die Versorgung mit Proviant erfolgte von Kribi aus.

1895 wurde ein neues Wohnhaus errichtet. Im Oktober desselben Jahres wurde es mit einer Abteilung der Schutztruppe besetzt, die in der zweiten Hälfte der 1890er Jahre die Ausdehnung der deutschen Justiz- und Handelshoheit auf die benachbarten Bane- und Ngumba-Gesellschaften vollzog. Ab 1905 war ein Oberleutnant von Guérard Stationsleiter.[2]

Im September 1907 gingen Bezirk und Station wieder in Zivilverwaltung über. Mit dem Tod des letzten Stationsleiters, Wilhelm Achenbach, wurde Lolodorf im Mai als Regierungsstation aufgelöst und das Bezirksgebiet auf die Nachbarbezirke Kribi, Edea, Jaunde und Ebolowa aufgeteilt. Auf der bisherigen Station wurde zur Fortführung der landwirtschaftlichen Versuche und der Wahrnehmung der Impfkontrolle eine mit einem Gärtner und einem Lazarettgehilfen besetzte Impfstation eingerichtet.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war der Ort zudem Sitz einer Polizeistation und einer Postagentur. Weiterhin bestand eine presbyterianische Missionsstation, die Miss Mac Lean Memorial Station.[3]

Aktuelle Situation

Lolodorf ist die Heimat der Pygmäenstämme der ansonsten weiter südlich angesiedelten Bagyeli und der zur Haplogruppe gehörenden Bakola. Ferner siedeln hier auch die Stämme der Ngumba, Fang und die zu ihnen verwandten Bulu.

Seit den 1960er Jahren dominierten Bagyeli und Bakola sozial mehr und mehr, was dazu führte, die Integrationspläne der Randgruppen durch die kamerunische Regierung zu desavouieren. Mit den Vereinbarungen zwischen Tschad und Kamerun im Jahr 1999, den Regenwald in dieser Region massiv abzuholzen, hat sich die Situation verschärft. Zudem gibt es illegale Rodungen.[4] Teilweise unterliegen die Bantuvölker der Sklaverei.

Bevölkerung

Die Commune hatte während der letzten Volkszählung (2005) 14.326 Einwohner, davon 4450 im Ort Lolodorf selbst.[1]

Persönlichkeiten

  • Anne-Marie Nzié (* 1931 oder 1932 in Lolodorf-Bibia; † 24. Mai 2016 in Yaoundé), Sängerin

Literatur

  • Florian Hoffmann: Okkupation und Militärverwaltung in Kamerun. Etablierung und Institutionalisierung des kolonialen Gewaltmonopols 1891–1914. Cuvillier Verlag, Göttingen 2007 (zugl. Dissertation, Universität Münster 2008).
  1. Hauptband. 2007, ISBN 978-3-86727-472-2.
  2. Die kaiserliche Schutztruppe und ihr Offizierskorps. 2007, ISBN 978-3-86727-473-9.
Commons: Lolodorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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