Lotsche

Ortsteil von Gardelegen, Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Lotsche ist ein Ortsteil der Ortschaft Seethen der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.[3]

Schnelle Fakten Hansestadt Gardelegen ...
Lotsche
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: 52° 36′ N, 11° 34′ O
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 3,44 km²[1]
Einwohner: 32 (Jan. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Seethen
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039084
Lotsche (Sachsen-Anhalt)
Lotsche (Sachsen-Anhalt)
Lage von Lotsche in Sachsen-Anhalt
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Geographie

Das altmärkische Straßendorf Lotsche liegt etwa 14 Kilometer nordöstlich der Stadt Gardelegen. Der Lindstedter Grenzgraben im Westen bildet die Grenze zum benachbarten Seethen.[4]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1362 wurde Lotsche erstmals als Latzeke in einer Schuldverschreibung für den Magdeburger Bürger Hans Kopeke erwähnt.[5] Weitere Nennungen sind 1409 Latzke by Zeten,[6] 1418 lazeke,[7] 1457 Latsche,[1] 1490 loschke, 1540 loszke[7] sowie 1804 Lotsche.[8] Von etwa 1418 bis 1544 gehörte ein Teil des Dorfes dem Kloster Neuendorf. Die Adelsgeschlechter von Alvensleben, von Sandersleben und von Dequede hatten hier Einnahmen. 1720 wird eine Wassermühle genannt.[1]

In Lotsche gab es einen Bahnhof der Altmärkischen Eisenbahnen AG an der Strecke Groß Engersen–Vinzelberg, die von 1899 bis 1921 in Betrieb war.

Herkunft des Ortsnamens

Aleksander Brückner führt den Ortsnamen auf das altslawische Wort „lesь“ für „Wald“ zurück.[9]

Archäologie

In einem Waldgebiet bei Lotsche wurde im 20. Jahrhundert ein Urnenfriedhof aus der spätrömischen Kaiserzeit untersucht und geborgen. Er liegt am Rand der Trüstedt-Lindstedter Hochfläche. Zuerst waren in den 1930er Jahren vom Dorfschullehrer in Seethen mit seinen Schülern in Lotsche Ausgrabungen durchgeführt worden, deren Ergebnisse nicht überliefert sind. Bei Forstarbeiten im Jahr 1986 wurde die Fundstelle zufällig wiederentdeckt und von 1986 bis 1993 ausführlich untersucht. Ab 1991 wurde 57 Urnengräber geborgen. Sie wurden in das 3. bis 4. Jahrhundert datiert.[10]

Eingemeindungen

Lotsche gehörte ursprünglich zum Tangermündeschen Kreis. 1807 bis 1813 gehörte es zum Landkanton Stendal. 1816 kam der Ort zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen.[1]

Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Lotsche aufgelöst und in die Gemeinde Seethen im gleichen Landkreis eingemeindet.[11] Seit der Eingemeindung von Seethen in Gardelegen am 1. Januar 2011[12] gehört der Ortsteil Lotsche zur neu entstandenen Ortschaft Seethen und zur Hansestadt Gardelegen.[3]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
173473
177238
179087
179880
180185
Jahr Einwohner
1818077
1840093
1864104
1871093
1885082
Jahr Einwohner
1892[0]82[7]
189584
1900[0]78[7]
190581
1910[0]87[7]
Jahr Einwohner
1925095
1939074
1946132
2012[00]039[13]
2023[0]032[2]
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Quelle bis 1946, wenn nicht angegeben:[1]

Religion

Die evangelischen Christen aus Lotsche waren früher in die Kirchengemeinde Seethen eingekircht, die zur Pfarrei Lindstedt gehörte.[14] Sie werden heute betreut vom Pfarrbereich Lindstedt im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ein früher Gasthof und eine Scheune stehen unter Denkmalschutz.[4]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 13881391, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 201 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 410, 58. Lotsche (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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