Lotus 12

Formel-1- und Formel-2-Rennwagen From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Lotus 12 war ein Formel-2-Rennwagen, gebaut und eingesetzt vom britischen Motorsportteam Lotus.

Lotus 12, Chassisnummer 353. Dies war der erste Lotus, der an einem Grand Prix teilnahm (Monaco 1958) und Graham Hills erster Grand-Prix-Einsatz.

Entwicklungsgeschichte und Technik

Mit dem Lotus 12 erschien im Herbst 1956 auf der British International Motor Show der erste Monoposto-Lotus. Im Frühjahr 1957 fanden die ersten Testfahrten mit dem Wagen statt. Das Fahrzeug war für einen Frontmotor-Rennwagen extrem schmal, hatte einen sehr leichten Gitterrohrrahmen und war ursprünglich mit doppelten Dreiecksquerlenkern vorn und einer De-Dion-Achse hinten versehen. Später änderte Colin Chapman die hintere Aufhängung, die Starrachse entfiel, es blieben Längslenker, die Antriebswellen als Querlenker und dazu gab es lange, schräg gestellte radführende Federbeine. Diese Art der Radaufhängung benutzte Chapman auch in anderen Modellen, sie wurde unter dem Namen „Chapman-Achse“ bekannt. Angetrieben wurde der Wagen von einem Vierzylinder-Coventry-Climax-Motor mit 1,5 Liter Hubraum, der leicht nach hinten geneigt eingebaut wurde, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Der Motor hatte zwei obenliegende Nockenwellen und leistete etwa 140 PS bei 7300/min.

Technische Daten

Lotus 12 Climax[1]
Motor „Coventry Climax FPF Straight 4“ / Aluminiumblock und Kopf / Vorne, längs eingebaut
Hubraum 1965 cm³
Bohrung × Hub 86,4 mm × 83,8 mm
Verdichtungsverhältnis 12,4 : 1
Leistung 175 PS (131 kW)
Spezifische Leistung 89 PS/l (65,4 kW/l)
Ventilsteuerung zwei obenliegende Nockenwellen / 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung 2 Vergaser
Kühlung Wasser
Getriebe 5-Gang-Getriebe (Hinterradantrieb)
Bremsen Scheibenbremsen an allen Rädern
Radaufhängung vorn Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, Stabilisator
Radaufhängung hinten „Chapman-Federbein“, Längslenker, Antriebswelle mit fester Länge
Karosserie und Rahmen Aluminiumkarosserie auf Mehrrohr-Gitterrahmen
Radstand 2233 mm
Spurweite vorn / hinten 1218 mm / 1218 mm
Maße L × B × H 3325 mm × 1523 mm × 889 mm
Leergewicht 320 kg
Höchstgeschwindigkeit k. A.
Leistungsgewicht 0,55 PS/kg

Renngeschichte

Sein Debüt gab der Lotus 12 zu Ostern 1957 in Goodwood mit Cliff Allison am Steuer. Einige Wochen später schaffte Herbert MacKay-Fraser bei einem Rennen in Brands Hatch die erste Zielankunft für einen Einsitzer-Lotus.

Als Lotus 1958 in die Formel-1-Weltmeisterschaft einstieg, wurde der 12er auf- und umgerüstet. Graham Hill begann mit dem Lotus 12, der jetzt einen 2-Liter-Motor von Climax hatte, seine Rennkarriere bei Lotus. Bestes Ergebnis für den 12er blieb der vierte Platz von Cliff Allison beim Großen Preis von Belgien 1958.[2][3]

Vollständige Ergebnisse des Lotus 12 in der Formel-1-Weltmeisterschaft

(Fettgedruckte Ergebnisse zeigen die Pole-Position an; kursiv gedruckte die schnellste Runde)

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team Motor Reifen Fahrer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Punkte Rang
1958 Team Lotus Climax Vierzylinder D ARG MON NED 500 BEL FRA GBR GER POR ITA MOR 3 6.
Cliff Allison 6 6 4 Ret 10 7 10
Graham Hill Ret Ret Ret
Ecurie Demi Litre D Ivor Bueb 11*
1959 Dennis Taylor Climax Vierzylinder D MON 500 NED FRA GBR GER POR ITA USA 5 4.*
Dennis Taylor DNQ
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* Alle Punkte wurden mit dem Lotus 16 erzielt

Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
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Galerie

Sonstiges

im Jahr 2024 wurde ein Lotus 12 mit der Chassis-Nr. 353 – das Fahrzeug mit dem Graham Hill sein F1-Debüt gab – bei einer Auktion von Bonhams („Bonhams Les Grandes Marques a Monaco“) für 201.250 Euro versteigert.[5][6]

Literatur

  • David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
Commons: Lotus 12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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