Lotusflow3r

Album von Prince From Wikipedia, the free encyclopedia

Lotusflow3r (englisch für Lotosblume) ist das 33. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince und erschien 2009 gemeinsam mit seinem 34. Studioalbum MPLSound (Minneapolis Sound) sowie dem von seinem damaligen Protegé Bria Valente gesungenen Album Elixer (Elixier) als Dreifachalbum. Die Veröffentlichung erfolgte am 24. März 2009 über Prince’ damalige Website als Download; fünf Tage später erschien das Album auch auf CD bei seinem Label NPG Records. Der Vertrieb erfolgte ausschließlich über die US-Einzelhandelskette Target Corporation, weshalb das Dreifachalbum außerhalb der USA nur als Import erhältlich ist.

Veröffent-
lichung

24. März 2009

Aufnahme

21. Oktober 2004 – Januar 2009

Format(e)

Download, Dreifachalbum auf CD

Schnelle Fakten Studioalbum von Prince, Veröffent-lichung ...
Lotusflow3r / MPLSound / Elixer
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

24. März 2009

Aufnahme

21. Oktober 2004 – Januar 2009

Label(s)

NPG Records

Format(e)

Download, Dreifachalbum auf CD

Genre(s)

Lotusflow3rContemporary R&B, Funk, Pop, Rock, Soul
MPLSoundElectro Funk
Elixer – Contemporary R&B

Titel (Anzahl)

31
1. CD – 12 (Lotusflow3r)
2. CD – 9 (MPLSound)
3. CD – 10 (Elixer)

Länge

2:20:47
1. CD – 48:39 (Lotusflow3r)
2. CD – 47:43 (MPLSound)
3. CD – 44:25 (Elixer)

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince

Studio(s)

77 Beverly Park Ln. (Beverly Hills)
Paisley Park Studio (Chanhassen)
Sunset Sound (Los Angeles)

Chronologie
Planet Earth
(2007)
Lotusflow3r / MPLSound / Elixer 20Ten
(2010)
Singleauskopplungen
30. September 2008 Another Boy (Elixer)
31. August 2009 Dance 4 Me (MPLSound)
23. Februar 2012 2nite (Elixer)
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Die Musik von Lotusflow3r ist überwiegend dem Genre Rock zuzuordnen; als Gastmusiker wirkt Maceo Parker mit. MPLSound ist vom Electro Funk geprägt, als Rapper wirkt Q-Tip mit. Elixer ist vom Contemporary R&B beeinflusst, als Gastmusiker wirkt Clare Fischer mit. Im Vergleich zu anderen Prince-Alben erhielten Lotusflow3r und MPLSound überwiegend zurückhaltendes Lob von Musikkritikern, während Elixer meist als sehr schwach beurteilt wurde.

In kommerzieller Hinsicht erreichte das Dreifachalbum Platz zwei der US-Hitparade; außerhalb der USA platzierte es sich lediglich in den Top 50 von Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Eine Tournee zum Album absolvierte Prince nicht.

Entstehung

Lotusflow3r

Über die Entstehung des Dreifachalbums ist öffentlich nur wenig bekannt. Prince erklärte lediglich, dass einige Songs aus den Aufnahmesessions seines im März 2006 veröffentlichten Albums 3121 stammten.

Alle Songs von Lotusflow3r nahm Prince entweder in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) oder im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles (Kalifornien) auf. Zudem arbeitete er im Heimstudio in der 77 Beverly Park Ln. in Beverly Hills (Kalifornien), wo er von Anfang 2008 bis Mitte 2009 in einer gemieteten Villa lebte und sich ein Tonstudio einbauen ließ.

Bereits 2004 nahm Prince erste Songs für Lotusflow3r auf; am 21. Oktober spielte er im Paisley Park Studio das Stück The Morning After ein, das ausschließlich auf der Download-Version enthalten ist und ursprünglich für 3121 vorgesehen war, später jedoch von der Tracklist gestrichen wurde. Am 19. November nahm er die fünf Songs From the Lotus…, …Back 2 the Lotus, Colonized Mind, Love Like Jazz und Wall of Berlin auf. Nach einem Konzertabend fuhren Schlagzeuger Michael Bland und Bassist Sonny Thompson gegen 23:30 Uhr zum rund 38 Kilometer entfernten Paisley Park Studio, wo Prince die Aufnahmeausrüstung vorbereitet hatte; innerhalb von dreieinhalb Stunden nahmen die drei Musiker insgesamt elf Songs auf.[1][2][3]

Das genaue Aufnahmedatum und der Aufnahmeort von 4ever sind öffentlich nicht bekannt; Prince nahm das Stück vermutlich 2005 oder 2006 auf. Am 23. Juni 2006 nahm er den Song Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful im Paisley Park Studio auf und stellte ihn vier Tage später auf seiner damaligen Website NPG Music Club.com online zur Verfügung.[4][5]

Weitere Arbeiten an Lotusflow3r nahm Prince 2008 vor. Anfang des Jahres spielte er im Heimstudio in der 77 Beverly Park Ln. die Stücke 77 Beverly Park und $ ein. Im August nahm er im Sunset Sound die Titel Boom, Crimson and Clover und Dreamer auf. Am 1. September fügte er dort den Songs $ und Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful Overdubs hinzu.[6][7][8]

MPLSound

Kurz nach der Fertigstellung von Lotusflow3r nahm Prince von September 2008 bis Januar 2009 alle neun Songs von MPLSound entweder im 77 Beverly Park Ln. oder im Paisley Park Studio auf. Das Stück U’re Gonna C Me nahm er bereits im Frühjahr 2001 auf und veröffentlichte es im Mai 2002 auf One Nite Alone …; im Januar 2009 überarbeitete er diese Version und platzierte sie auf MPLSound. Abgesehen von einem kurzen Rap-Auftritt von Q-Tip in Chocolate Box spielte Prince alle Gesangs- und Instrumentalparts selbst ein.[9][10]

Elixer

Das Titelstück Elixer nahm Prince Ende Oktober 2005 zunächst als Solo-Piano-Version auf und platzierte es auf seinem Album 3121, strich es jedoch später wieder von der Tracklist. Ende 2005 oder Anfang 2006 nahm er den Song Kept Woman mit Támar Davis auf, der für ihr Album Milk & Honey vorgesehen war, dessen Veröffentlichung jedoch zurückgezogen wurde. Später überarbeitete Prince beide Stücke und nahm Fassungen mit dem Gesang von Bria Valente auf. Am 1. Juni 2006 entstand mit ihr Everytime, am 23. Juni All This Love. Die übrigen sechs Albumsongs entstanden vermutlich zwischen Mitte Juni 2006 und Anfang 2009.

Als Toningenieur-Assistenten wirkten Ian Boxill (* 21. Juni 1967; † 20. Juli 2023) und Kevin K. D. Davis mit, die diese Funktion bereits auf Planet Earth (2007) innehatten. Clare Fischer zeichnete für die Streicherarrangements der Songs Elixer und Everytime verantwortlich.

Bria Valente

Bria Valente, 2006

Bereits 1994 traf Bria Valente (* 1. Juni 1977 in Minneapolis, Minnesota, als Brenda Fuentes)[10][11] im Alter von 17 Jahren erstmals Prince, als sie im Paisley Park Studio mit seinem damaligen Keyboarder Morris Hayes (* 1962) arbeitete; ein weiterer Kontakt kam zunächst nicht zustande. 2001 war sie unter anderem als Backgroundtänzerin für Usher tätig. Erstmals erschien ihr Name im Zusammenhang mit einem Prince-Song auf dem im Oktober 2006 veröffentlichten Soundtrack zu Happy Feet, nachdem sie am 13. August 2006 Vocal-Overdubs für The Song of the Heart eingesungen hatte.[12] 2007 übernahm sie bei mehreren Songs des Albums Planet Earth die Backing Vocals.[13]

In einem Interview bestätigte Prince, dass Valente 2007 ebenfalls zu den Jehovas Zeugen konvertierte; er selbst war der Glaubensgemeinschaft bereits 2001 beigetreten und blieb bis zu seinem Tod Mitglied. Nach der gemeinsamen Arbeit am Album Elixer setzte Prince die Zusammenarbeit mit Valente nicht fort; sie beendete noch im selben Jahr ihre Karriere als Sängerin. Als Prince im Juni 2010 von der US-amerikanischen Zeitschrift Ebony auf seinen Beziehungsstatus zu Valente angesprochen wurde, reagierte er ausweichend: „Eigeninteresse ist momentan auf Eis gelegt. Es steht zu viel auf dem Spiel.“ Zu dieser Zeit war er mit dem Marketing seines damals aktuellen Albums 20Ten beschäftigt.[14] Seit April 2013 ist Valente mit Alex Reece verheiratet.[15]

Marketing

Im Dezember 2008 befasste sich Prince mit dem Marketing des Dreifachalbums und suchte dafür einen Distributor. Dabei verzichtete er bewusst auf eine Zusammenarbeit mit Major-Labels, über die er zuvor die Alben Musicology (2004), 3121 (2006) und Planet Earth (2007) hatte vertreiben lassen. Inspiriert durch die exklusiven Walmart-Veröffentlichungen Long Road Out of Eden (2007) der Eagles und Black Ice (2008) von AC/DC wandte er sich an die Target Corporation.[16] Target hatte im November 2008 unter anderem die Greatest-Hits-CD Keeps Gettin’ Better – A Decade of Hits von Christina Aguilera veröffentlicht. Das US-Nachrichtenmagazin Time berichtete, Künstler erhielten von Handelsketten für ihre Alben üblicherweise mittlere sechsstellige Beträge einschließlich Musikpromotion; konkrete Zahlen wurden jedoch nicht genannt.[17]

Einen ersten Eindruck des Dreifachalbums vermittelte Prince am 18. Dezember 2008, als der in Los Angeles ansässige Radiosender Indie 103 die Premiere der vier Lotusflow3r-Songs 4ever, Colonized Mind, Crimson and Clover und Wall of Berlin ausstrahlte.[18]

Anfang 2009 gab Prince bekannt, mit dem in Minneapolis ansässigen Handelsunternehmen Target Corporation zu kooperieren. Target erwarb eine festgelegte Anzahl des Dreifachalbums und vertrieb es exklusiv in den USA. Über die Zusammenarbeit sagte Prince später in der Tavis-Smiley-Show: „Das Tolle an der Kooperation ist, dass uns Target wie jede andere Schallplattenfirma behandelt. Sie kaufen dieselbe Menge und zahlen den gleichen Preis, sodass wir von Beginn an gut harmonierten.“[18]

Prince startete eine Werbekampagne und trat im März 2009 dreimal in Folge als musikalischer Gast in der Jay-Leno-Show sowie in der Ellen-DeGeneres-Show auf. Darüber hinaus gab er am 28. März 2009 drei Livekonzerte in den drei Konzertsälen des Nokia Theater in Los Angeles, die mit insgesamt 10.500 Besuchern ausverkauft waren.[17][18]

Target Corporation verkaufte das Dreifachalbum ab dem 29. März 2009 für 11,99 US-Dollar (damals etwa 8,60 Euro).[17] Eine Tournee absolvierte Prince 2009 nicht; stattdessen gab er im Juli zwei ausverkaufte Konzerte beim Montreux Jazz Festival, spielte im August drei Konzerte in Monaco, im Oktober vier in Paris sowie Ende Oktober ein Konzert im Paisley Park Studio in Chanhassen.[19]

Lotusflow3r.com

Am 24. März 2009 ging Prince’ Website Lotusflow3r.com online, die Scott Addison Clay (* 1975) gestaltete, der 2008 auch die Websites zu The Dark Knight und Twilight – Biss zum Morgengrauen entworfen hatte. Den Kontakt zwischen Prince und Clay stellte der deutsche Toningenieur Richard Furch her, damaliger Toningenieur von Lotusflow3r sowie ein „guter Freund und ehemaliger Mitbewohner“ Clays.[20][21][22]

Nutzer konnten sich auf Lotusflow3r.com gegen eine einmalige Gebühr von 77 US-Dollar (damals etwa 56 Euro) als lebenslange Mitglieder registrieren. Dies ermöglichte den Download des Dreifachalbums; zudem war ein T-Shirt als Geschenk vorgesehen.[10] Darüber hinaus standen Liveauftritte und Musikvideos von Prince zur Verfügung. Im Rahmen der Werbekampagne lud Prince ausgewählte Musikjournalisten in seine damalige Villa in Beverly Hills ein, um ihnen die Website vorzustellen.[20]

Das US-Musikmagazin Rolling Stone berichtete über zahlreiche technische Probleme der Website; unter anderem erkannte sie bestimmte Passwörter sowie Unterstriche in Benutzernamen nicht, und das Einloggen funktionierte teils nicht, obwohl die Mitgliedschaft bereits bezahlt war. Zudem konnten sich Nutzer aus Europa zunächst nicht registrieren. Beim Herunterladen von Songs traten Fehlermeldungen auf, und Musikvideos ließen sich nur ruckelnd oder gar nicht abspielen. Ferner kritisierte das Magazin, dass Nutzer zunächst ein Rätsel lösen mussten, um Zugang zur Website zu erhalten.[23] Ein Großteil der registrierten Nutzer erhielt zudem nicht das zuvor versprochene T-Shirt.[20] Am 23. März 2010 wurde die Website nach zwölf Monaten Betrieb geschlossen.[20]

Der Buchautor Matt Thorne bat Scott Addison Clay um ein Interview, um mehr über dessen Zusammenarbeit mit Prince zu erfahren; Clay lehnte dies jedoch ab und erklärte, er dürfe darüber nicht sprechen.[24]

Musik und Liedtexte

Lotusflow3r

Maceo Parker, 2009

Die meisten Songs von Lotusflow3r sind von E-Gitarren geprägt und dem Genre Rockmusik zuzuordnen, darunter Boom, das an Quit It von Miriam Makeba erinnernde Colonized Mind, Crimson and Clover, $ und Wall of Berlin. Vor allem Dreamer weist Anklänge an das Gitarrenspiel von Jimi Hendrix auf.[25] Daneben enthält das Album Stücke aus dem Bereich Contemporary R&B, darunter Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful sowie die R&B-Balladen 4ever und Love Like Jazz.[10][4] Ursprünglich enthielt Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful Arrangements von Clare Fischer; bei der Veröffentlichung stellte jedoch dessen Sohn Brent fest, dass Prince keine dieser Arrangements verwendet hatte. The Morning After, das nur auf der Download-Version von Lotusflow3r enthalten ist, ist dem Genre Popmusik zuzuordnen. Mit 77 Beverly Park, From the Lotus… und …Back 2 the Lotus enthält das Album zudem drei Instrumentalstücke; der Titel 77 Beverly Park verweist auf Prince’ damals gemietete Villa in Beverly Hills.

Im Liedtext von Boom philosophiert Prince über ein alternatives Universum, Love Like Jazz thematisiert den Garten Eden. In The Morning After fordert er größeres Engagement von einer flüchtigen Affäre.[26] Wall of Berlin bezieht sich nicht politisch auf den Mauerfall vom 9. November 1989, sondern verwendet diesen als sexuelle Metapher („She went down… like the wall of Berlin.“).[25] Das Stück $ wird häufig als Money bezeichnet, da Prince anstelle des Dollarzeichens das Wort „Money“ singt; im Liedtext kritisiert er den leichtfertigen Umgang mit Geld, als Gastmusiker wirkt Saxophonist Maceo Parker mit.[4] Dreamer thematisiert autobiografische Erfahrungen mit Fokus auf Prince’ Ethnie; er beschreibt, sich seiner Rasse erst nach dem Attentat auf Martin Luther King am 4. April 1968 bewusst geworden zu sein, und behandelt zudem Angst vor Polizeikontrollen sowie Gedanken über Chemikalien, die während seines Schlafs über die Stadt gesprüht würden.[27]

MPLSound

Kristin Scott Thomas, 2010

Viele Songs von MPLSound nahm Prince mit einem Drumcomputer auf; sie sind von Electro Funk beeinflusst und vom Einsatz von Synthesizern geprägt.[20] Die fünf Stücke (There’ll Never B) Another Like Me, Chocolate Box, Dance 4 Me, No More Candy 4 U und Ol’ Skool Company enthalten zudem Elemente des Hip-Hop. Diese Songs trägt Prince teilweise im Sprechgesang vor; in Chocolate Box wird er von Q-Tip unterstützt, der die Rap-Passagen übernahm. Ol’ Skool Company interpretiert Prince mit technisch beschleunigter, höherer Stimme, dem Kennzeichen seines Alter EgosCamille“. Die vier Stücke Better with Time, Here, U’re Gonna C Me und Valentina sind R&B-Balladen, in denen Prince teilweise in seinem typischen Falsett singt.[28]

Der Liedtext von Dance 4 Me thematisiert Voyeurismus, Here behandelt Wein, der mit zunehmendem Alter weniger gut schmeckt. Zudem erwähnt Prince das Stück A Song for You (1971) von Donny Hathaway und bezeichnet es als zum Verführen geeignet.[29] Die Tochter von Salma Hayek namens „Valentina“ (* 2007) inspirierte Prince zum gleichnamigen Song; unter anderem singt er: „Sag’ deiner Mutter, sie soll mich anrufen.“[25] Zudem nimmt er Bezug auf die Schauspielerin Penélope Cruz und spielt mit deren Nachnamen („If Penélope wants to cruise“). Im Song Better with Time beschreibt Prince, wie man in Würde altern kann; inspiriert wurde er dabei von der Schauspielerin Kristin Scott Thomas, die die weibliche Hauptrolle in seinem Film Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) spielte.[30]

Nach eigener Aussage feiert Prince im Liedtext von Ol’ Skool Company seine Heimatstadt Minneapolis und würdigt die von dort stammende Musik.[28] Zudem erwähnt er sechs Schlagzeuger, mit denen er bis dahin zusammengearbeitet hatte: Michael B. (von The New Power Generation), Mint Condition, Morris Day und Jellybean Johnson (* 19. November 1956; † 21. November 2025) (beide von The Time), Sheila E. sowie „Brother John“ (John Blackwell, * 9. September 1973; † 4. Juli 2017). Auffällig ist, dass Prince andere langjährige Schlagzeuger wie Bobby Z. von The Revolution, Kirk Johnson von The New Power Generation – zugleich sein Trauzeuge im Jahr 1996 – sowie seine damalige Schlagzeugerin von Lotusflow3r, Cora Coleman-Dunham, nicht erwähnte. In No More Candy 4 U äußert sich Prince augenzwinkernd über Internet-Trolls und bringt zugleich seine Geringschätzung gegenüber – aus seiner Sicht – talentfreien Menschen zum Ausdruck, die ausschließlich durch Massenmedien bekannt geworden seien.[10]

Elixer

Alle Songs des Albums wurden von Prince geschrieben und produziert, der Elixer als „böse, aber nicht gemein“ beschrieb. Die Stücke sind von Contemporary R&B geprägt und erinnern stellenweise an die Musik von Sade Adu. Zu den Liedtexten erklärte er, Bria Valente fördere keine Promiskuität, sondern singe „über ihren Liebhaber, der ihr Partner fürs Leben sein könnte“.[10][18][31]

Im Liedtext von Here Eye Come fantasiert Valente darüber, während der Duschszene das „unanständige blonde Mädchen“ aus dem Film 9½ Wochen zu sein. All This Love thematisiert Obsession, während sie in Something U Already Know unter anderem davon singt, Liebe auf einem Schaukelpferd zu machen. Everytime ist eine R&B-Ballade, während 2nite von Disco und House geprägt ist und attraktive tanzende Menschen feiert. Kept Woman kann als halbbiografisch interpretiert werden, da Valente beschreibt, wie sie als 17-Jährige einen Mann kennenlernte und sich als dessen Mätresse bezeichnet. Immersion thematisiert ein alternatives Universum jenseits von Raum und Zeit. Der Titelsong Elixer ist eine weitere R&B-Ballade und als Duett von Valente und Prince angelegt.[32][33]

Titelliste und Veröffentlichungen

Prince, 2009

Lotusflow3r

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer
CD-1/1 From the Lotus… (Instrumental) 2:46
CD-1/2 Boom 3:18
CD-1/3 Crimson and Clover a 3:51
CD-1/4 4ever 3:47
CD-1/5 Colonized Mind 4:47
CD-1/6 Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful 3:52
CD-1/7 Love Like Jazz 3:49
CD-1/8 77 Beverly Park (Instrumental) 3:04
CD-1/9 Wall of Berlin 4:16
CD-1/10 $ 3:57
CD-1/11 Dreamer 5:30
CD-1/12 …Back 2 the Lotus (Instrumental) 5:34
Spieldauer: 48:39 min.
Autor aller Songs ist Prince
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Das Dreifachalbum erschien am 24. März 2009 zunächst ausschließlich als Download für Mitglieder von Prince’ damaliger Website Lotusflow3r.com und enthielt als dritten Titel den Song The Morning After. Am 29. März 2009 folgte die Veröffentlichung auf CD, die stattdessen das Stück Crimson and Clover enthält, geschrieben 1968 von Tommy James und Peter Lucia Jr. von Tommy James & the Shondells und erstmals erschienen auf dem Album Crimson & Clover. Zudem weist die CD-Version einen Druckfehler auf: Der Song Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful ist als Feel Good, Feel Better, Feel Wonderful gelistet. Weitere Coverversionen sind von dem Dreifachalbum nicht bekannt.

MPLSound

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer
CD-2/1 (There’ll Never B) Another Like Me 6:01
CD-2/2 Chocolate Box (feat. Q-Tip) 6:13
CD-2/3 Dance 4 Me 4:48
CD-2/4 U’re Gonna C Me 4:36
CD-2/5 Here 5:15
CD-2/6 Valentina 3:59
CD-2/7 Better with Time 4:53
CD-2/8 Ol’ Skool Company 7:30
CD-2/9 No More Candy 4 U 4:14
Spieldauer: 47:39 min.
Autor aller Songs ist Prince
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Einige CD-Ausgaben weisen einen weiteren Druckfehler auf, bei dem der Song Better with Time fälschlich als Better with Me gelistet ist. Am 7. September 2009 erschienen in Frankreich die Alben Lotusflow3r und MPLSound als Doppel-CD ohne Elixer. Zudem erschien MPLSound als separate CD, wurde jedoch ebenfalls unter dem Namen Lotusflow3r vertrieben, was eine bewusste Marketingstrategie darstellte. Im November 2009 folgte in Frankreich die Veröffentlichung von Lotusflow3r und MPLSound als Doppel-LP auf Schallplatte sowie MPLSound als Einzel-LP.

Elixer

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer
CD-3/1 Here Eye Come 4:28
CD-3/2 All This Love 4:39
CD-3/3 Home 4:26
CD-3/4 Something U Already Know 5:44
CD-3/5 Everytime 3:50
CD-3/6 2nite 5:02
CD-3/7 Another Boy 3:56
CD-3/8 Kept Woman 4:15
CD-3/9 Immersion 4:02
CD-3/10 Elixer (Duett mit Prince) 4:00
Spieldauer: 44:25 min.
Autor aller Songs ist Prince
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Elixer ist ausschließlich gemeinsam mit Lotusflow3r und MPLSound als CD-Dreifachalbum erhältlich; als Download ist das Album nicht separat verfügbar.

Singles

Aus dem Dreifachalbum wurden die Singles Another Boy, Dance 4 Me und 2nite ausgekoppelt. Another Boy aus Elixer erschien am 30. September 2008 als Download, sechs Monate vor Veröffentlichung des Dreifachalbums und am selben Tag wie Indigo Nights. Das Cover enthält einen Druckfehler, da dort fälschlich das Album Elixir angegeben ist. Eine Musikpromotion fand nicht statt.[34]

Als zweite Single wurde Dance 4 Me aus MPLSound am 31. August 2009 veröffentlicht, zunächst ausschließlich als Download in Frankreich und eine Woche vor der dortigen Albumveröffentlichung. Am 29. September 2009 folgte eine Remixversion über den iTunes Store in Nordamerika. Beide Fassungen erschienen beim Independent-Label Because Music. Zudem wurde U’re Gonna C Me im Oktober 2009 als gekürzte Radio-Edit-Version (3:33 Minuten) auf CD als Promo-Single veröffentlicht.[1]

Am 9. Dezember 2011 erschien Dance 4 Me zudem als CD-Single mit Remixversionen, diesmal vertrieben vom Schweizer Independent-Label Purple Music. Darüber hinaus wurde die Single auch als 12″-Vinyl-Schallplatte sowie als 12″-Picture Disc veröffentlicht.[35]

Am 23. Februar 2012 erschien der Song 2nite aus Elixer als Download über Purple Music, drei Jahre nach Veröffentlichung des Dreifachalbums. Zudem wurde das Stück in verschiedenen Remixversionen als CD, 12″-Vinyl-Schallplatte und 12″-Picture Disc veröffentlicht.[36]

Musikvideos

Misty Copeland, 2013

Prince ließ zu den Songs Chocolate Box, Crimson and Clover und Everytime Musikvideos produzieren. Das Video zu Chocolate Box entstand am 5. Februar 2009 im Source Studio in Los Angeles; Regie führte Paul R. Brown, der nach eigener Aussage Prince’ inhaltliche Vorstellungen umsetzte.[37]

Das futuristisch animierte Video spielt ausschließlich nachts und zeigt in einer Rahmenhandlung die Verfolgung einer Frau über die Hochhausdächer einer fiktiven Großstadt, was stellenweise an den Film Matrix erinnert. Beide Figuren tragen schwarze Mäntel mit lilafarbenem beziehungsweise rotem Innenfutter. Beim Zusammentreffen erscheint ein Blitz, gefolgt von Prince’ Gesicht in einer lilafarbenen Kristallkugel; anschließend tanzen beide im Capoeira-Stil. Parallel ist Prince auf Großbildschirmen von Hochhäusern sowie auf einem schwebenden, futuristischen Zeppelin mit integrierter Videoprojektion zu sehen, was an Szenen aus Blade Runner erinnert. Q-Tip tritt im Musikvideo nicht auf.[38]

Anfang März 2009 entstand das Musikvideo zu Crimson and Clover erneut im Source Studio unter der Regie von Paul R. Brown. Es zeigt Prince singend und Gitarre spielend in einer psychedelischen Szenerie; als Tänzerinnen sind Lala Escarzega und Misty Copeland zu sehen.[39] Zudem existiert ein Musikvideo zu Everytime, gesungen von Bria Valente, in dem Prince nicht auftritt.

Mitwirkende

Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert und produziert; die Gesangsparts auf Elixer übernahm Bria Valente. Zudem spielte Prince sämtliche Musikinstrumente selbst ein; folgende Personen wirkten ergänzend an den Aufnahmen mit:

  • Bria Valente – Backing Vocals in 4ever, Colonized Mind
  • Cora Coleman-Dunham – Schlagzeug in 4ever, All This Love (Elixer), Boom, Dreamer, Kept Woman (Elixer), $, Something U Already Know (Elixer), The Morning After
  • Greg Boyer – Posaune und „Party Vocals“ in Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful und $
  • Joshua Dunham – E-Bass in 4ever, All This Love (Elixer), Boom, Dreamer, Kept Woman (Elixer), $, Something U Already Know (Elixer), The Morning After
  • Lee Hogans – Trompete und „Party Vocals“ in Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful und $
  • Maceo ParkerSaxophon und „Party Vocals“ in Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful und $
  • Marva King – Backing Vocals in 4ever, Colonized Mind
  • Michael Bland – Schlagzeug in …Back 2 the Lotus, Colonized Mind, From the Lotus…, Love Like Jazz, Wall of Berlin
  • Mike Phillips – Saxophon und „Party Vocals“ in Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful und $
  • Morris Hayes – Keyboard in Boom, Colonized Mind, The Morning After
  • Q-TipRap in Chocolate Box
  • Shelby J. – Backing Vocals in 4ever, Colonized Mind
  • Sonny Thompson – E-Bass in …Back 2 the Lotus, Colonized Mind, From the Lotus…, Love Like Jazz, Wall of Berlin
  • Támar Davis – Backing Vocals in 4ever, Colonized Mind

Technisches Personal

  • Prince – Mixing
  • Bria Valente – Arrangeurin und Co-Produzentin des Albums Elixer
  • Clare Fischer – Arrangement der Saiteninstrumente in den Songs Elixer und Everytime
  • Eddy Schreyer – Mastering der Alben Lotusflow3r und Elixer
  • Ian Boxill (* 1967; † 2023) – Toningenieur-Assistenz des Albums Elixer
  • Kevin “K.D” Davis – Toningenieur-Assistenz des Albums Elixer
  • Morris Hayes – zusätzliche Produktion des Albums Elixer
  • Richard Furch – Mixing und Toningenieur des Albums Lotusflow3r, Pro-Tools-Programming für MPLSound

Rezensionen

Die meisten Musikkritiker bewerteten das Dreifachalbum nicht als Gesamtwerk, sondern beurteilten die drei Alben separat. Lotusflow3r und MPLSound erhielten dabei überwiegend positive Kritiken, während Elixer meist als sehr schwach beurteilt wurde.

Lotusflow3r

Weitere Informationen Professionelle Bewertungen, Quelle ...
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[40] 58 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[41] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[42] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[43] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
USA Today[44] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Wilson & Alroy’s Record Reviews[45] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
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Im Vergleich zu anderen Prince-Alben wurde Lotusflow3r von Musikkritikern meist verhaltend bewertet. Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von elf englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 58 %.[40]

Steve Jones von der USA Today zeigte sich begeistert und vergab dreieinhalb von vier Sternen. Lotusflow3r sei mit „mitreißenden Gitarrenriffs und aufrüttelnden Grooves“ versehen, während Prince „Liebe, Politik und die Politik der Liebe“ thematisiere. Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful bezeichnete Jones als „wildes Funk-Workout“, das „hypnotische“ Colonized Mind und das „hymnische“ Dreamer spiegelten Prince’ Weltanschauungen wider.[44]

Die Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben dreieinhalb von fünf Sternen. Die „neue Scheibe“ sei „herrlich gitarrenlastig“, unabhängig davon, ob die zugrunde liegende Melodie Rock (Dreamer), Funk (Feel Better, Feel Good, Feel Wonderful) oder eine Mischung daraus sei, etwa in Boom oder im „düsteren“ Colonized Mind. Die meisten Kompositionen wirkten „gleichermaßen inspiriert“, wie etwa in der „bezaubernden Power-Ballade“ 4ever oder in Wall of Berlin. Kritisiert wurden hingegen 77 Beverly Park und The Morning After als „leichte Popsongs“, die „nirgendwo wirklich“ hinführten.[45]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab drei von fünf Sternen. Das Album präsentiere zwar Prince’ „Gitarren-Showcase“ und biete „großartige Momente“, enthalte jedoch – abgesehen von dem von Jimi Hendrix inspirierten Dreamer – keine „großartigen Songs“. An Lotusflow3r sei „so ziemlich alles sympathisch“, was für Fans „vielleicht“ ausreiche, jedoch „nicht für viele andere“, so Erlewine. Insgesamt wirke Lotusflow3r „fast so geschmeidig wie Elixer“.[41]

Gavin Edwards vom US-Musikmagazin Rolling Stone vergab ebenfalls drei von fünf Sternen. Prince präsentiere auf dem Album „sein lange unterschätztes Gitarrenspiel“. Wenn er ein „zum Dahinschmelzen“ ansetzendes Gitarrensolo im Stil von David Gilmour und Eddie Hazel spiele, laufe die Musik „auf Hochtouren“, etwa in Crimson and Clover, Dreamer und Wall of Berlin. Spiele Prince hingegen nicht Gitarre, klinge die Musik „seltsam gedämpft“, was Edwards als „das Problem“ von Lotusflow3r bezeichnete; man warte „ständig darauf“, dass er wieder zur Gitarre greife und „den Tag rette“. Zwar sei es „in Ordnung“, einen Song Love Like Jazz zu nennen, der Jazz solle jedoch „bitte kein Cocktail-Jazz sein“.[43]

Jess Harvell von Pitchfork Media zeigte sich enttäuscht und vergab lediglich 4,9 von 10 Punkten. Sie riet davon ab, das Album zu kaufen, „wenn man nicht bereit sei, sich die Mühe zu machen, es auf die angenehm beziehungsweise passabel empfundenen Titel zu reduzieren“. Auf Lotusflow3r höre man „überwiegend neutralen Funkrock“, der nicht mit jenem vergleichbar sei, den Prince „in den 1980er-Jahren erfand und perfektionierte“. Als einzigen Song mit „einer sofort einprägsamen Hook“ hob Harvell die Coverversion von Crimson and Clover hervor.[42]

MPLSound

Weitere Informationen Professionelle Bewertungen, Quelle ...
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[46] 59 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[47] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[48] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[49] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
USA Today[25] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Wilson & Alroy’s Record Reviews[50] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
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MPLSound stieß bei Musikkritikern im Vergleich zu anderen Prince-Alben auf eine eher verhaltene Resonanz. Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von acht englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 59 %.[46]

Steve Jones von der USA Today vergab drei von vier Sternen und hob hervor, Prince knüpfe auf MPLSound „mit seinem übergroßen, intakten Ego“ an die Synthesizer-Ästhetik der 1980er Jahre an.[25]

Gavin Edwards vom Rolling Stone vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Prince sei zwar nicht mehr so vulgär wie früher, besitze aber „immer noch viel Humor und Schwung“. Dennoch klängen fünf der neun Songs wie verlorene B-Seiten erstklassiger früherer Alben wie Dirty Mind (1980), Controversy (1981) und 1999 (1982); selbst ein wirklich guter neuer Prince-Song erinnere häufig an einen besseren aus der Vergangenheit. Besonders hemmend wirkten laut Edwards die vier mittleren Stücke U’re Gonna C Me, Here, Valentina und Better with Time.[49]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab drei von fünf Sternen. Prince nehme auf MPLSound seine Retro-Ausrichtung ernst und liefere einige freche, potenziell singletaugliche Songs, doch werde deren synthetischer Reiz durch mehrere langsam aufgebaute Balladen abgeschwächt. Erlewine empfahl, sich auf die knackigen Electro-Funk-Stücke (There’ll Never B) Another Like Me und Ol’ Skool Company zu konzentrieren, die jedoch nicht die Einfallsreichtum oder Durchschlagskraft von Prince’ besten Arbeiten auf Musicology und 3121 erreichten.[47]

Jess Harvell von Pitchfork Media bewertete MPLSound mit 5,7 von 10 Punkten und zeigte sich enttäuscht. Das Album klinge zwar „kurzzeitig unterhaltsam“, sei insgesamt jedoch „völlig unwesentlich“; lediglich Dance 4 Me bezeichnete sie als „anständigen Track“.[48]

Die Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben zweieinhalb von fünf Sternen. Zwar lobten sie die „rassigsten Liedtexte seit langem“ in Dance 4 Me sowie das „rasante“, an 1950er-Jahre-Rock erinnernde No More Candy 4 U und hoben positiv hervor, dass Prince erneut alle Songs selbst produziert, arrangiert, komponiert und eingespielt habe. Aus Sicht des Songwritings sei MPLSound jedoch das schwächste der drei Alben; dies zeige sich insbesondere an der „albernen Selbstverherrlichung“ in (There’ll Never B) Another Like Me und dem „überladenen“ Valentina.[50]

Elixer

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Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[51] 47 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[52] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Los Angeles Times[25] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Pitchfork Media[48] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Rolling Stone (USA)[53] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Wilson & Alroy’s Record Reviews[54] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
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Elixer wurde von Musikkritikern im Vergleich zu Lotusflow3r und MPLSound überwiegend sehr schwach bewertet. Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von fünf englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von nur 47 %.[51]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab drei von fünf Sternen. Elixer sei im Vergleich zu Lotusflow3r und MPLSound zugleich „das konsistenteste und uninteressanteste“ Album, da es „nie von seiner verführerischen Schablone“ abweiche, ohne jedoch „das schlechteste Album“ zu sein. Dem Album fehlten „die Höhepunkte der anderen beiden Alben, aber auch deren Tiefpunkte“. Bria Valente besitze laut Erlewine kein „Starcharisma“, sei jedoch „eine angenehm angehauchte Croonerin“. Ihre „schwache Persönlichkeit“ stelle „die Vielseitigkeit von Prince in den Vordergrund“, was vermutlich „auch der Zweck“ des Dreifachalbums gewesen sei.[52]

Die Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben zweieinhalb von fünf Sternen. Die Songs bestünden aus „viel sanftem Pop“ und „weichem Funk“, weshalb sie Vergleiche zu Toni Braxton zogen. Als besten Titel hoben sie All This Love hervor. Insgesamt wirkten die Stücke jedoch „zwar gut konstruiert, aber nicht besonders inspiriert“; in Verbindung mit Valentes sanftem Vortrag könne es dem Hörer „schwerfallen, wach zu bleiben“, insbesondere bei Immersion. Als Fazit stellten sie fest, etwas mehr von Prince’ „Unberechenbarkeit“ – „was sogar noch eine Untertreibung“ sei – wäre wünschenswert gewesen.[54]

Margaret Wappler von der Los Angeles Times zeigte sich enttäuscht und vergab zwei von vier Sternen. Als Hauptproblem benannte sie, dass zu wenige Songs „stark und frisch“ klängen.[25] Auch Gavin Edwards vom Rolling Stone bewertete Elixer mit lediglich zwei von fünf Sternen. Zwar besitze Bria Valente „eine angenehme, wenn auch etwas dünne Stimme“, ihr fehle jedoch die Fähigkeit, die Songs „zu etwas Erinnerbarem zu machen“. Die meisten Stücke seien „harmlose Pop-Balladen“; einzig der Dance-Pop-Titel 2nite sei „wirklich gut“.[53] Nate Chinen von der The New York Times äußerte sich ähnlich und bezeichnete die R&B-Songs des Albums als unbedeutend.

Jess Harvell von Pitchfork Media bewertete Elixer mit lediglich 3,2 von 10 Punkten. Das Album bewege sich durch „die gesamte Bandbreite faden, wenn auch stilvollen R&B“, von „antiseptischen Slow Jams bis zu routiniertem Dance-Pop“, ohne erkennen zu lassen, was Prince an Valente fasziniert habe.[48]

Jon Bream von der US-Tageszeitung Star Tribune mutmaßte, Prince habe Elixer lediglich „aus Gefälligkeit für eine Freundin“ produziert, und bezeichnete das Album als „zum Wegwerfen“.[31]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Weitere Informationen ChartsChart­plat­zie­rungen, Höchst­platzie­rung ...
Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Vereinigte Staaten (Billboard)[55]2 (27 Wo.)27
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (2009)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[56]85
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Außerdem erreichte das Dreifachalbum Platz 14 in Frankreich, Platz 23 in den Niederlanden, Platz 44 in Belgien und Platz 65 in Italien; in weiteren Ländern sind keine Chartplatzierungen bekannt.[57] Die drei Singleauskopplungen 2nite, Another Boy und Dance 4 Me konnten sich international nicht in den Hitparaden platzieren.

Kommerzieller Erfolg

Das Dreifachalbum debütierte in der ersten Woche der US-Billboardcharts mit 168.000 verkauften Exemplaren auf Platz zwei.[17] Insgesamt wurden in den USA rund 540.000 Exemplare abgesetzt; weltweit beliefen sich die Verkäufe auf etwa 700.000 Einheiten.[58]

Grammy-Nominierung

Dreamer wurde bei den Grammy Awards 2010 in der Kategorie „Best Solo Rock Vocal Performance“ nominiert, gewann jedoch nicht.[25] Nach International Lover (1984) aus dem Album 1999 war es erst das zweite Mal, dass ein nicht als Single oder Promo-Tonträger veröffentlichter Prince-Song für einen Grammy nominiert wurde. Zugleich handelte es sich um Prince’ letzte Grammy-Nominierung zu Lebzeiten.

Literatur

  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Matt Thorne: Prince. Faber and Faber, London 2012, ISBN 978-0-571-27349-2.
  • Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.

Einzelnachweise

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