Louis Stange

deutscher Ingenieur und Waffenkonstrukteur From Wikipedia, the free encyclopedia

Louis Stange (* 1888 in Sömmerda; † 1971 in Haßleben) war ein deutscher Ingenieur und Waffenkonstrukteur.[1]

Leben

Stange wurde 1888 in Sömmerda geboren. Im Alter von 19 Jahren wurde er bei der Waffenfabrik von Dreyse angestellt, die von Franz Dreyse, dem Sohn von Johann Nikolaus von Dreyse, geleitet wurde, nachdem das Unternehmen von Rheinmetall übernommen worden war. Während seiner Tätigkeit in der Fabrik ging Stange bei Louis Schmeisser in die Lehre.[2]

Unter Schmeisser war Stange an der Konstruktion einer Reihe von Waffen beteiligt, darunter der Pistole Dreyse Modell 1907. Er war bis zu Schmeissers Tod im Jahr 1917 dessen Assistent. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte Stange die Maschinenpistole MP19, die später zur erfolgreichen Steyr-Solothurn S1-100 weiterentwickelt wurde. Auch der Verschluss des MG 30 wurde von Stange entwickelt.[2]

Stange entwarf weiterhin Feuerwaffen für Rheinmetall, wo er neben anderen Erfindungen hauptsächlich das MG 34, das MG 131 und das Fallschirmjägergewehr 42 entwickelte.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Stange von den Alliierten Tribunalen wegen Kriegsverbrechen verhaftet und verurteilt; er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft in einem Gefangenenlager verurteilt. Nach seiner Entlassung zog Stange nach Haßleben, wo er sich aus dem Waffenbau zurückzog und Lebensmittelhändler wurde. Dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1971.[2]

Patent-Informationen

Für Stanges Erfindungen wurden etliche Patente erteilt, die teils von Stange und teils von dessen Arbeitgebern angemeldet wurden. Nachfolgend eine unvollständige Übersicht:

  • Patent DE437958C: Selbsttätige Feuerwaffe. Veröffentlicht am 30. November 1926, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent GB325159A: Automatic firearms with locked breech and sliding barrel. Angemeldet am 12. April 1929, veröffentlicht am 13. Februar 1930, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US1753072A: Trigger apparatus for the single and continuous fire of automatic firearms. Veröffentlicht am 1. April 1930, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US1755034A: Automatic firearm. Veröffentlicht am 15. April 1930, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US1801179A: Automatic firearm. Veröffentlicht am 14. April 1931, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US1842847A: Safety device for firearms. Veröffentlicht am 26. Januar 1932, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US1859720A: Safety device for firearms having alpha longitudinally movable closure element. Veröffentlicht am 24. Mai 1932, Anmelder: Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent GB468913A: Improvements in or relating to automatic guns. Angemeldet am 6. Oktober 1936, veröffentlicht am 15. Juli 1937, Anmelder: Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent GB473383A: Improvements in or relating to the trigger mechanism of automatic guns. Veröffentlicht am 12. Oktober 1937, Anmelder: Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent US2113202A: Automatic gun. Veröffentlicht am 5. April 1938, Anmelder: Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent DE712136: Patronenzuführung für selbsttätige Feuerwaffen. Angemeldet am 10. März 1939, veröffentlicht am 13. Oktober 1941, Anmelder: Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.
  • Patent DE724418: Schlagbolzen für selbsttätige Feuerwaffen. Veröffentlicht am 26. August 1942, Anmelder: Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Erfinder: Louis Stange.

Literatur

  • Alexander Geckeler: Waffen-Anatomie, Das Maschinengewehr 34, BoD, 2024, ISBN 3758331323
  • Leszek Erenfeicht, Jan Skramoušský: Dead End: MG 39 Rh, Louis Stange’s Forgotten Machine Gun, December 19, 2012
  • F. W. A. Hobart: Das Maschinengewehr – Die Geschichte einer vollautomatischen Waffe. Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-277-5.
  • Chris McNab: MG 34 and MG 42 Machine Guns, Bloomsbury Publishing Plc, London, 2012, ISBN 9781780960104, Seite 12
  • John Walter: Guns of The Third Reich, The Small Arms of Hitler's Armed Forces, 1933-1945, London, 2004, History Press, ISBN 9781853675980

Einzelnachweise

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