Louis de Bonis

französischer Paläontologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Louis de Bonis (* Oktober 1934 in Marseille) ist ein französischer Paläontologe und Experte für die Evolution und die Systematik der Raubtiere des Oligozäns und der Primaten des Neogens, speziell des Miozäns.

Louis de Bonis

Leben

Louis de Bonis wuchs in Marseille auf und studierte dort Geologie unter Suzanne Fabre-Taxy und Georges Corroy. Nach dem Abschluss des Studiums 1957/58 in den Fächern Mineralogie in Montpellier und angewandte Geologie in Marseille verpflichtete er sich von 1959 bis 1962 zum Dienst in den französischen Streitkräften.

1962 setzte er seine universitären Studien fort und erwarb an der Universität von Paris einen weiteren Abschluss im Fachgebiet Paläontologie der Wirbeltiere und Paläoanthropologie sowie 1963 den Doktorgrad mit einer Studie über Wirbeltiere aus dem späten Eozän.[1] 1970 folgte die Habilitation an der neugegründeten Sorbonne,[2] an deren Vorläufer – der Universität von Paris – er bereits seit 1963 als Wissenschaftlicher Assistent beschäftigt war.

1980 wurde de Bonis zum Professor für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie an der Universität Pierre und Marie Curie berufen. Er wechselte aber noch im gleichen Jahr auf eine Professur an der Universität Poitiers, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 tätig blieb.

Forschung

Nach seinem Wechsel an die Universität von Poitiers spezialisierte sich Louis de Bonis auf die Erforschung der Stammesgeschichte der Primaten in der Zeit zwischen rund 20 und 5 Millionen Jahren vor heute. Ferner erforschte er die Stammesgeschichte der Katzenartigen und der Arctoidea (der Bären, Robben und Marder-Verwandten).

Neben den Ergebnissen eigener Ausgrabungen von fossilen Raubtieren im Südwesten von Frankreich und an anderen Orten in Frankreich – sowie in Algerien, Dschibuti, Rumänien und Tschad – publizierte de Bonis unter anderem über den Zusammenhang von Umwelt- und Klimaveränderungen auf die Evolution der Säugetiere in Griechenland.[3]

Er gehörte in den frühen 1970er-Jahren zudem zu den ersten Paläontologen, die die Faktorenanalyse für ihr Forschungsgebiet nutzbar machten.[4]

1977 ordnete er von ihm im Norden Griechenlands entdeckte Primaten-Fossilien aus dem späten Miozän der neuen Gattung Ouranopithecus zu und führte zugleich die neue Art Ouranopithecus macedoniensis ein.[5]

Louis de Bonis war 2002 einer der Co-Autoren der Erstbeschreibung von Sahelanthropus tchadensis.[6]

Ehrungen

1975 wurde Louis de Bonis der A. C. Bonner-Preis der Académie des sciences zuerkannt. Ferner ist er Ehrendoktor der Aristoteles-Universität Thessaloniki.

Literatur

  • Stéphane Peignéa, Gildas Merceron und Georges D. Koufos: Louis de Bonis: 50 years of paleontological research on mammals. In: Geodiversitas. Band 31, Nr. 4, 2009, S. 693–707, doi:10.5252/g2009n4a693 (mit frei zugänglicher ausführlicher Bibliographie), Volltext (PDF; 5,1 MB). (Memento vom 11. September 2012 im Internet Archive)

Belege

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