Louise Peter
deutsche Drehbuchautorin, Filmregisseurin und Schauspielerin
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Louise Peter (* 1982 in West-Berlin[1]) ist eine deutsche Drehbuchautorin, Filmregisseurin und frühere Schauspielerin. Bekanntheit erlange sie als Ko-Autorin des preisgekrönten Spielfilms In die Sonne schauen (2025).
Leben und Karriere
Kindheit und Ausbildung
Louise Peter wuchs in West-Berlin auf. In ihrer Schulzeit machte sie die Bekanntschaft mit der zwei Jahre jüngeren Mascha Schilinski. Beide begannen früh eigene Kurzgeschichten zu verfassen und sich gegenseitig vorzulesen, ehe der Kontakt über Jahre abbrach.[2]
Peter studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien. Danach kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie eine Schauspielausbildung absolvierte. Peter lebte daraufhin als freischaffende Schauspielerin in Berlin und Bremen. Längere Schreibaufenthalte führten sie in dieser Zeit nach Südspanien.[3]
Arbeit als Filmemacherin und Drehbuchautorin
Peter absolvierte ab Mitte der 2010er-Jahre bis 2020 den Diplomstudiengang Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes[3] und verbrachte das Wintersemester 2016/2017 an der Pariser Filmhochschule La Fémis.[4] 2014/15 führte sie gemeinsam mit Steve Bache Regie an dem Kurzspielfilm Monster, in dem ein Vater mit dem vom Sohn begangenen Amoklauf an einer Schule hadert. Die Hauptrollen bekleideten Michael Specht und Attila Georg Borlan.[5] Mit Bache und Mahyar Goudarzi schrieb und inszenierte Peter auch den handgezeichneten Dokumentarfilm Eye For An Eye (2015/16), der erneut über die Auseinandersetzung mit Schuld und Schicksal kreist. Hauptfigur ist Frederick Baer, der seit über einem Jahrzehnt im Indiana State Prison auf die Vollstreckung seiner Todesstrafe wartet. Eye For An Eye wurde 2016 für den Student Academy Award nominiert und im selben Jahr mit dem Short Tiger Award prämiert.[6]
Während ihres Studiums an der Filmhochschule in Ludwigsburg traf Peter nach Jahren ihre frühere Kindheitsfreundin Mascha Schilinski wieder. „Wir waren zwei Jahrgänge auseinander und machten erst mal Projekte mit anderen Kommiliton*innen, aber am Ende des Studiums hatten wir so einen Moment, wo wir immer wieder anfingen, über diese gleichen Themen zu sprechen, die uns gerade beschäftigten. Bis wir meinten, ob wir dazu nicht mal was zusammen machen wollen“, so Peter.[2] Während eines Aufenthalts der beiden auf einem Bauernhof in der Altmark – ursprünglich mit getrennten Projekten begonnen – entstand das gemeinsame Drehbuch zu Schilinskis zweitem Spielfilm In die Sonne schauen (2025) mit Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky und Laeni Geiseler in den Hauptrollen. Das Drama beschreibt mit diversen Zeitsprüngen einen assoziativen Erinnerungsstrom aus dem Leben von vier Mädchen über einen Zeitraum von circa 100 Jahren auf einem altmärkischen Bauernhof. Die Uraufführung des Werks fand im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes im Mai 2025 statt, wo es mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Monate später wurde In die Sonne schauen als deutscher Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2026 ausgewählt. Peter selbst erhielt gemeinsam mit Schilinski noch vor Realisierung des Projekts den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis zuerkannt, damals noch unter dem Arbeitstitel The Doctor Says I’ll Be Alright But I’m Feelin’ Blue. Weitere Nominierungen folgten 2025 für den Gotham Award und British Independent Film Award. Im Jahr darauf erhielt In die Sonne schauen drei Nominierungen für den Europäischen Filmpreises 2026 zuerkannt, darunter Schilinski und Peter als beste Drehbuchautorinnen.
Filmografie
Regie
- 2014: Monster (Kurzspielfilm – Ko-Regie mit Steve Bache)
- 2015: Eye For An Eye (animierter Kurzspielfilm – Ko-Regie mit Steve Bache und Mahyar Goudarzi)
- 2016: Für schlechtere Zeiten (Kurzfilmspielfilm)
Drehbuch
- 2015: Eye For An Eye (animierter Kurzspielfilm)
- 2016: Für schlechtere Zeiten (Kurzfilmspielfilm)
- 2017: Der Käpt’n (Kurzfilmspielfilm, Regie: Steve Bache)
- 2018: Ella (Kurzspielfilm, Regie: Benjamin Rost)
- 2025: In die Sonne schauen (gemeinsam mit Mascha Schilinski)
Darstellerin
- 2010: Rona & Nele (Spielfilm)
- 2012: Die Tage dazwischen (Spielfilm)
Auszeichnungen
- 2016: Short Tiger Award für Eye For An Eye (Bester Kurzfilm)
Gemeinsam mit unter anderem Mascha Schilinski für In die Sonne Schauen:
- 2023: Thomas Strittmatter Drehbuchpreis
- 2025: Gotham-Award-Nominierung (Bestes Originaldrehbuch)
- 2025: Nominierung für den British Independent Film Award (Bester internationaler Independentfilm)
- 2026: Nominierung für den Europäischen Filmpreis (Bestes Drehbuch)
Literatur (Auswahl)
- 2025: Als ob die Seele wegschwimmt. Werkstattgespräch mit Thomas Abeltshauser. in epd Film 9/25: S. 22–27
Weblinks
- Agentur-Profil bei Frame Management (deutsch/englisch)
- Profil bei filmportal.de
- Filmografie bei crew-united.com
- Louise Peter bei IMDb