Lovetown Tour

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Die Lovetown Tour war eine Konzerttournee der irischen Rockband U2, die zwischen dem Herbst 1989 und Anfang 1990 nach der Veröffentlichung ihres Studio-/Livealbums Rattle and Hum stattfand.

PräsentationsalbumRattle and Hum
Anfang der Tournee21. September 1989
Ende der Tournee10. Januar 1990

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

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Lovetown Tour
von U2
Präsentationsalbum Rattle and Hum
Anfang der Tournee 21. September 1989
Ende der Tournee 10. Januar 1990

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 47
Chronologie
The Joshua Tree Tour
(1987)
Lovetown Tour Zoo TV Tour
(1992/93)
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Hintergrund

Die Tournee begann am 21. September 1989 in Perth.[1] Der erste Teil führte die Band in den darauffolgenden zehn Wochen durch Australien, Neuseeland und Japan.[2] Ein kürzerer zweiter Teil umfasste vier Wochen in vier europäischen Ländern und endete schließlich am 10. Januar 1990 in Rotterdam. Von den insgesamt 47 Konzerten der Tournee fanden allein 23 Auftritte in Australien statt. Die Tour war zwar zeitlich und vom Umfang her begrenzt, erreichte aber Orte, die die vorherige Joshua Tree Tour ausgelassen hatte, und vermied dabei die Vereinigten Staaten vollständig.

Die auf der Tour gespielten Songs entsprachen größtenteils denen der Joshua Tree Tour, zusätzlich spielten U2 jedoch auch damals neue Stücke von Rattle and Hum, außerdem Coverversionen wie Bob Dylans All Along the Watchtower in einer Version, die stark durch Jimi Hendrix’ Coverversion dieses Stücks beeinflusst war. Die Band begeisterte die Fans jedoch, indem sie ihre Setlist manchmal von Abend zu Abend änderte und mit ungewöhnlichen Gitarrensoli von The Edge. Viele der auf der Tour gespielten Songs wurden viele Jahre lang, wenn überhaupt, nicht mehr gespielt, da die Band ihren Sound auf ihrem nächsten Studioalbum Achtung Baby mit Tourneen in den 1990er Jahren, die choreografierte Auftritte und hauptsächlich neueres Material beinhalteten, dramatisch veränderte. Die Lovetown Tour markierte das Ende der langjährigen Praxis der Band, fast jedes Konzert mit dem bis dahin traditionellen Abschlusslied 40 zu beenden, bei dem die Bandmitglieder nacheinander die Bühne verließen und das Publikum den Refrain sang. Diese Praxis wurde erst ab 2005 auf der Vertigo-Tour wieder aufgenommen. Auffällig abwesend war das Lied Sunday Bloody Sunday, das zuvor ein fester Bestandteil der Live-Auftritte gewesen war und auf allen folgenden Tourneen gespielt werden sollte. Zu den weiteren gespielten Liedern gehörten Slow Dancing und She’s a Mystery to Me, die Bono ursprünglich für Willie Nelson bzw. Roy Orbison geschrieben hatte. Beide Künstler nahmen die jeweiligen Lieder später auf, wobei Orbisons Version erst 1989 auf seinem letzten, posthum veröffentlichten Album Mystery Girl erschien, das nach dem Lied benannt wurde. B. B. King tourte mit der Band und spielte jeden Abend im Vorprogramm. Nach dem Set von U2 gesellten sich King und seine Band für den Zugabenblock zu ihnen.[3]

Die Tournee wurde von Bonos Stimmproblemen geplagt, die sowohl auf Überbeanspruchung als auch auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen waren. Er erklärte während eines Konzerts, er habe sich in Australien „ziemlich psychedelische Keime“ eingefangen, die nun „ihre Jahreshauptversammlung“ in seinem Hals abhielten. Aufgrund dieser Stimmprobleme mussten drei Konzerte in Sydney verschoben werden. Später führten schwerwiegende Probleme dazu, dass Konzerte in Dortmund und Amsterdam vorzeitig abgebrochen werden mussten; zwei weitere Amsterdamer Konzerte wurden abgesagt und durch vier Konzerte in Rotterdam ersetzt, wodurch sich die Tournee bis ins Jahr 1990 hineinzog, anstatt wie geplant am Silvesterabend 1989 in Dublin, der Heimatstadt der Bandmitglieder zu enden.[4] Abgesehen von diesen Stimmproblemen verfügte Bonos Stimme an guten Tagen jedoch über einen enormen Stimmumfang. Sein später perfektioniertes Falsett trat auf dieser Tournee immer deutlicher hervor, ohne dabei die kraftvolle Tiefe seiner tiefen Stimme einzubüßen.

Wie bei allen U2-Tourneen ab 1983 stammte das Bühnen- und Lichtdesign von Willie Williams. Die Lovetown Tour, möglicherweise nach dem Titel When Love Comes to Town auf Rattle and Hum benannt, war die erste, die nicht nach dem damals aktuellen Album der Band benannt wurde; bis 2018 trugen alle nachfolgenden Tourneen – mit Ausnahme der Tourneen zum 30-jährigen Jubiläum von The Joshua Tree – ebenfalls andere Namen als die der Alben.

Bei einem der Auftritte in Dublin am 30. Dezember 1989 deutete Bono in einer seiner Ansagen bereits auf die abrupten musikalischen Richtungswechsel hin, die die Band in den 1990er Jahren vornehmen würde, beginnend mit dem nächsten Studioalbum Achtung Baby (1991) und der Zoo TV Tour: „Ich habe es den Leuten neulich erklärt, aber vielleicht habe ich es nicht ganz richtig rübergebracht – das ist einfach das Ende von etwas für U2. Und deshalb spielen wir diese Konzerte – wir feiern eine Party für uns und euch! Nichts Besonderes, wir müssen einfach weg und … uns alles neu ausdenken.“[5]

Liveaufnahmen

Die unter der Regie von Richard Lowenstein entstandene Tournee-Dokumentation LoveTown enthält hauptsächlich am 18. November 1989 in Sydney aufgezeichnete Konzerte und enthielt Liveversionen von Desire, All Along the Watchtower, MLK, All I Want Is You, Van Diemen’s Land, God Part II, When Love Comes to Town und Love Rescue Me. Die Dokumentation enthielt außerdem Interviews mit den Bandmitgliedern und Einwohnern Sydneys.

Das Konzert in Dublin am 31. Dezember 1989 wurde in Irland und Großbritannien von RTÉ und BBC jeweils landesweit im Radio übertragen und zirkulierte unter Fans daher für lange Zeit als inoffizielle Bootleg-Aufnahme. 2004 erschien der Mitschnitt schließlich offiziell als digitales Livealbum Live from the Point Depot.

Setlist

Diese Setlist ist repräsentativ für die durchschnittliche Setlist der Tour, ermittelt von Setlist.fm, die alle Konzerte während der gesamten Tour repräsentiert.[6]

Beispiel-Setlist

Tourdaten

Weitere Informationen Nr., Datum ...
Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort
Leg 1 – Australasien
1 21. September 1989 Perth AustralienAustralien Entertainment Centre
2 22. September 1989
3 23. September 1989
4 27. September 1989 Sydney Entertainment Centre
5 28. September 1989
6 29. September 1989
7 2. Oktober 1989 Brisbane Entertainment Centre
8 3. Oktober 1989
9 4. Oktober 1989
10 7. Oktober 1989 Melbourne National Tennis Centre
11 8. Oktober 1989
12 9. Oktober 1989
13 12. Oktober 1989
14 13. Oktober 1989
15 14. Oktober 1989
16 16. Oktober 1989
17 20. Oktober 1989 Sydney Entertainment Centre
18 21. Oktober 1989
19 27. Oktober 1989 Adelaide Memorial Drive Park
20 28. Oktober 1989
21 4. November 1989 Christchurch Neuseeland Lancaster Park
22 8. November 1989 Wellington Athletic Park
23 10. November 1989 Auckland Western Springs Stadium
24 11. November 1989
25 17. November 1989 Sydney AustralienAustralien Entertainment Centre
26 18. November 1989
27 19. November 1989
28 23. November 1989 Yokohama JapanJapan Yokohama Arena
29 25. November 1989 Tokio Tokyo Dome
30 26. November 1989
31 28. November 1989 Osaka Ōsaka-jō Hall
32 29. November 1989
33 1. Dezember 1989
Leg 2 – Europa
34 11. Dezember 1989 Paris FrankreichFrankreich Palais Omnisport de Bercy
35 12. Dezember 1989
36 14. Dezember 1989 Dortmund DeutschlandDeutschland Westfalenhalle
37 15. Dezember 1989
38 16. Dezember 1989
39 18. Dezember 1989 Amsterdam NiederlandeNiederlande Jaap Edenhal
xx 19. Dezember 1989 Amsterdam Jaap Edenhal
xx 19. Dezember 1989 Amsterdam Jaap Edenhal
40 26. Dezember 1989 Dublin Irland The Point Depot
41 27. Dezember 1989
42 30. Dezember 1989
43 31. November 1989
44 5. Januar 1990 Rotterdam NiederlandeNiederlande Sportpaleis Ahoy’
45 6. Januar 1990
46 9. Januar 1990
47 10. Januar 1990
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Band

Einzelnachweise

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