Lucionema balatonense

Art der Gattung Lucionema From Wikipedia, the free encyclopedia

Lucionema balatonense ist ein Parasit des Zanders (Sander lucioperca), der erstmals 1998 im Balaton (Plattensee) nachgewiesen wurde. Der Gattungsname ist vom Wirt, der Artname vom Ort des Nachweises abgeleitet.[1] Die Art ist bislang die einzige in der monotypischen Überfamilie Lucionematoidea.[2] Der Parasit wurde unter der Serosa der Schwimmblase nachgewiesen, als Zwischenwirt dient die Karpfenlaus (Argulus foliacaeus). Die Erstbeschreiber ordneten Art, Gattung und Familie noch in die Überfamilie Dracunculoidea ein.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Überfamilie ...
Lucionema balatonense
Systematik
Unterordnung: Rollschwänze (Spirurina)
Überfamilie: Lucionematoidea
Familie: Lucionematidae
Unterfamilie: Lucionematinae
Gattung: Lucionema
Art: Lucionema balatonense
Wissenschaftlicher Name der Überfamilie
Lucionematoidea
Moravec, Molnar & Szekely, 1998 (Hodda, 2011)
Wissenschaftlicher Name der Familie
Lucionematidae
Moravec, Molnár & Székely, 1998
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Lucionematinae
Moravec, Molnár & Székely, 1998
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Lucionema
Moravec, Molnár & Székely, 1998
Wissenschaftlicher Name der Art
Lucionema balatonense
Moravec, Molnár & Székely, 1998
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Merkmale

Familie und Überfamilie

Der Körper der Lucionematidae verjüngt sich zu den Enden hin. Es gibt acht Kopfpapillen, eine Mundhöhle fehlt, der Ösophagus ist muskulös und ohne Drüsenteil. Männchen haben Kaudalflügel, vor der Kloake sind keine Papillen ausgebildet, hinter ihr wenige Paare. Spicula sind nicht ausgebildet, dafür eine sklerotisierte Kopulationsplatte. Der Schwanz ist lang. Die Vulva liegt in der Körpermitte. Weibchen sind monodelphisch, haben also nur einen Eierstock und einen Uterus. Sie sind lebendgebärend (vivipar).[3]

Gattung

Lucionema hat ein abgerundetes Kopfende mit in zwei Ringen angeordneten Kopfpapillen aus je vier Papillen und zwei seitlichen Amphiden. Das Vorderende des Ösophagus ist geschwollen, der Nervenring liegt nahe der Mitte des Ösophagus. Die Ausscheidungspore liegt direkt hinter dem Nervenring. Männchen haben zwei Paare von hinter der Kloake gelegenen Kaudalpapillen. Der Schwanz ist konisch und endet spitz. Der Uterus ist mit Larven gefüllt und reicht nach vorn bis an das Ende des Ösophagus. Der Anus ist funktional.[3]

Art

Lucionema balatonense ist ein kleiner, weißlicher Fadenwurm mit nahezu glatter Kutikula. Die kleine Mundöffnung ist etwa dreieckig. Am Übergang vom Ösophagus zum Darm gibt es eine Klappe. Das einzige zur Erstbeschreibung verfügbare Männchen war 770 µm lang und maximal 21 µm dick. Der Ösophagus war 83 µm lang, der Nervenring lag 63 µm hinter dem Vorderende. Weibchen sind im Mittel 1360 µm lang und 60 µm dick. Der Ösophagus war 210 µm lang, der Nervenring lag 105 µm, die Ausscheidungspore 135 µm hinter dem Vorderende. Der Schwanz war 114 µm lang. Das Ovar liegt am Darmende, der Eileiter ist relativ lang. Der Uterus zieht nach vorn zum Ende des Ösophagus und zieht dann bis hinter die Vulva nach hinten und geht dann in die kurze, nach vorn ziehende Vagina über.[1] m

Einzelnachweise

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