Lucy Delaney
US-amerikanische Autorin und Bürgerrechtlerin
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Lucy Ann Delaney (* 1828 oder 1830 in St. Louis, Missouri; † 31. August 1910 in Hannibal, Missouri) war eine US-amerikanische Autorin und Bürgerrechtlerin aus St. Louis, deren autobiografische Schrift From the Darkness Cometh the Light, or, Struggles for Freedom als einzig erhaltene Ich-Perspektive zu einer Freiheitsklage (freedom suit) aus der Sklaverei gilt.[1][2] Ihr Leben und das ihrer Mutter Polly Wash ist eng mit den Freiheitsklagen von St. Louis verbunden, deren Geschichte seit 2022 durch das Freedom Suits Memorial und die Freedom Plaza im Stadtzentrum besonders sichtbar gemacht wird.[3][4]

Leben und Wirken
Delaney wurde in St. Louis (Missouri), in die Sklaverei geboren; ihre Mutter Polly Wash hatte zuvor selbst um ihre Freiheit gekämpft und half später ihrer Tochter, eine Klage zu erheben.[1][5] Während des Verfahrens wurde die damals jugendliche Delaney auf Anordnung ihrer Versklaver 17 Monate im Gefängnis von St. Louis festgehalten.[1] Am 7. Februar 1844 begann ihr Prozess am Old Courthouse; nach den Plädoyers sprach das Gericht sie am folgenden Tag frei.[1] Als Rechtsgrundlage diente das in Missouri angewandte Prinzip, dass der Status des Kindes dem der Mutter folgt (partus sequitur ventrem), das im Rahmen der Freiheitsklagen in St. Louis hunderten Versklavten den Weg vor Gericht eröffnete.[2][1] Nach der Emanzipierung arbeitete Delaney als Näherin, heiratete 1845 Frederick Turner und zog zeitweise nach Quincy (Illinois), bevor sie nach dessen Tod 1848 nach St. Louis zurückkehrte und 1849 Zachariah Delaney heiratete.[1]
Delaney war in der Nachkriegszeit in afroamerikanischen Frauenvereinen sowie in Organisationen rund um die Freimaurerei und den Veteranenbund Grand Army of the Republic tätig und übernahm dort Führungsaufgaben.[1] Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte sie ihre Lebensgeschichte unter dem Titel From the Darkness Cometh the Light, or, Struggles for Freedom (‚Aus der Finsternis kommt das Licht, oder: Kämpfe um Freiheit‘), die als seltene, aus der Ich-Perspektive erzählte Quelle zu den Freiheitsklagen von St. Louis gilt.[1][6] Sie starb am 31. August 1910 im Alter von 81 Jahren in Hannibal, Missouri.[7]
Die Erinnerung an Delaney und die rund 300 bis 400 Klägerinnen und Kläger der Freiheitsklagen von St. Louis wird seit Februar 2022 durch das Freedom Suits Memorial und die Freedom Plaza im Stadtzentrum öffentlich gewürdigt.[3] Seit 2025 ist die Freedom Plaza Teil des National Underground Railroad Network to Freedom des National Park Service.[4] Die heutige öffentliche Aufarbeitung der Freiheitsklagen geht wesentlich auf ein Archiv- und Digitalisierungsprojekt seit den 2000er-Jahren zurück, welches die Akten systematisch erschlossen und der Forschung wie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.[8]