Ludger Engels

deutscher Musiker sowie Opern- und Theaterregisseur From Wikipedia, the free encyclopedia

Ludger Engels (* 1963 in Duisburg-Meiderich) ist ein deutscher Opern- und Theaterregisseur. Er ist seit 2022 Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK).

Leben und Wirken

Ludger Engels erhielt Unterricht in Geige, Querflöte und Klavier.[1] Er studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Musikdidaktik in Dortmund.[1][2] Von 1980 bis 1985 war er als Chordirigent tätig.[1] Helmuth Rilling, bei dem er Dirigieren studierte, riet ihm, sich dem Theater zuzuwenden.[3][4]

Nach einer Hospitanz an der Oper Dortmund entschied Engels sich 1989 für die Laufbahn als Regisseur. Als Regieassistent war an der Oper Dortmund, in Wien, Frankfurt am Main und an den Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach tätig.[1] An den Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, wo er auch als Abendspielleiter verpflichtet war, gab er 1995 sein Debüt als Regisseur und inszenierte in den folgenden Jahren als freier Regisseur an Bühnen in Mainz, München, Braunschweig, Heidelberg und Bochum.[1]

Von 2005 bis 2013 war er Chefregisseur und stellvertretender Intendant am Theater Aachen, wo er unter anderem die deutsche Erstaufführung der Oper Brokeback Mountain von Charles Wuorinen inszenierte.[2] Anschließend inszenierte er saisonweise abwechselnd am Staatstheater Augsburg, am Stadttheater Bern[5] und außerdem regelmäßig am Theater Aachen.[2][6][7]

Weitere Inszenierungen erfolgten unter anderem am Stadttheater Bern, am Theater Freiburg, an der Ungarischen Staatsoper Budapest, am Staatstheater am Gärtnerplatz München und am Staatstheater Mainz. Im April 2022 inszenierte er die deutsche Erstaufführung von Alzheim, ein Musiktheater in 50 Bildern von Xavier Dayer am Staatstheater Cottbus.[8] Die Uraufführung kam unter seiner Regie 2017 am Stadttheater Bern heraus.[9] In der Spielzeit 2022/23 inszenierte er am Badischen Staatstheater Karlsruhe Wagners Der fliegende Holländer.[10] 2023 inszenierte Ludger Engels L´Orontea von Antonio Cesti am Theater Aachen.[11]

Engels verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Bühnen- und Kostümbildner Ric Schachtebeck.[12][13][14][15]

Engels wurde neben seinen Opern- und Schauspielproduktionen besonders durch interdisziplinäre und raumübergreifende Projekte international bekannt. Inszenierungen, Projekte und Installationen entstanden für Theater- und Opernhäuser, Festivals und Museen u. a. in Deutschland, der Schweiz, Ungarn, den USA, Australien und Südkorea.[16] Engels kuratiert seit 2024 einen Zyklus von Konzert-Performances mit den Duisburger Philharmonikern im Museum Küppersmühle. Für die Eröffnungszeremonie des Projekts Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 übernahm er die Dramaturgie und Regie.[17] Im Juni 2025 kuratierte Ludger Engels »Marxloh Music Circus«, ein Projekt der Duisburger Philharmoniker, und führte dabei auch die Regie.[18]

Seit 2015 hat er eine Professur an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg inne und war dort bis 2022 Studiengangsleiter für Regie.[19] Im April 2022 trat er die Nachfolge von Elisabeth Schweeger an und ist seitdem Leiter der Akademie.[20]

Er lehrt seit mehreren Jahren als Dozent für Opern- und Theaterregie u. a. an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, an der Toneelacademie Maastricht sowie am Mozarteum Salzburg. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste Bensheim und im Kuratorium der Akademie Schloss Solitude.

Inszenierungen (Auswahl)

Musiktheater

Schauspiel

Interdisziplinäre Projekte

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI