Ludwig Karn
deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr
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Ludwig Karn (* 26. September 1898 in Ludwigshafen; † 28. Juni 1969) war ein deutscher Diplom-Ingenieur, Oberst der Wehrmacht und Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.
Leben
Karn, Sohn eines Architekten, trat am 22. November 1916 als Kriegsfreiwilliger beim Infanterie-Regiment 8 in Metz in die bayerische Armee ein. Er war ab Januar 1917 Fahnenjunker und ab April Zugführer und Kompanieführer im Infanterie-Regiment 20. Ab Mai 1919 war er Zugführer und Bataillons-Adjutant in den Infanterie-Regimentern 42 und 43 in Augsburg. Ab Juni 1920 war er Zugführer und Ordonnanzoffizier im Infanterie-Regiment 19 in Augsburg und wurde im Oktober 1923 Zugführer in der Nachrichten-Abteilung 7 in München.
Ab Oktober 1931 studierte Karn Fernmeldewesen an der TH Berlin-Charlottenburg und schloss das Studium am 17. Dezember 1935 als Diplom-Ingenieur (TH) ab. Seine Diplomarbeit bildete die Grundlage für das Fernmeldenetz des Westwalls. Anschließend war er Kompaniechef der 4. Kompanie der Nachrichten-Abteilung 7 in München. Im September 1936 wurde er als stellvertretender Leiter der Abteilung Abwehr/Chi ins Oberkommando des Heeres (OKH) kommandiert und zum 1. April 1937 als Gruppenleiter IV OKH/WaA/Prüf 7 versetzt. Von Dezember 1937 bis Februar 1938 war er Sonderbeauftragter des OKH bei der Legion Condor, von August 1938 bis September 1939 in der Sonderbearbeitung Russland im OKH beim Chef des Heeresnachrichtenwesens und von Oktober bis Dezember 1939 Leiter der Sondereinsatzgruppe Horch- und Lauschdienst im Armeeoberkommando der 1. Armee. In Norwegen baute er die Funk- und Horchabwehr auf sowie eine Sonderfunkverbindung zum Oberkommando der Wehrmacht. Im Sommer 1940 war er in Frankreich bei der Drahtabschirmung und dem Aufbau von Leitstrahlgeräten zur Vorbereitung der geplanten Operation Seelöwe eingesetzt. Ab März 1941 war er Abteilungschef OKH/Heereswaffenamt/Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung/Nachrichtenabteilung (WaA/Prüf 7). Vor Beginn des Unternehmens Barbarossa sollte er die fernmeldetechnischen Abschirmmaßnahmen gegen die Sowjetunion sicherstellen und war technischer Berater der ungarischen Armee. Ab Februar 1942 war er, unter Ernennung zum Oberst, Nachrichtenführer im Armeeoberkommando der 5. Panzerarmee. Im Oktober war er in Den Haag an der Entschlüsselung von Gesprächen von Winston Churchill beteiligt. Später war er Wehrmachtsnachrichtenführer Afrika (Deutsches Afrikakorps) und für die Stellung des Generals des Wehrmachtshorchdienstes vorgesehen.
Am 9. Mai 1943 kam Karn in britische, später in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, nachdem er zwei Tage zuvor als ältester Nachrichtenoffizier einen Rückkehrbefehl per Flugzeug verweigert hatte. Vom 21. Dezember 1945 bis 5. April 1946 war er in einem US-Befragungslager. Nach seiner Entlassung im Sommer 1947 war er Teilhaber an der Kunstgewerblichen Werkstätte Karn und von August 1948 bis August 1952 Abteilungsleiter bei der Firma C. Lorenz in Stuttgart, wo er das Richtfunk-Netz der US-Streitkräfte in Deutschland aufbaute. Im August 1952 wurde er in das Amt Blank eingestellt, wo er zunächst Referent, später Referatsleiter in der Abteilung II war. Am 16. Februar 1957 wurde er in die Bundeswehr übernommen, wo er zunächst Referatsleiter im Bundesministerium für Verteidigung war. Am 2. September 1957 wurde er zum Brigadegeneral ernannt, war ab 1958 Unterabteilungsleiter T VI (Fernmeldetechnik, Elektronik, Optik) im Bundesministerium für Verteidigung und mit Ablauf des September 1962 in den Ruhestand versetzt.
Karn war verheiratet und hatte zwei Kinder.
Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz I. Klasse (1918)
- Verwundetenabzeichen (1918)
- Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse (1940)
- Deutsches Kreuz in Silber (1945)
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1962)
Siehe auch
Literatur
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1999 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 2, Teilband 2, Hoffmann – Kusserow. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2562-6, S. 575–577.
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 250.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Karn, Ludwig |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr |
| GEBURTSDATUM | 26. September 1898 |
| GEBURTSORT | Ludwigshafen |
| STERBEDATUM | 28. Juni 1969 |