Ludwig Wilhelm Busch

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Ludwig Wilhelm Busch, teilweise auch als Johann Christoph Busch bezeichnet, (geboren 23. Oktober 1703[1] oder im Oktober 1708[2] in Braunschweig; gestorben am 2. Oktober 1772 in Salzdahlum, Wolfenbüttel) war ein deutscher Maler und Radierer.

Leben

Busch war ein Sohn des Porträtmalers Johann Christoph Busch[3] († vor dem 8. August 1728). In der älteren Literatur wird er teilweise als Johann Christoph Busch bezeichnet oder seine Werke mit denen des Vaters verwechselt, der nachweislich vom 1710 bis 1716 für Herzog Ludwig Rudolf tätig war. Als Geburtsjahr wird überwiegend 1703 angegeben nur im Braunschweigischen Biographisches Lexikon steht abweichend „Oktober 1708“.[2] Er war zunächst ein Schüler seines Vaters, der als eher mittelmäßiger Künstler galt, und absolvierte danach eine Lehre bei dem Historienmaler Dietrich Ernst André aus Mitau, der sich zu jener Zeit in Braunschweig aufhielt.

Busch unternahm wie sein Lehrmeister Studienreisen nach Holland und England und war anschließend in Hamburg und Hannover tätig. Er soll um 1730 in Göttingen gewesen sein und sich als Händler von Gemälden und Grafiken betätigt haben. 1745 wurde er von Herzog Karl als Nachfolger von Anton Friedrich Harms zum Verwalter des Schlosses Salzdahlum und zum Inspektor und der Herzoglich Braunschweigischen Gemäldegalerie ernannt, um sich dort sowohl um die Sammlung zu kümmern, als auch um die Räumlichkeiten zu kümmern, in denen sie untergebracht wurden. So wirkte Busch unter anderem in den Jahren 1744 bis 1748 gemeinsam mit den Bildhauer Josef oder Joseph Krössel an der Umgestaltung des Schlosses mit. Er nahm auch einige seiner eigenen Werke in die Galerie auf, die jedoch später in das Braunschweiger Schloss kamen, wo sie seither als verschollen oder geraubt (Arzt mit Medizingläsern, kam 1807 nach Kassel und von dort nach Paris[4]) gelten.

Seine Malerei steht in der Tradition der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts und seine Gemälde ähnelten jenen von Gerard Dou, Jan Lievens oder Adriaen und Isaac van Ostade.[2] Er fertigte Radierungen nach Werken Rembrandt van Rijns (8 historische Szenen und 20 Köpfe) und der Kupferstecher Johann Jakob Haid schabte nach seinen Bildnissen die Porträts der Theologen Christoph August Heumann (1681–1764) und Jakob Wilhelm Feuerlein (1689–1766). Johann Ludwig Ernst Morgenstern und Wilhelm Andreas Müller (1733–1816) waren in Salzdahlum seine Schüler. In dem anlässlich der Krönung Georgs und Carolone Wilhelmines im Jahr 1727 herausgegebene Buch stammen die Vorlagen für die Illustrationen von Johann Anton de Klyher und ihm. Die daran beteiligte Kupferstecher waren Johann Benjamin Brühl, Johann Gottfried Krügner, Gabriel Uhlich (1682–1741) und Johann Georg Schmidt.[5] Seine Werke litten stark an dem schlechten Mischungsverhältnis seiner Farben, die zur Rissbildung neigten.[6]

Familie

Busch war zweimal verheiratet

  • 1. 1733 mit Ilsa Catharina Maria (geborene Huntemann, verwitwete Wenneberg),
  • 2. mit Christina Elisabeth (geborene Kusian)

Der Maler Christian Nikolaus Eberlein heiratete am 4. November 1762 Anna Henriette Lucia (23. Dezember 1728 – nach 1788), eine Tochter von Buschs Frau.[7]

Busch wurde am 6. Oktober 1772 in Salzdahlum begraben.

Werke (Auswahl)

Braunschweiger Gemäldegalerie

  • Judith mit dem Haupt des Holofernes[8]
  • Petrus vom Engel aus dem Gefängnis geführt
  • Procris und Cephalus
  • Nymphen vor einer Felsengrotte
  • Brustbild eines Mannes, der nach der linken Seite blickt (nach Jan Lievens Porträt eines jungen Mannes)

Ehemalige Sammlung Hollandt Braunschweig[9]

  • Flucht nach Aegypten (nach Rembrandt)
  • Drei Kinder in einem französischen Garten
  • Ein Alter stützt sich nachdenkend auf seinen Stock
  • Gegend in der Nähe von Braunschweig

Porträts

  • Christoph August Heumann
  • Jacob Wilhelm Feuerlein
  • Brustbild des Johann Hengel von Nürnberg

Literatur

Commons: Ludwig Wilhelm Busch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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