Gallia Lugdunensis
römische Provinz
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Gallia Lugdunensis, später nur noch Lugdunensis genannt, war eine der drei römischen Provinzen, die bei der Aufteilung Galliens durch Kaiser Augustus um 16 v. Chr. entstanden; die beiden anderen waren Gallia Belgica im Nordosten und Gallia Aquitania im Südwesten. Um 300 wurde die Provinz in mehrere Nachfolgeprovinzen aufgeteilt.


Geographie
Lugdunensis umfasste die Mitte des heutigen Frankreich von der Bretagne und der Normandie, fast den gesamten Einzugsbereich von Loire und Seine bis ins Tal der Rhone bei Lyon, das unter dem Namen Lugdunum die namengebende Hauptstadt der Provinz war.
Geschichte
Diese römische Provinz war das Ergebnis einer Teilung der Gallia Comata in drei Provinzen (Tres Galliae). Zwischen 27 und 13 v. Chr. wurde sie durch Augustus in die Provinzen Gallia Belgica, Gallia Lugdunensis und Gallia Aquitania unterteilt. Die Gallia Lugdunensis umfasste die Gebiete der Stämme von Armorica, der Veliocasses und der Caletes. Einige keltische Stämme des südlichen Loire-Gebietes kamen zur Provinz Gallia Aquitania. Um 10 oder 8 v. Chr. verlor die Provinz Gallia Lugdunensis durch die Aufnahme der Gebiete der Lingones, Sequani, Raurici und Helvetii in die Provinz Gallia Belgica ihren Zugang zum Rhein.[1] In der Folge vereinigte die Gallia Lugdunensis das restliche Reich der Haedui mit dem Gebiet der Stämme zwischen den Flüssen Liger und Sequana und der Stämme am Meer. Die provincia wurde von einem legatus Augusti pro praetore mit Sitz im Hauptort der Provinz, Lugdunum (heute Lyon), verwaltet.
Bei der Neuordnung der gallischen Reichsverwaltung unter Diokletian (Kaiser 284–305) wurde die bisherige Provinz Gallia Lugdunensis in die vier Provinzen Lugdunensis I mit dem Hauptort Lugdunum (heute Burgund), Lugdunensis II mit dem Hauptort Rotomagus (heute Normandie), Lugdunensis III mit dem Hauptort Caesarodunum (heute Bretagne, Loire) und Lugdunensis IV (Senonia) mit dem Hauptort Agendicum (heute Paris und Orléans) aufgeteilt.[2] Die provincia wurde von einem legatus Augusti pro praetore mit Sitz in Lugdunum (heute Lyon) verwaltet. Die Gallia Lugdunensis I war im 4. Jahrhundert n. Chr. angeschlossen an die dioecesis der 10 Provinzen.[3]
Die vier Provinzen Gallia Lugdunensis I-IV bildeten dann zusammen mit den bisherigen Provinzen Belgica, Germania superior, Germania inferior, Sequana (Westschweiz, Jura, später Maxima Sequanorum) und Alpes Graiae et Poeninae (Nachfolgerin der Einzelprovinzen Alpes Poeninae und Alpes Graiae) die Diözese Galliae.
Der westliche Teil von Lugdunensis bildete um 475 n. Chr. das Reich des Syagrius und ging 486 an die Franken über. Der östliche Teil von Lugdunensis wurde das Kerngebiet des Burgundenreichs, das erst ab 532 n. Chr. an die Franken fiel.
Wichtige Städte
Wesentliche Städte in der Provinz Lugdunensis waren:
- Andemantunnum (Langres)
- Augustobona (Troyes)
- Augustodunum (Autun)
- Augustodurum (Bayeux)
- Cabillonum (Chalon-sur-Saône)
- Caesarodunum (Tours)
- Cenabum Aureliani (Orléans)
- Condate (Rennes)
- Gesocribate (Brest)
- Iuliomagus (Angers)
- Lugdunum (Lyon)
- Lutetia Parisiorum (Paris)
- Portus Namnetum (Nantes)
- Rotomagus (Rouen)
- Segusiavorum (Feurs)
- Suindinum (Le Mans)