Lupeol

organische Verbindung, Naturstoff, aromatischer Alkohol From Wikipedia, the free encyclopedia

Lupeol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zu den pentacyclischen Triterpenen gehört und zur Untergruppe der Lupane. Es gehört zu den Alkoholen (siehe auch Cycloalkanole) und den Alkenen. Lupeol ist als potentiell leicht verfügbares Malaria- und Krebsmittel mit geringer Toxizität für die medizinische Forschung von Interesse.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Lupeol
Allgemeines
Name Lupeol
Andere Namen
  • (3β)-Lup-20(29)-en-3-ol
  • Fagarasterol
  • Monogynol
Summenformel C30H50O
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 208-889-9
ECHA-InfoCard 100.008.082
PubChem 259846
ChemSpider 228079
DrugBank DB12622
Wikidata Q409366
Eigenschaften
Molare Masse 426,72 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,9457 g·cm−3 (218 °C)[2]

Schmelzpunkt

215 °C[3]

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser[1]
  • löslich in warmen Ethanol[4]
Brechungsindex

1,4910 (218 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[5]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Birkenrinde

In der Kapernpflanze Crateva nurvala und der Rinde von Birken kommt der Naturstoff Lupeol vor.

Historisches

Lupeol wurde von Ernst Schulze in den Samen gelber Lupinen entdeckt und erstmals 1891 beschrieben.[6][7] Gilbert Stork veröffentlichte 1971 eine Totalsynthese von Lupeol.[8]

Biosynthese

Lupeol entsteht über die Zwischenstufe Squalen letztlich aus Acetyl-CoA. Auch die chemische Synthese ist möglich.[8] Wegen eines stereochemischen Problems ist sie aber etwas teurer.

Wirkungen

Lupeol zeigt in vitro antiprotozoische Wirkung gegen Plasmodium falciparum. Der Effekt ist noch nicht voll verstanden und wird weiter erforscht.

Entzündungshemmende Eigenschaften wurden beobachtet und sind Gegenstand weiterer Forschungen, beispielsweise wurde die Wirkung von Lupeol bei der Behandlung von Gesichtsakne in einer klinischen Studie untersucht.[9]

Auch eine Wachstumshemmung von Tumorzellen wurde beobachtet. Verschiedene Wirkungsmechanismen wurden nachgewiesen. Es wurde berichtet, dass Lupeol gegen Magen- und Lungenkrebs wirksam sei, dass es bei der Behandlung von Brustkrebs gute Ergebnisse zeige, und dass es vor alkoholbedingten Magenschädigungen schütze.[10] Es wird erforscht, in welchen Fällen sich Lupeol als adjuvantes Therapeutikum eignet.

Die antimikrobielle Wirkung von Lupeol ist messbar. Hier gilt der Stoff als Leitsubstanz zur Entwicklung besser wirksamer Derivate.

Literatur

  • M. Gallo, M. Sarachine: Biological Activities of Lupeol. In: International Journal of Biomedical and Pharmaceutical Sciences. Band 3, Special Issue 1, 2009, S. 46–66; (globalsciencebooks.info, PDF)
Commons: Lupeol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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