Lustheide
Ortsteil von Bergisch Gladbach
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Lustheide ist der Name eines Stadtteils und einer Straße in Bergisch Gladbach. Der Stadtteil Lustheide gehört unter Nr. 65 zum Statistik-Bezirk 6 der Stadt.
Lustheide Stadt Bergisch Gladbach | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 50° 57′ N, 7° 7′ O | |
| Höhe: | um 70 m ü. NN | |
| Einwohner: | 3401 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1975 | |
| Eingemeindet nach: | Bergisch Gladbach | |
| Postleitzahl: | 51427 | |
| Vorwahl: | 02204 | |
Lage von Lustheide in Bergisch Gladbach | ||

Geographie
Der Stadtteil Lustheide liegt im Südwesten der Stadt Bergisch Gladbach, an der Stadtgrenze zu Köln. Er grenzt an die Stadtteile Refrath und Frankenforst-
| Köln | Refrath | |
| Köln | Frankenforst | |
| Köln | Köln |
Lustheide wird im Norden von der Kölner Stadtbahnlinie 1, im Osten von der Vürfelser Kaule und im Süden und Westen von der A 4 umgrenzt.
Die heute geschlossen bebauten Flächen des Stadtteils Lustheide wurden noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts von ausgedehnten Acker und Feldfluren bestimmt, während sich die Siedlung Lustheide vornehmlich aus Einzelhöfen zusammensetzte, die in aufgelockerter Form beiderseits der „Landstraße von Cöln nach Bensberg/Aggerstraße“ (heute Lustheide, Frankenforster Straße) lagen.[2]
Bevölkerung
Lustheide hatte 2024 insgesamt 3.395 Einwohner.[3]
Geschichte
Gründung
Der Name nimmt auf die hochmittelalterliche Hofstelle Lustheide Bezug. Die ursprüngliche Hofstelle, das Gut auf der Lauffsheiden, wurde vermutlich unter dem Grafen Dietrich von Meer (1078–1107) bzw. dessen Nachfolger Gottfried von Meer (1107–1124) als so genanntes Köttergut angelegt.[2]
18. Jahrhundert
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Hof kategorisiert wurde und mit Luusheid bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Lausheyd.[4] Lustheide war in der Zeit Teil der Honschaft Gronau im Kirchspiel Gladbach.[5]
19. Jahrhundert
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Lustheide wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Lustheide verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Lustheide oder ohne Namen verzeichnet.
Bergbau

Seit 1850 waren in der Umgebung von Lustheide mehrere Erzgrubenfelder verliehen, die man 1887 zu der Grube Consolidierte Catharina II zusammenführte. Es handelte sich für damalige Verhältnisse um eine bedeutende Eisenerzgrube, deren Zentrum sich an der Einmündung des Neufeldwegs auf den Rather Weg befand. Die Anlage wurde 1919 wegen mangelnder Rentabilität geschlossen.
Dynamitfabrik Lustheide
1882 wurde die südlich der Grube Catharina gelegene Flehbachmühle an die Hamburger Sprengstoff-Gesellschaft Kosmos verkauft, die dort 1888 die Dynamitfabrik zu Lustheide zur Produktion von Dynamit und Sprenggelatine eröffnete und später die im Ortsteil Schlangenhöfchen gelegene Zündkapselfabrik von Heinrich Voit übernahm.[13][14] Das Unternehmen schloss seinen Betrieb im Jahr 1925.[15][16][17]
20. Jahrhundert

Am 24. Juni 1933 wurde auf dem Gelände der 1925 stillgelegten Dynamitfabrik die „SA-Führerschule Claus Clemens“ eröffnet, unter anderem in Anwesenheit der berüchtigten NSDAP-Funktionäre Grohé und von Jagow.[18] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände industriell bzw. gewerblich genutzt. Heute befindet sich hier das Bethanien Kinderdorf Bergisch Gladbach.[19]
Stadtteil von Bergisch Gladbach seit 1975
Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Lustheide Teil von Bergisch Gladbach. Lustheide war Teil der Pfarrgemeinde Bensberg bis zur Abpfarrung von Refrath im Jahr 1846.
Infrastruktur
Lustheide hat einen Anschluss an die Autobahn 4. Mit der Kölner Stadtbahnlinie 1 ist Lustheide auch von und zu den Bergisch Gladbacher Stadtteilen Bensberg, Frankenforst und Refrath schnell und in kurzen Abständen zu erreichen.
Kulturelle Einrichtungen
Nach den Abgrenzungen der heutigen Stadtteile liegt die 1963 geweihte Katholische Pfarrkirche „St. Elisabeth“ an der Straße In der Auen zwar im Bereich von Refrath, dient aber letztlich auch der Versorgung der Bewohner von Lustheide. Das Ensemble mit angeschlossenem Pfarrhaus und Jugendheim entwarf Bernhard Rotterdam. Westlich schließt sich die „Katholische Grundschule In der Auen“ an. Zugehörig ist ferner eine Integrative Kindertagesstätte. Die Pfarre wurde im Jahr 2008 mit den Gemeinden St. Johann Baptist in Refrath und St. Maria Königin in Frankenforst zu der neuen Gemeinde St. Johann Baptist zusammengelegt.
Ortsteile
Siehe auch
Literatur
- Gerd Müller: Refrath, Geschichte der Stadtteile Bensberg-Refrath und -Frankenforst, herausgegeben von Peter Bürling in Zusammenarbeit mit der Stadt Bensberg, 1974
- Helmut Höher, Hans Peter Müller: Die Güter auf der Lustheide von der Vürfelser Kaule abwärts:. In: Refrath gestern und heute. Große Güter und keine Höfe, Band 3/II Hrsg. Bürger– u. Heimatverein Refrath, Bergisch Gladbach 2015, o. ISBN, S. 206–233.
