Lutz Wille
deutscher Kinderarzt, Hochschullehrer und Heimatforscher
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Lutz Wille (* 1939 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Kinderarzt, Hochschullehrer und Heimatforscher, der sich als solcher vor allem mit Geschichte und Brauchtum des Harzes befasst.
Leben
Wille wurde 1939 als Sohn des Studienrates und Volkskundlers Louis Wille (1898–1982) geboren. Er wuchs in Halberstadt auf, wo er auch das Abitur ablegte. Nach einem Studium der Medizin in Berlin, Heidelberg und Erlangen wurde er 1964 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über das Thema Zur Frage des Einflusses von Prednison auf die Hyperbilirubinämie der Frühgeborenen und Neugeborenen ohne hämolytische Erkrankung zum Dr. med. promoviert. Mit einer Arbeit über Untersuchungen zur parenteralen Ernährung Frühgeborener in der ersten Lebenswoche habilitierte er sich an der Universitäts-Kinderklinik in Heidelberg 1976. Bis 2004 war er dort als Professor für Pädiatrie tätig, wobei seine Arbeitsschwerpunkte in den Subspezialitäten Neonatologie, Intensivmedizin und Pneumologie lagen.[1] Er ist u. a. Autor von Fachbüchern zur Neugeborenen-Intensivpflege und zur Radiologie des Neugeborenen-Thorax.
Nach der Wende widmete Wille sich ab 1990 verstärkt der Geschichte und Volkskunde des Harzes, zu der schon sein Vater geforscht und publiziert hatte. So befasste er sich intensiv mit der Orgelbauwerkstatt von Adolf Reubke und Ernst Röver in Hausneindorf und förderte dort die Einrichtung eines Orgelbauer-Museums. Es entstanden zahlreiche Publikationen (Zeitschriftenartikel, Bücher, Ton- und Videoproduktion) zu Themen der Harzer Volkskultur. Wille organisierte heimatkundliche Ausstellungen und Veranstaltungen und übte eine rege Vortrags- und Rundfunktätigkeit aus. Er ist wesentlicher Initiator für die positiv beschiedenen Anträge zur Aufnahme der Finkenmanöver im Harz (2014) und der Harzer Waldzither (2025) als Immaterielles Kulturerbe in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.[1][2] Teile der Buchsammlung und Manuskripte von Louis und Lutz Wille überließ er der Harzbücherei in Wernigerode als Vorlass.[1][3]
Er lebt in Schriesheim.
Ehrungen
- Bundesverdienstkreuz am Bande (2019)
Weblinks
- Literatur von und über Lutz Wille im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek