Peterswald-Löffelscheid
Gemeinde in Deutschland
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Peterswald-Löffelscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 0′ N, 7° 17′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Cochem-Zell | |
| Verbandsgemeinde: | Zell (Mosel) | |
| Höhe: | 450 m ü. NHN | |
| Fläche: | 15,33 km² | |
| Einwohner: | 736 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 48 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56858 | |
| Vorwahl: | 06545 | |
| Kfz-Kennzeichen: | COC, ZEL | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 35 071 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schloßstraße 69 56856 Zell (Mosel) | |
| Website: | www.zell-mosel.de | |
| Ortsbürgermeisterin: | Claudia Jakobs | |
| Lage der Gemeinde Peterswald-Löffelscheid im Landkreis Cochem-Zell | ||


Geographie
Die beiden Orte Peterswald und Löffelscheid liegen ca. 8 km ostsüdöstlich von Zell an der Mosel im Hunsrück. Zum Ortsteil Löffelscheid gehört auch der Wohnplatz Brühlhof.[2]
Sprachdialekt
In Peterswald wird Hunsrückisch gesprochen.
Geschichte
Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1233 als Silva s. Petri. Später auch Petrusdorf genannt. Beide zählten zum „Dreiherrischen Territorium“. Wie im Beltheimer Gericht teilten sich Kurtrier, Sponheim und Braunshorn (später Winneburg und Metternich) die Landesherrschaft. 1790 wurde die Herrschaft Peterswald mit den Dörfern Peterswald und Löffelscheid dem Grafen von Metternich zugeteilt. Ab 1794 standen die Orte unter französischer Herrschaft. 1815 wurden sie auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 sind sie Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. November 1970 erfolgte der Zusammenschluss der beiden Gemeinden zu Peterswald-Löffelscheid.[3]
- Statistik zur Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf die heutige Gemeinde Peterswald-Löffelscheid; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]
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Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Peterswald-Löffelscheid besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[5]
Bürgermeister
Claudia Jakobs wurde am 15. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Peterswald-Löffelscheid.[6] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 82,1 % für fünf Jahre gewählt worden.[7]
Der Vorgänger von Claudia Jakobs war Kurt Mähser. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 69,43 % in seinem Amt bestätigt.[8][9]
Kirche in Löffelscheid


Die festliche Einweihung der neuen Filialkirche in Löffelscheid „Maria Heimsuchung“ fand am 5. Juli 1964 statt. Patronin ist die Mutter Gottes („Maria Heimsuchung“), zweiter Patron ist der Heilige Nikolaus. Die Kirche ist ein Rundbau (zwei Kegel wurden ineinandergeschoben). Der Architekt war Bruno Schönhagen, Koblenz. Die hochragende Wand versinnbildlicht mit dem alten Altarbild (Heilige Dreifaltigkeit), die Mutter Gottes, die Heiligen und Christus im Tabernakel. Der kleinere Kegel „trägt“ das Heil – die Eucharistie – den Altar – die Beichtkapelle. Die Kirchendecke umschließt einen wie der schützende Mantel der Muttergottes. Die Kirchenbänke schließen sich halbkreisförmig um den Altar. Der Altar ist ein einfacher Tisch aus rotem Sandstein. Der Glockenturm ist nicht direkt an der Kirche angebaut und hat eine Höhe von 28 Metern.
Kirche in Peterswald
Die heutige Kirche von Peterswald wurde in den Jahren 1765 bis 1766 erbaut. Die mitten im Ort gelegene Kirche ist ein Saalbau, das heißt ein einschiffiges Gebäude, mit abgesetztem Chor. Der ehemalige Westgiebel erhielt 1923 durch einen Turmbau die heutige Front. Besonderheiten des Glockenturms sind die Schallöffnungen zu allen Seiten, eine geschweifte Spitze mit Turmkugel und das übliche Kreuz mit Wetterhahn. In dem Turm hängen vier Glocken. Drei davon wurden 1923 vom Bochumer Verein aus einer Mischung aus Kupfer und Blei gegossen. Die wertvollste Glocke ist die kleinste aus dem Jahr 1463; sie ist aus Bronze.
Die Kirchenpatrone sind Peter und Paul.
Der Hochaltar ist einer der ehemaligen barocken Seitenaltäre der Kapuzinerkirche in Cochem, er wurde um 1965 im Zusammenhang mit dem Verkauf der Klosteranlage an die Stadt Cochem von Peterswald übernommen.[10] Im rundbogigen Hauptteil zwischen zwei Säulen ist in einem Gemälde der heilige Antonius mit dem Jesuskind und Engeln dargestellt. Das Bild im Altarauszug zeigt den heiligen Bischof Bonaventura, der von Papst Sixtus V. zum Kirchenlehrer erklärt wurde. Unter dem großen Gemälde in der Predella befindet sich zwischen zwei kleinen Engelsfiguren der Tabernakel und darauf der Pelikan als Symbol für Christus, der sich für die Menschen hingab wie der Pelikan für seine Jungen, die er nach einer alten Legende mit dem eigenen Blut nährt.[11]
Der in der Zeit um 1400 geschaffene Zelebrations- oder Volksaltar soll im „Bildchen“ gestanden haben, einer kleinen Marienkapelle im Wald etwa 4 km südwestlich von Peterswald, und von dort in die Kirche übernommen worden sein. Er ist mit einem Relief gestaltet, das in der Mitte unter einem Rundbogen Jesus am Kreuz sowie Maria und den Lieblingsjünger Johannes zeigt. Die übrigen Figuren unter den Spitzbogen des Gesamtwerks sind kaum bestimmten Heiligen zuzuordnen, vermutet werden unter anderem die heilige Barbara und die heilige Helena von Skövde.[11] Helena von Skövde ist eine schwedische Heilige, die im 12. Jahrhundert lebte und sich nach dem Tod ihres Mannes der Nächstenliebe und der Frömmigkeit gewidmet haben soll. Außerdem habe sie auf ihre Kosten den größten Teil der Kirche in Sköfde im südlichen Mittelschweden bauen lassen.[12]
Die beiden Waldmalereien im Chor links und rechts vom Altar von St. Peter und Paul in Peterswald entstanden Anfang der 1920er-Jahre. Das linke Bild zeigt die Szene, wie Petrus leugnet, Jesus zu kennen, der gerade der Gotteslästerung beschuldigt worden war. Als er zum dritten Mal leugnete, wurde Jesus an ihm vorbeigeführt und er schaute ihn an. Dann erinnerte sich Petrus, dass er zu ihm gesagt hatte: „Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (Lk 22,60–61 EU) Das rechte Gemälde zeigt Jesus mit fünf Jüngern beim letzten Abendmahl.[13]
Das Taufbecken im Altarraum, das ursprünglich in der Filialkirche Mariä Heimsuchung in Löffelscheid stand, ist aus Holz. Der alte Taufstein steht im Turm.[11]
Die zwölf Bleiglasfenster der Kirche entstanden zu unterschiedlicher Zeit, die ältesten um 1900. Wer sie malte und wo sie angefertigt wurden, ist nicht mehr bekannt. Im Wesentlichen zeigen sie Ornamente, im Chor links jedoch ein Bild des Erzengels Michael im Kampf mit dem Drachen und rechts die heilige Margareta von Antiochien. In einem runden Fenster links unter der Orgelempore ist die alttestamentliche Szene des brennenden Dornbuchs dargestellt, in dem Gottvater erscheint und zu Mose sagt: „Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Mose gehorcht, wie es das Bild im Fenster zeigt, bevor ihm Gott den Auftrag erteilt, sein Volk in ein schönes, weites Land zu führen (Ex 3,1–10 EU). Das gegenüberliegende Rundfenster ist ein Werk des 1957 verstorbenen Malers Alois Stettner. Zu sehen ist halb schwebend in leuchtendem Gelb vor blauem Hintergrund der Erzengel Gabriel, der Maria die Botschaft bringt, dass sie einen Sohn gebären werde, den sie Jesus nennen soll. Rechts im Bild ist der Heilige Geist in Gestalt der Taube dargestellt, die Maria mit dem Schnabel an der Schulter berührt. Ein weiteres Fenster von Alois Stettner befindet sich rechts im Turmeingang: Es ist ein im Wasser mit Fischen stehender erwachsener Täufling, über ihm der Heilige Geist. Die dominierende Farbe im Hintergrund ist Rot. Das Fenster links in der Kapelle im Untergeschoss des Turms enthält eine Darstellung der Geburt Christi. Sie entstand um 1980; der Maler oder die Malerin ist unbekannt.[14]
Am 9. Oktober 2025 brach im Dachstuhl des Turms von St. Peter und Paul Feuer aus, das schwere Schäden verursachte; verletzt wurde niemand.[15] Einsturzgefährdete Teile des Turmhelms wurden direkt nach dem Feuer abgetragen und die Innenausstattung der Kirche, die überwiegend aus der Erbauungszeit in den Jahren 1765/1766 stammt, in Sicherheit gebracht. Die Sorge, die Empore mit der Orgel sei durch eingedrungenes Löschwasser einsturzgefährdet, bestätigte sich nicht. Die tragende Konstruktion der Empore sei sicher, abgängig sei allerdings der Lehmputz, vor allem unter der Spalierlattendecke.[16]
Verkehr
Peterswald-Löffelscheid ist durch die Buslinie 761 des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel mit Blankenrath verbunden, außerdem bedienen die Linien 321 und 669 des VRM den Ort.
Nur 5 km südwestlich von Peterswald-Löffelscheid liegt Hahn. Der Ortsteil Löffelscheid liegt im Schallschutzbereich des Flughafens Frankfurt-Hahn, ist mithin einer gewissen Lärmbelastung ausgesetzt.
Siehe auch
Weblinks
- Literatur über Peterswald-Löffelscheid in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
