M118
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Die M118 war eine schwere Freifallbombe, die in den 1950er-Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde.
| M118 | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | M118, T55 |
| Typ: | Sprengbombe |
| Herkunftsland: | |
| Hersteller: | AAC & BuWeps |
| Entwicklung: | 1950er-Jahre |
| Indienststellung: | 1950er-Jahre |
| Einsatzzeit: | 1950er–1970er-Jahre |
| Stückpreis: | ~2.000 USD[1] |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 1.383 kg |
| Länge: | 3,30 m |
| Durchmesser: | 613 mm |
| Spannweite: | 0,85 m |
| Ausstattung | |
| Gefechtskopf: | 896 kg Tritonal |
| Zünder: | Aufschlagzünder, Verzögerungszünder |
| Waffenplattformen: | Bomber & Kampfflugzeuge |
| Liste von Bomben nach Herkunftsnation | |
Entwicklung
Nach dem Zweiten Weltkrieg schritt die Entwicklung von Strahlflugzeugen in den USA schnell voran. Für die sich in Entwicklung befindenden strahlgetriebenen Bomber und Kampfflugzeuge wurden neue Fliegerbomben mit großer Sprengkraft benötigt, woraufhin die Einwicklung der M117 und M118 angestoßen wurde. Die Bomben wurde gemeinsam vom Air Armament Center (AAC) auf der Eglin Air Force Base und dem Bureau of Naval Weapons (BuWeps) entwickelt. Anfang der 1950er-Jahre wurden die ersten M118 an die United States Air Force (USAF), das Strategic Air Command (SAC) sowie die United States Navy (USN) ausgeliefert.[2][3]
Technik

Das Nominalgewicht der M118-Bombe betrug 3000 Pfund (1360 kg). Tatsächlich betrug das Gewicht mit Zünder rund 1383 kg. Die M118-Bombe hatte einen stromlinienförmigen Körper mit einer kurzen, ogiven Spitze. Der Bombenkörper bestand aus Stahl, hatte einen Durchmesser von 613 mm und eine Länge von 2,29 m (ohne Heckteil). Der Bombenkörper war dünnwandig, mit einer geringen Wandstärke ausgeführt und war mit 896 kg Tritonal befüllt. Dies entsprach etwa 65 % ihres Gesamtgewichts. An dem Bombenkörper war das langgezogene M132-Heckteil aus geschweißten Blechen mit vier trapezförmigen Stabilisierungsflächen (Heckflossen) angeschraubt. Das Heckteil hatte eine Länge von 1,01 m und wog 73,5 kg. Weiter wurde für die M118 auch ein Heckteil mit einem Ballonschirm entwickelt, der sich nach dem Bombenabwurf entfaltete. Ob dieses Heckteil in Serie hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Für die Zünder waren an der Bombenspitze und am Heck jeweils eine Vertiefung mit einem Gewinde angebracht. Die Bombe war in erster Linie für die Verwendung mit elektromechanischen Zündern ausgelegt. Die spätere Ausführung M118E1 konnten auch mit mechanischen Zündern ausgerüstet werden. In der Bombenspitze wurden primär die elektromechanischen Aufschlagzünder M504 und M990 (T905) verwendet. Später kamen auch die mechanischen Zünder AN-M103, AN-M139, AN-Ml 40, AN-M166, AN-M166, M188, M163, M164, M165 sowie M187 zur Anwendung. Im Heck war der elektromechanische Zünder M990 (T905) oder die mechanischen Verzögerungs- und Zeitzünder M192 (T761), M191, M905 und M906 eingesetzt. Weiter konnte an der Bombenspitze das knapp 1 m lange M1A1-Verlängerungsrohr an den Aufschlagzünder montiert werden. Mit diesem als Daisy Cutter bezeichneten Zünder explodierten die Bomben dicht über dem Boden und hatten so eine optimale Flächenwirkung. Für die Verwendung mit den mechanischen Zündern, konnten unter den Zündern in einer Vertiefung die Verstärkerladungen M148 (T45E7), M149 (T46E5) oder M147 (M147) geladen werden. Der M118-Bombenkörper hatte zuerst einen schwarzen oder grauen und später einen olivgrünen Anstrich. Zwei gelbe Streifen an der Bombenspitze oder am Heck kennzeichneten die Befüllung mit Tritonal. Bei den M118-Bomben der ersten Serie befand sich am Bombenkörper eine Aufhängeöse mit einem Gewindering sowie einem Gegenstück für die Montage an die Außenlaststationen. Bei den M118E1-Bomben der zweiten Serie waren 762 mm-Bombenschlösser (30 inch) angebracht.[4][5][6]
Die M118-Bombe wurde auch als Gefechtskopf für die Präzisionsbomben GBU-9 HOBOS und GBU-11 Paveway I verwendet.[7][8]
Varianten
- M118: 1. Serienversion mit M132-Heckteil und für die Verwendung mit elektromechanischen Zündern.
- M118E1: 2. Serienversion mit M132E1-Heckteil. Mit 762 mm-Bombenschloss (30 inch) und für die Verwendung mit mechanischen Zündern.
Einsatz und Wirkung
Die M118-Bombe konnte von einer Vielzahl von Kampfflugzeuge und Bombern abgeworfen werden. Aufgrund ihrer Größe und dem Gewicht konnten Kampfflugzeuge nur eine geringe Anzahl der Bomben mitführen. Der Aufbau der M118 war auf eine große Sprengwirkung sowie auf das Erzeugen einer starken Detonationswelle ausgelegt. Im englischen Sprachgebrauch werden solche Bomben als „Demolition Bomb“ und „High-Capacity Bomb“ bezeichnet. Die M118 wurde ausnahmslos mit Aufschlagzündern eingesetzt. Der Explosionskrater (Bombentrichter) war daher relativ flach ausgebildet oder fehlte gänzlich und auch die Splitterwirkung der Bombe war verhältnismäßig gering. Für das Eindringen in den Erdboden oder gar Betonbauten war die dünnwandige M118 wenig geeignet. Die M118 konnte aus einer Flughöhe von maximal 18.288 m sowie mit einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 1.111 km/h abgeworfen werden. Der Sicherheitsabstand zu einer explodierenden M118-Bombe betrug für ungeschützte Truppen 1174 m.[4][9]
Der erste Kriegseinsatz der M118 erfolgte während des Vietnamkriegs. Dort wurde sie auch bei der Operation „Combat Trap“ und später bei der Operation „Commando Vault“ getestet. Im Rahmen dieser Operation wollte man mit schweren Fliegerbomben im Urwald Lichtungen für Hubschrauberlandeplätze und Artilleriestellungen freisprengen. Die Explosionswirkung der M118 wurde aber als zu gering eingeschätzt und dieser Bombentyp wurde bei diesen Operationen nicht weiterverwendet.[3][10]
Verbreitung und Status
Die M118 wurde nur innerhalb der Streitkräfte der Vereinigten Staaten verwendet und nicht exportiert. Ab den 1960er-Jahren wurde das Bombenmodell durch die Mehrzweckbomben der Mk-80-Serie, insbesondere durch die Mark 84 ersetzt. Die M118-Bomben verblieben noch bis in die 1970er-Jahre im Arsenal der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und wurden dann ausgesondert.
Trägerflugzeuge
Weblinks
- M118 Aircraft Bomb bei cat-uxo.com (englisch)
- M118 General Purpose Bomb Air Force Armament Museum (englisch)
- 1967 Photo Gallery China Lake (englisch)