M13/40
von Italien im Zweiten Weltkrieg produzierter Kampfpanzer
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Panzer M13/40 (auch Carro Armato M13/40) von Ansaldo war der erste mittlere Standardkampfpanzer des italienischen Heeres im Zweiten Weltkrieg. Er wurde in beiden Jahren nach der Einführung mit nur geringen äußerlichen Veränderungen zu den Modellen M14/41 und M15/42 weiterentwickelt.
| M13/40 | |
|---|---|
M13/40 im Tank Museum im britischen Bovington | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 4 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze, Ladeschütze) |
| Länge | 4,90 m |
| Breite | 2,21 m |
| Höhe | 2,39 m |
| Masse | 13,8 t |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6 (Wannenboden) – 42 (Turmfront) mm |
| Hauptbewaffnung | 47-mm-L/32-Kanone |
| Sekundärbewaffnung | 3 Breda-MG Modell 38, Kaliber 8 mm |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | V8-Diesel Fiat-SPA 8 TM40 92 kW (125 PS) |
| Geschwindigkeit | 31 km/h (Straße) |
| Leistung/Gewicht | 6,7 kW/t (9,1 PS/t) |
| Reichweite | 200 km |
Kurzbeschreibung
Der ab 1940 ausgelieferte M13/40 war zusammen mit dem leicht verbesserten M14/41 der einzige in nennenswerten Zahlen von Italien im Zweiten Weltkrieg produzierte Kampfpanzer. Insgesamt wurden etwa 1500 Stück beider Typen gefertigt. Der M13/40 erreichte mit einem Motor von 125 PS bei einer Reichweite von 200 km eine Höchstgeschwindigkeit von 31 km/h. Die maximale Panzerung des Turms wie der Bugfront betrug 40 mm, das Gesamtgewicht knapp 14 Tonnen. Die Bewaffnung bestand aus einer 47-mm-L/32-Kanone und drei Breda-MG des Kalibers 8 mm. Vier Mann bildeten die Besatzung.
Im Bereich der Bewaffnung waren der Vorgänger M11/39 mit seiner (kaum schwenkbaren) 37-mm-Bordkanone und besonders auch der M13/40 mit der 47-mm-Bordkanone zunächst noch auf der Höhe der Zeit. Im Sommer 1940 war kein alliierter Kampfpanzer mit einer Bordkanone eines Kalibers von über 47 mm ausgerüstet (die französischen Char-B1-Panzer entfielen nach dem Frankreich-Feldzug; vgl. auch deutscher Panzerkampfwagen III). Der M13/40 war jedoch von Anfang an unzureichend gepanzert und motorisiert. Im Einsatz versuchte man manchmal, die schwache Panzerung durch das Anbringen von Sandsäcken zu verbessern.

Den von den Alliierten ab 1942 eingesetzten Panzern der Typen M3 Lee/Grant und M4 Sherman hatte der M13/40 und auch seine verbesserten Varianten nichts mehr entgegenzusetzen. Dennoch kämpften die italienischen Panzerdivisionen „132. Ariete“ und „133. Littorio“ bei El Alamein, sowie die 131. Panzerdivision „Centauro“ in Tunesien mit diesen Panzern bis zuletzt.
Nach dem italienischen Waffenstillstand wurden die Fahrzeuge noch spärlich unter deutscher Regie weitergebaut, 1944 galten sie jedoch als veraltet (im Grunde waren sie das schon bei der Einführung) und wurden in der Produktion durch den M15/42 ersetzt. Im September 1943 wurden außerdem einige Fahrzeuge von der Wehrmacht erbeutet. Diese Fahrzeuge wurden in zwei SS-Sturmgeschütz-Abteilungen und der „Panzerabteilung Adria“ zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Dabei erhielten die Fahrzeuge in der Loseblattsammlung Kennblätter fremden Geräts unterschiedliche Bezeichnungen.
- Panzerkampfwagen M/13-40 (i)
- Panzerkampfwagen M/14-41 (i)
- Panzerbefehlswagen M 41 (i) war die Funkpanzerversion ohne Turm.
Produktion
Der M13/40 wurde in drei Serien gebaut. Innerhalb derer es allerdings auch leichte konstruktive Anpassungen gab.
- 1. Serie In der ersten Serie wurden 100 Fahrzeuge zwischen Juni 1940 und Herbst 1940 gebaut. Sie sind an einem durchgehenden Kettenschutzblech ohne äußere seitliche Aufkantung zur Verstärkung erkennbar. Auch wurde in der ersten Serie in der Mitte des Turmdach noch keine Aussparung in der Panzerplatte mit einer aufgesetzten Haube für einen größeren Höhenrichtbereich montiert. Eine Unterscheidung auf der hinteren Fahrzeugseite sind die rechteckige, unbelüftete Kühlerabdeckung, die zwei Ersatzlaufrollen hinten und die Kettenspannklammer in der Mitte des hinteren Aufbaus.
- 2. Serie In der zweiten Serie wurden die Kettenschutzbleche auf den vorderen Bereich des Fahrzeugs reduziert und in der Aufstieghilfe ein Blech eingeschweißt. Im Turmdach wird eine rechteckige Aussparung vorgenommen um den Höhenrichtbereich von −12° auf −15° zu erhöhen, was insbesondere in Straßen durch gebirgiges Gelande vorteilhaft war. Der Wagenheber wurde anstelle der zweiten Ersatz-Laufrolle auf der hinteren Panzerung untergebracht. Von der zweiten Serie wurden 200 Fahrzeuge zwischen Spätherbst 1940 und Frühjahr 1941 gebaut.
- 3. Serie Die dritte Serie brachte eine neue Motorisierung für die auch die Belüftung verbessert wurde. Die Panzerabdeckung des Kühler am Fahrzeugheck wurde breiter und die innenliegenden Kontrollöffnungen in den Kettenschutzblechen erhielten rhomboidförmige Abdeckplatten. Von der dritten Serie wurden 410 Fahrzeuge zwischen dem Frühjahr 1941 und Herbst 1941 gebaut.
M14/41
Die Erkenntnisse der ersten Einsätze des M13/40, insbesondere auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz, zeigten schnell, dass die Motorisierung und Panzerung unzureichend war. Da man jedoch nicht die Zeit hatte einen völlig neuen Panzer zu entwickeln und die Hauptwaffe auch 1941 noch als leistungsfähig galt. Wurde mit kleinen Änderungen am Äußeren des Fahrzeugs und einer neuen Motorisierung die Fertigung auf den etwa eine Tonne schwereren M14/41 umgestellt.
Zwischen dem Frühjahr 1941 und dem Herbst 1942 wurden insgesamt 695 Fahrzeuge mit dieser Bezeichnung gebaut. Die M14/41 kamen überwiegend in Nordafrika zum Einsatz.
Varianten

Die italienischen Streitkräfte nutzten im relevanten Umfang diese mittleren Panzerfahrgestelle für die Fertigung von besser gepanzerten und stärker bewaffneten Panzern mit größerer Bewaffnung und Kastenlafetten. Diese Fahrzeuge konnten als Gegenstück zum deutschen Sturmgeschütz gesehen werden und verliehen den italienischen, gepanzerten Verbänden eine deutlich verbesserte Feuerkraft, gegen ungepanzerte und auch gegen gepanzerte Ziele.
- Carro Armato M13/40 Centro Radio
- Carro Armato M13/40 Carro Osservatorio
- Carro Armato M13/40 Carro Ricambi
- Semovente M40 da 75/18 mit 75-mm-Kanone auf M13-Chassis
- Carro Armato Comando Semoventi M40 (Befehlspanzer für Semoventi)
Museale Rezeption
In Museen und Sammlungen sind nur wenige Fahrzeuge erhalten geblieben. Es ist nicht bekannt, dass eines der Fahrzeuge fahrbereit wäre.
M13/40
Ein Fahrzeug, welches lange auf dem Aberdeen Proving Ground im Freien gestanden hat und mit der weißen Lackierung und starker Verrostung häufig fotographiert wurde, wurde am im März 2022 in die Sammlung der US Army Armor & Cavalry Collection in Columbus im Bundesstaat Georgia überführt und dort teilweise restauriert. Es handelt sich um ein Fahrzeug der III. Serie.
Ein weiteres Fahrzeug der III. Serie befindet sich im Canadian War Museum in Ontario. Es ist verhältnismäßig gut erhalten, da es immer in Hallen präsentiert wurde. Die bekannten Fotographien zeigen das Fahrzeug durchgängig in einer nicht authentischen grünen Lackierung, die vermutlich von den kanadischen Streitkräften in der Nachkriegszeit aufgebracht wurde.
Eine Oberwanne eine M13/40 einer unbekannten Ausführung ist auf der italienischen Kriegsgräberstätte in El Alamein zu finden. Das Fahrzeug hatte die Registrierungsnummer 3700.
M14/41
Im ägyptischen Kriegsmuseum von El Alamein ist ein M14/41 mit Kampfspuren in einer neueren sandfarbenen Lackierung zu sehen.
In Rom im Museo Storico dei Carristi, ist ein M14/41 auf der Außenfläche ausgestellt, dem allerdings die Witterung zusetzt. Ob die Registrierungsnummer 3700 authentisch ist, ist nicht bekannt. Es wäre dann aber eine Neuvergabe der Kennzeichnung für das in El Alamein zerstörte Fahrzeug der Baureihe M13/40 gewesen.
Seit 1951 verfügt die Sammlung des Tank Museum Bovington über einen M14/41. Das Fahrzeug wurde aufgrund bekannter Dokumente wohl in Nordafrika erbeutet und für eine Prüfung an die School of Tank Technology in Certsey gebracht, dies dem Tank Museum nach dem Krieg überließ.
In der im Sacrario Militare dei Caduti d’oltremare, einer Gedenkstätte für italienische im Ausland Gefallene, in Bari in Italien, soll ein weiteres Fahrzeug der Baureihe M14/41 zu sehen sein.
Exkurs: Nomenklatur italienischer Panzer
Die Bezeichnungen der italienischen Panzer richteten sich nach ihrem Gewicht und nach dem Jahr ihrer ersten Produktion oder Auslieferung. Die Buchstaben L, M und P stehen für leggero (leicht), medio (mittel) und pesante (schwer). Die Zahlen nach dem Buchstaben geben das Gewicht in Tonnen und dann das Jahr des Entwicklungsbeginns, der ersten Produktion oder Auslieferung an.
Siehe auch
Literatur
- Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des zweiten Weltkriegs: eine Enzyklopädie. über 1500 Waffensysteme: Handfeuerwaffen, Flugzeuge, Artillerie, Kriegsschiffe, U-Boote. Dt. Erstausg. Auflage. Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9 (Originaltitel: The Encyclopedia of weapons of World War II: the comprehensive guide to over 1,500 weapons systems, including tanks, small arms, warplanes, artillery, ships, and submarines. 1998. Übersetzt von Neumann & Nürnberger).
- Christopher F. Foss: Die Panzer des Zweiten Weltkrieges, Das Nachschlagewerk. Podzun-Pallas Verlag, Friedberg, Hessen 1988, DNB 890399697, S. 148–151.
Weblinks
- WW1 Vehicles M13/40, M14/41 (englisch)
- M13/40 (englisch)
- Cdo. Supremo M13/40 (englisch)
- Battlefront: Italienische Panzer in deutschen Diensten
