Ma Bu

häufig genutzter Stand in den Kampfkünsten From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ma Bu, auch Mabu[Anm. 1][Anm. 2] (chinesisch 馬步 / 马步, englisch Horse stance  „Pferdeschritt, Pferdestellung; sinngemäß: Reiterstand“)[6] ist im Japanischen als Kiba Dachi[Anm. 3] und im Koreanischen als Juchum seogi[Anm. 4] bekannt. In der vietnamesischen Kampfkunst wird es als Trung bin tan und in Indien als Kuda Kuda genannt. Es ist ein häufig genutzter Stand oder Grundstellung – auch Hauptposition genannt – in den verschiedenen Kampfkünsten. Entgegen der üblichen Auffassung, bestand der Sinn der Ma Bu ursprünglich nicht darin, die Beinmuskulatur zu stärken. Der eigentliche Gedanke bei dem Stand war es, sich hinter dem Gegner zu positionieren und diesen dann über die eigenen Beine zu Boden zu schieben.

Schnelle Fakten 馬步, Chinesische Bezeichnung ...
Ma Bu – 馬步
Ma Bu-Position – 馬步 / 马步
– „Reiterstand“ – in Wushu
Chinesische Bezeichnung
Langzeichen 馬步  * [1][2]
Kurzzeichen 马步
Pinyin mǎbù
Wade-Giles mapu
Jyutping maa5bou6
Japanische Bezeichnung
Kanji 騎馬立ち  **[3]
Kana きばだち
Hepburn Kiba Dachi
Koreanische Bezeichnung
Hangeul 주춤서기  ** [4]
Hanja 騎馬姿勢  ** [4]
R.R. Juchum seogi
M.R. Chuch'um sŏgi
Alternative Bezeichnung
Hangeul 앉는서기  *** [5]
R.R. Anneun seogi
M.R. Annŭn sŏgi
Anmerkung:
* 
wörtlich: „Pferdestand“, „Pferdestellung“
** 
wörtlich: „Reiterstand“, „Reitstellung“
*** 
wörtlich: „Sitzende Stellung“
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Stellung

Die allgemeine Ma Bu-Stellung in der chinesischen Kampfkunst (Wushu, Kung Fu) nennt man fachlich auch Sipengma四平馬. Um sich in den Ma Bu-Stand zu stellen, stellt man sich zuerst gerade hin, die Füße direkt aneinander. Dann verlagert man sein Gewicht auf die Fersen und die Zehen werden in einem Winkel von 45° nach außen gedreht. Man verlagert nun sein Gewicht auf die Fußballen und dreht die Fersen um 45° nach außen. Man wiederholt den ersten Schritt und dreht die Fußballen um weitere 45° nach außen. Im letzten Schritt dreht man die Fersen so weit, dass die Füße wieder parallel zueinander stehen. Es ist darauf zu achten, dass die Kniegelenke um möglichst genau 90° angewinkelt sind, die Fußspitzen nach vorne zeigen und der Rücken gerade ist.[7][8]

Verschiedene Grundstellungen

Die verschiedene Grundstellung findet sich wieder in den verschiedenen Schulen (Stilen) der Kampfkünste – insbesondere in den Kampfkünsten Asiens bzw. Ostasiens, beispielsweise in Taijiquan, Shaolin Quanfa, Hou Quan, Hong Quan, Wing Chun, Tangsoodo, Karate, Jeet Kune Do o. Ä.[9]

  • Erzi Qianyangma[Anm. 8]二字拑羊馬, englisch Goat Pinching Stance, Restraining Goat Stance, kurz Goat Stance[6][10]

Anmerkungen

Obige Schriftzeichen alle in Langzeichen

  1. Machinesisch  / , Pinyin , Jyutping maa5  „Pferd“, im Kungfu-Kontext auch sinngemäß eine Abkürzung für Mabu馬步 / 马步, mǎbù, Jyutping maa5bou6  „Perfedeschritt; sinngemäß: Pferdestand, Reiterstand“
  2. Bu, , Jyutping bou6  „Schritt, Fussstellung“, im Kungfu-Kontext auch sinngemäß eine Abkürzung für bùfǎ步法, Jyutping bou6faat3  „Schrittregel; sinngemäß: Schritttechnik, Schrittarbeit“
  3. Kiba Dachi (japanisch 騎馬立ち englisch Horse Riding Stance).
  4. Juchum seogi (koreanisch 주춤서기).
  5. Sipengma四平馬 / 四平马, sìpíngmǎ, Jyutping sei3ping4maa5, englisch Four Level Stance  „Vier-Eben-Stand“
  6. Sipeng-Dama四平大馬 / 四平大马, sìpíng dàmǎ, Jyutping sei3ping4 daai6maa5, englisch Greater Four Level Stance  „Großer Vier-Eben-Stand“
  7. Tachi bzw. -Dachi – jap. 立ち Stand, Stellung
  8. Erzi Qianyangma二字拑羊馬 / 二字拑羊马, èrzì qiányángmǎ, Jyutping ji6zi6 kim4joeng4maa5, englisch Goat Pinching Stance, kurz Goat Stance  „Ziegen-Zangengriff-Stand, kurz Ziegenstand, selten Geissenstand

Siehe auch

Einzelnachweise

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