Maas-Wupper-Express

regionale Bahnlinie für den Nahverkehr in NRW From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Maas-Wupper-Express (RE 13) ist eine Regional-Express-Linie in Nordrhein-Westfalen und der niederländischen Provinz Limburg. Sie führt von der niederländischen Grenzstadt Venlo nach Hamm in Westfalen.

Weitere Informationen RE 13, Verlauf ...
RE 13 Maas-Wupper-Express
Streckenverlauf
Kursbuchstrecke (DB):485 (Venlo–Hagen)
455 (Wuppertal–Hamm)
Streckenlänge:160 km
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Verkehrsunternehmen eurobahn
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Provinz (NL): Limburg
Verlauf
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
-51 Eindhoven Centraal (ab Dezember 2027) IC
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
-38 Helmond (ab Dezember 2027) IC
Kopfbahnhof Strecke bis hier außer Betrieb
0 Venlo IC
Grenze
3 Staatsgrenze Niederlande / Deutschland
Bahnhof
5 Kaldenkirchen
Bahnhof
9 Breyell
Bahnhof
13 Boisheim
Bahnhof
17 Dülken
Bahnhof
23 Viersen ICE
31 Mönchengladbach Hbf ICE, IC, S
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
48 Neuss Hbf ICE, IC, U, Tram
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
57 Düsseldorf-Bilk U
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
59 Düsseldorf Hbf ICE, IC, U, Tram
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
79 Wuppertal-Vohwinkel
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
86 Wuppertal Hbf ICE, IC, Schwebebahn
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
89 Wuppertal-Barmen Schwebebahn
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
91 Wuppertal-Oberbarmen Schwebebahn
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
97 Schwelm
Haltepunkt / Haltestelle
101 Ennepetal (Gevelsberg)
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
112 Hagen Hbf ICE, IC
Bahnhof
126 Schwerte (Ruhr)
Bahnhof
135 Holzwickede
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
142 Unna
Bahnhof
151 Bönen
Kopfbahnhof Streckenende
160 Hamm (Westfalen) Hbf ICE, IC
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
176 Drensteinfurt (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
189 Münster (Westfalen)-Hiltrup (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
196 Münster (Westfalen) Hbf (Zielnetz 2040) ICE, IC
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
223 Steinfurt-Borghorst (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
228 Steinfurt-Burgsteinfurt (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
241 Ochtrup (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
252 Gronau (Westf) (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
260 Enschede (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
268 Hengelo (Zielnetz 2040)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
283 Almelo (Zielnetz 2040)
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
328 Zwolle (Zielnetz 2040)
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Mit dem LIMAX (RE 18), Rhein-IJssel-Express (RE 19), euregioAIXpress (S 41), Westmünsterland-Bahn (RB 51), Wiehengebirgs-Bahn (RB 61) und Euregio-Bahn (RB 64) gibt es sechs weitere internationale Regionalzug-Linien in Nordrhein-Westfalen.

Die unentgeltliche Beförderung für Schwerbehinderte gilt nicht auf dem niederländischen Streckenabschnitt.[1]

Zuglauf

Ein Zug des Typs Stadler Flirt als Maas-Wupper-Express

Der Maas-Wupper-Express, der Wupper-Express (RE 4) und die S 8 sind Ost-West-Verbindungen zwischen dem linken Niederrhein und dem Ruhrgebiet.

Er befährt dabei die Eisenbahnstrecken Venlo–Viersen, Viersen–Mönchengladbach, Mönchengladbach–Düsseldorf, Düsseldorf–Wuppertal, Wuppertal–Hagen und Hagen–Hamm.

Im Hauptbahnhof Mönchengladbach muss ein Fahrtrichtungswechsel stattfinden. Dazu kommt bei einigen Zügen das An- und Abkuppeln von Zugteilen, weshalb der Maas-Wupper-Express dort planmäßig acht bis 14 Minuten Aufenthalt hat. Die Aufenthaltszeit dient außerdem zur Anschlusssicherung an den Rhein-Erft-Express (RE 8) in Richtung Köln. Diese Linie fuhr bis Dezember 2002 anstelle des Maas-Wupper-Express zwischen Venlo und Mönchengladbach.

Ab Dezember 2026 erfolgt eine Verlängerung des Maas-Wupper-Express über Venlo hinaus nach Eindhoven mit Zwischenhalt in Helmond.[2] Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung war im Mai 2019 durch Vertreter der niederländischen und deutschen Ministerien und Aufgabenträger unterzeichnet worden. Am 14. September 2022 unterzeichneten der VRR und start (Regionalverkehre Start Deutschland GmbH) den Verkehrsvertrag.[3] Laut einer Prognose aus dem Jahr 2019 sollen durch diese Verlängerung 600 Menschen zusätzlich pro Tag die Verbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf nutzen.[4]

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) plante 2019 im Zielnetz 2040 des Projekts S-Bahn Münsterland eine weitere Verlängerung von Hamm in die Niederlande über Münster, Steinfurt, Gronau und Enschede bis Zwolle.[5][6]

Betrieb

Frühere Zusammenstellung des RE 13 der Deutschen Bahn in Venlo, 2005

Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 wird die Linie im Stundentakt von der Eurobahn betrieben, die sich nach einer europaweiten Ausschreibung aus dem Jahr 2007 den Betrieb für eine Laufzeit von 16 Jahren sicherte.[7] Zuvor wurde sie in gleichem Rhythmus von der Deutschen Bahn betrieben.

Der Übergang auf neues Zugmaterial zur Betriebsübernahme durch die Eurobahn gestaltete sich schwierig. Für die Bedienung dieser Linie und des Rhein-Emscher-Expresses wurden über Angel Trains Europa 4 vierteilige und 14 fünfteilige Triebwagen des Typs Stadler FLIRT mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h angemietet.[8]

Das für die Zulassung von Eisenbahnfahrzeugen in Deutschland zuständige Eisenbahn-Bundesamt hatte diese für 14 fünfteilige FLIRT-Triebwagen wegen fehlender Unterlagen zunächst verweigert.[9] Aus diesem Grund hatte die Eurobahn, wie am 11. Dezember 2009 auf ihrer Homepage bekanntgegeben, den Betrieb nur mit einem Notfahrplan aufgenommen.[10] Während die Zulassung für den deutschen Teil der Strecke am 19. Februar 2010, drei Tage nach Einreichen der Unterlagen, erteilt werden konnte,[11] wurde erst am 23. Juli 2010 die Zulassung der vierteiligen Fahrzeuge für den niederländischen Bereich erteilt.[12] Seit dem 25. Juli 2010 fährt die eurobahn die komplette Strecke mit eigenen Fahrzeugen. Bevor die fünfteiligen Fahrzeuge für den niederländischen Bereich zugelassen wurden, war aus Kapazitätsgründen ein Umsteigen in Mönchengladbach notwendig. Zwischenzeitlich musste auch in Kaldenkirchen und vorher in Mönchengladbach und Hagen umgestiegen werden.

Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 kann die Strecke durchgehend befahren werden. Auch die 14 fünfteiligen Triebwagen erhielten die Zulassung für den niederländischen Streckenabschnitt; ein Umsteigen in Mönchengladbach Hbf ist nicht mehr erforderlich.

Im August 2021 bestätigte Keolis, dass das Unternehmen Verluste macht. Als Gründe dafür gelten u. a. hohe Tarifabschlüsse und Baustellen.[13]

Im Dezember 2021 gaben die Aufgabenträger der Linie, das Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bekannt, dass Regionalverkehre Start Deutschland, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die Ausschreibung über den Betrieb der Linie ab Dezember 2026 gewonnen habe.[14] Es sollen mehrsystem-fähige Fahrzeuge des Typs Stadler Flirt eingesetzt werden.[15] Da schon zum 1. August 2026 die Auflösung von Start Deutschland und die vollständige Integration in die DB Regio AG beabsichtigt ist, soll der Betrieb ab Dezember 2026 stattdessen durch DB Regio NRW übernommen werden.

Bedingt durch Verzögerungen beim Bau der Fahrzeuge, aber auch bei Umbauarbeiten am Bahnhof Venlo, kann die Verlängerung der Linie nach Eindhoven nicht zum Dezember 2026 realisiert werden. Die mehrsystemfähigen Fahrzeuge sind für die Befahrung des Streckenabschnitts Venlo – Eindhoven notwendig, weil die Spannung der dortigen Oberleitung auf 1,5 kV ausgelegt ist. Da parallel dazu die bisher eingesetzten Fahrzeuge künftig auf den Linien RE 3 und RE 41 eingesetzt werden sollen und deshalb nicht mehr zur Verfügung stehen, ist zudem für die Übergangszeit ein Ersatzzugkonzept für die gesamte Strecke erforderlich.[16]

Ersatzverkehr ab Ende April 2025

RE13 Ersatzzug im Bahnhof Venlo am ersten Betriebstag (28. April 2025)

Aufgrund von Personalmangel stellte die eurobahn den Takt im Februar 2025 von 60 auf 120 min um. Seit dem 28. April 2025 übernahm das niederländische Unternehmen Train Charter Service die bisher ausfallenden Takte zwischen Venlo und Wuppertal bzw. in den Abendstunden zwischen Venlo und Mönchengladbach. Auf dem übrigen Abschnitt bis Hamm fuhren die Züge bis 15. September 2025 weiterhin nur alle zwei Stunden. Seit dem wird wieder die gesamte Strecke im Stundentakt angeboten. Fünf Fahrten täglich werden auf gesamter Strecke durch TCS durchgeführt. Die restlichen Fahrten übernimmt die eurobahn wieder selbst, wobei auf dem Abschnitt Mönchengladbach–Venlo alle zwei Stunden weiterhin ein Zug von TCS im Einsatz ist, sodass in Mönchengladbach ein Umstieg erforderlich ist.[17]

Als Fahrzeuge werden Lokomotiven der Baureihe 101 von Train Charter Services (D-TCS) mit je 4 n-Wagen der Gesellschaft für Fahrzeugtechnik (D-GfF) eingesetzt.

Trivia

Bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 wurden n-Wagen der Deutschen Bahn eingesetzt

Da der Maas-Wupper-Express das östliche Ruhrgebiet, das Bergische Land und die Region um Mönchengladbach mit der grenznahen niederländischen Stadt Venlo verbindet, bietet er eine Möglichkeit für die illegale Einfuhr von Drogen, die in den niederländischen Coffeeshops gekauft wurden. Der Maas-Wupper-Express wird deswegen gelegentlich auch als „Kiffer-Express“ bezeichnet.[18] Aufgrund des häufigen Drogenschmuggels führt der Zoll regelmäßig Kontrollen im Zug durch.

Siehe auch

Einzelnachweise

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