Mackenheim
französische Gemeinde
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Mackenheim (elsässisch Mackene) ist eine französische Gemeinde mit 768 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Der Rhein ist knapp zwei Kilometer vom Dorfkern entfernt.
| Mackenheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Bas-Rhin (67) | |
| Arrondissement | Sélestat-Erstein | |
| Kanton | Sélestat | |
| Gemeindeverband | Ried de Marckolsheim | |
| Koordinaten | 48° 11′ N, 7° 34′ O | |
| Höhe | 169–178 m | |
| Fläche | 11,79 km² | |
| Einwohner | 768 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 65 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 67390 | |
| INSEE-Code | 67277 | |
Rathaus- und Schulgebäude | ||
Geschichte
Ersterwähnung 896 als Mathunheim, später als Maclenen (1064), Mochenheim (1224). Grabungen in der Nähe des Friedhofs förderten Spuren des mittelalterlichen Dorfes zutage, so etwa einen Brunnen und Keramikreste. Im Mittelalter teilten sich zwei Herrschaften Mackenheim, das obere Dorf war im Besitz des Sankt-Stefan-Klosters in Straßburg, das untere gehörte dem Bischof von Straßburg. Unter anderem war die Abtei Ebersmünster im Dorf begütert. 1375 setzte die Söldnerbande der „Wilden Engländer“ unter Enguerrand VII. De Coucy das Dorf in Brand. Im Dreißigjährigen Krieg (1622) wüteten die Kaiserlichen im Dorf. In der Revolutionszeit wurde die Kirche demoliert, das Inventar als Nationalgut versteigert.
Der Ort litt immer wieder unter den Hochfluten des Rheins. 1801 wurden 32 Häuser von den Fluten mitgerissen, 77 schwer beschädigt. Nach der Flutkatastrophe von 1852 wurde ein neues Viertel in hochwassersicherer Lage angelegt. Da dabei der spätere Kaiser Napoleon III. als Prince Président eine finanzielle Unterstützung gewährte, trägt es den Namen Quartier Napoléon.
1871 bis 1918 gehörte Mackenheim zum Reichsland Elsass-Lothringen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Einwohner in den Südwesten Frankreichs (in das Département Dordogne) evakuiert. Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 war eine Rückkehr möglich. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurden 1940 die im Ort verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert. Laut Yad Vashem wurden sechzehn ehemalige jüdische Einwohner Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung.[1] Mackenheim wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 3. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Bevölkerung
Im 19. Jahrhundert zählte Mackenheim rund 1000 Einwohner. Die heutigen Einwohner arbeiten größtenteils auswärts. Die Landwirtschaft wird von nebenberuflichen Bauern betrieben.
Einwohnerzahlen
| 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2005 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 568 | 580 | 628 | 598 | 682 | 654 | 680 | 747 |
Bauwerke
- Die heute noch bestehende romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert war früher die Pfarrkirche.
- Das Riedmünster aus dem 19. Jahrhundert kann rund 500 Personen fassen. Da das Dorf damals rund die doppelte Einwohnerzahl enthielt, stieß die geringe Größe der alten Kirche auf Unmut. Der Bürgermeister Göpfert war die treibende Kraft für den Bau einer neuen Kirche, und so entstand die Kirche St. Stephan im neugotischen Stil zwischen 1864 und 1866. Aus dem alten Riedmünster wurde dann eine Friedhofskapelle.
- Da die letzten einheimischen Juden in den 1980er Jahren aus Mackenheim wegzogen, gab es für die Synagoge vorerst keine Verwendung mehr. Heute befindet sich in diesem Gebäude deshalb im unteren Bereich ein Saal, der für Theateraufführungen oder private Feiern genutzt wird. Der obere Bereich dient als Bibliothek und der Jugend als Treffpunkt.
- Der Jüdische Friedhof wurde im 16. Jahrhundert angelegt.
Siehe auch
- Synagoge Mackenheim und Riedmünster
- Riedmünster (Innenansicht)
- Kirche St. Stephan
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 598–601.
Weblinks
- Offizielle Webseite von Mackenheim (französisch)
