Macumba
Afro-brasilianische Religion
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Macumba (auch Makumba) ist eine afro-brasilianische Religion, die weniger klar umrissen ist als Candomblé und sich stärker von ihren rein afrikanischen Wurzeln gelöst hat. Der Begriff leitet sich von einem Baum in Madagaskar und Mosambik ab, unter dem ethnisch religiösen Versammlungen stattfanden.[1]
In Brasilien wird Macumba auch als Sammelbegriff für religiöse Volkstraditionen afrikanischen Ursprungs verwendet. Diese sind nicht auf die schwarze Bevölkerung beschränkt, sondern auch in weißen Bevölkerungsschichten verbreitet.
Macumba Religion
Macumba hat sich aus afrikanischen Bantu-Religionen aus Angola und dem Kongo entwickelt. Da diese Regionen früh christlich beeinflusst wurden, weist der Kult Parallelen zum Christentum auf. Es gibt ein höchstes Wesen namens Zumbi. Gebete und Lieder sind auf Portugiesisch. Eine Besonderheit ist die starke Zentrierung auf den Tod und die Verbindung zu den Verstorbenen, was Macumba von anderen afro-brasilianischen Kulten unterscheidet.
Im Macumba-Kult nehmen die sogenannten „Söhne bzw. Töchter der Heiligen“ unter Leitung eines Priesters oder einer Priesterin in Trance Kontakt mit Ahnen und anderen Geistern auf und übermitteln deren Ratschläge mit „heiliger Stimme“ den Gläubigen.[1] Hexenglaube, Fetische sowie weiße und schwarze Magie spielen eine große Rolle. Die mysteriösen Vorstellungen rund um Macumba sind vergleichbar mit Voodoo oder der kubanischen Santería.
Gesellschaftliche Situation
In weiten Teilen der brasilianischen Gesellschaft vermischt sich Macumba mit dem volkstümlichen katholischen Glauben, wenngleich europäisch und nordamerikanisch orientierte Schichten dies oft bestreiten.
Der Begriff „Macumba“ ist in Brasilien negativ konnotiert.[2] Insbesondere vonseiten mancher evangelikaler Gruppen bestehen Vorurteile, die den Kult mit Satanismus gleichsetzen. Diese Fehlannahmen führen zu gesellschaftlicher Ablehnung und gewaltsamen Übergriffen gegen Anhänger des Macumba.[3]