Madeleine Betschart
Schweizer Kunsthistorikerin und Archäologin
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Madeleine Betschart (* 1961) ist eine Schweizer Kunsthistorikerin und Archäologin.
Leben
Betschart leitete von 1998 bis 2009 das Museum Schwab in Biel und anschliessend das Alimentarium von Vevey.[1] Ab 2012 war sie stellvertretende Direktorin der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich und verantwortlich für die Entwicklung der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin in Einsiedeln.[1]
Von 2015 bis Ende 2025 war sie Direktorin das Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Zusätzlich zu ihren administrativen Verantwortlichkeiten entwickelte sie das wissenschaftliche Konzept des synoptischen Blickes, das Leben, Werk (Malerei und Literatur) sowie die Rezeption von Friedrich Dürrenmatt zusammenführt. Aus diesem umfangreichen Forschungsprojekt ging die dreibändige Publikation Wege und Umwege mit Friedrich Dürrenmatt. Das literarische und bildnerische Werk im Dialog, für die sie die wissenschaftliche Leitung verantwortete, hervor. Auch hat sie die Serie Cahier du Centre neu lanciert und um 30 Ausgaben erweitert.[1][2]
Unter ihrer Leitung wurde das Centre Dürrenmatt 2024 für den renommierten Preis EMYA (European Museum of the Year Awards) nominiert.[3] Im selben Jahr erhielt es den Prix Lignum 2024 (Region Westschweiz, Kategorie Schreinerarbeiten).[4] Die Schaffung des Vaclav Havel’s Place, ein Kunstprojekt mit einem Friedensbaum, welches die freundschaftliche Nähe von Vaclav Havel (1936 – 2011) und Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) würdigt, geht auf ihre Initiative zurück.[5]
Von 2003 bis 2012 war sie Vize-Präsidentin der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE (heute: Netzwerk Kulturerbe Schweiz). Sie ist Autorin und Herausgeberin einer Vielzahl von Publikationen und verfasste von 2015 bis 2025 zahlreiche Beiträge für die Publikationsreihe Cahier du Centre über Friedrich Dürrenmatt.[1]
Publikationen (Auswahl)
- Madeleine Betschart, Friedrich Dürrenmatt. Ein Schweizer mit Weltgeltung. Sein Werk und seine Ausstrahlung. Ein synoptischer Blick (Cahier 11), Neuchâtel 2016.
- Madeleine Betschart, Friedrich Dürrenmatt. Le Suisse universel et son œuvre. Tableau synoptique. Konzipiert unter der wissenschaftlichen Beratung von Ulrich Weber, Neuchâtel 2018 (aktualisierte Version 2025). Unpubliziert.
- Madeleine Betschart, «Friedrich Dürrenmatts Leben, Werk und Wirkung in der synoptischen Tafel. Projekt des Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN)», in: Andreas Mauz u. a. (Hg.), Avantgarden und Avantgardismus. Programme und Praktiken emphatischer kultureller Innovation, Göttingen/Zürich: Wallstein/Chronos 2018 (Sommerakademie Centre Dürrenmatt Neuchâtel 6), S. 249–262.
- Madeleine Betschart, «La complémentarité dans l’œuvre de Friedrich Dürrenmatt. Un concept et une mission pour le Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN)», in: Kosmos Dürrenmatt. Eine Annäherung an den Denker, Dichter und Maler, hg. v. Annelies Hüssy/Barbara Egli, Zürich: Hier und Jetzt 2021, S. 13–29.
- Madeleine Betschart, Pierre Bühler, Julia Röthinger (Hrsg.), Wege und Umwege mit Friedrich Dürrenmatt. Das bildnerische und literarische Werk im Dialog. Steidl/Diogenes/Centre Dürrenmatt Neuchâtel. 3 Bände, zweisprachig, 2021 – 2022.
- Madeleine Betschart, Sonja Riva, Fritz & Nanà – Die beiden Visionäre Friedrich Dürrenmatt und Leonardo Sciascia, dreisprachige Ausgabe (Deutsch, Französisch, Italienisch), Carthusia Edizioni, Milano 2023.
Weblinks (Auswahl)
- Zehn Jahre im Dienst des Centre Dürrenmatt – Madeleine Betschart – Audio & Podcasts – SRF
- Madeleine Betschart: Was Friedrich Dürrenmatt uns zu sagen hat – Audio & Podcasts – SRF
- «Klartext – der ajour-Talk» mit Dürrenmatt-Expertin Madeleine Betschart
- Madeleine Betschart vit ses derniers moments au Centre Dürrenmatt Neuchâtel – RTN votre radio régionale
- À Neuchâtel, le Centre Dürrenmatt est nominé pour le Prix du musée européen de l’année 2024. Entretien avec sa directrice Madeleine Betschart – Couleurs locales – Play RTS
- Centenaire de Friedrich Dürrenmatt: interview de Madeleine Betschart – Forum – Play RTS