Maidam
Hügelgrab in Indien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Ein Maidam (auch Moidam) ist ein Grabhügel der Ahom in Assam im Nordosten Indiens. Maidams dienten vom 13. bis zum 19. Jahrhundert als Begräbnisstätten für Könige, Königinnen und Adlige der Ahom-Dynastie. Sie bestehen aus einem unterirdischen Gewölbe unter einem halbkugelförmigen Erdhügel, der von einem offenen Pavillon bekrönt ist. Die bedeutendste Anlage ist die königliche Nekropole von Charaideo, der ersten Hauptstadt des Ahom-Reiches, etwa 30 km östlich der Stadt Sivasagar. Ihre rund 90 Maidams sind bis heute Kultstätte der Tai-Ahom. Charaideo wurde am 26. Juli 2024 auf der 46. Sitzung des Welterbekomitees in Neu-Delhi als 43. Welterbestätte Indiens in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.[1][2]
| Moidams – Grabhügelsystem der Ahom-Dynastie | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii)(iv) |
| Fläche: | 96,5 ha |
| Pufferzone: | 793,7 ha |
| Referenz-Nr.: | 1711 |
| UNESCO-Region: | Asien und Pazifik |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2024 (Sitzung 46) |
Begriff
Geschichte
Charaideo wurde 1253 als erste Hauptstadt des Ahom-Reiches gegründet. Dessen Gründer Sukaphaa wurde dort nach den Bestattungsriten der Tai-Ahom beigesetzt. Bis zur Herrschaft von Gadadhar Singha (Tai-Name: Supaatphaa) (1681–1696) bestatteten die Ahom ihre Toten in den Maidams. Später gingen sie unter dem Einfluss des Hinduismus dazu über, nach der Einäscherung deren Asche beizusetzen.[5]
Architektur
Strukturell bestehen Maidams aus unterirdischen Gewölben mit einer oder mehreren Kammern. Darüber erhebt sich ein kuppelförmiger Aufbau, der von einem halbkugelförmigen Erdhügel bedeckt wird. An der Spitze befindet sich ein offener Pavillon, der als chow chali bezeichnet wird. Die gesamte Anlage ist von einer achteckigen Zwergmauer umgeben.[6]
Bedeutung
Für die Ahom-Gemeinschaft in Assam haben die Maidams eine große kulturelle und religiöse Bedeutung. An der Nekropole von Charaideo werden die Tai-Ahom-Rituale Me-Dam-Me-Phi und Tarpan praktiziert.[1] Nachfahren der Ahom-Königsfamilie wandten sich 2015 gegen weitere Ausgrabungen durch den Archaeological Survey of India, nachdem der zuvor ausgegrabene Maidam Nr. 2 ihrer Kritik zufolge ungeschützt geblieben war.[7] 2018 wurden Schutzmauern und ein Besuchersteg für Maidam Nr. 2 fertiggestellt.[8]
Welterbe
Die in die Welterbeliste eingetragene Nekropole von Charaideo umfasst 90 Maidams unterschiedlicher Größe auf einer Fläche von 96,5 Hektar; die Pufferzone umfasst 793,7 Hektar.[1] Das Evaluierungsgutachten der ICOMOS wies die nominierte Stätte noch mit 95,02 Hektar Kernzone und 754,511 Hektar Pufferzone aus.[9.1]
Die UNESCO begründet die Aufnahme nach Kriterium (iii) mit dem Zeugnis, das die Anlage von der königlichen Bestattungsarchitektur und den Traditionen der Tai-Ahom vom 13. bis zum 19. Jahrhundert ablegt. Kriterium (iv) würdigt sie als herausragendes Beispiel einer Nekropole, deren Gestaltung die Bestattungsbräuche und kosmologischen Vorstellungen der Tai-Ahom veranschaulicht.[1]
Die Nekropole liegt in den Ausläufern der Patkai-Berge und wurde bewusst in ihre natürliche Umgebung eingebettet: Zwischen den Hügelgräbern wurden Gewässer angelegt und heilige Bäume gepflanzt; zeremonielle Wege verbinden die Hügel miteinander.[10][11]
Die Welterbestätte wird gemeinsam von dem Directorate of Archaeology der Regierung von Assam und dem Archaeological Survey of India verwaltet. Eine Gruppe von vier Maidams ist als Denkmal von nationaler Bedeutung geschützt. Der übrige Teil des Welterbegebiets ist die archäologische Stätte Charaideo und als Denkmal von Bedeutung für den Bundesstaat geschützt.[12]
Es ist die erste Kulturerbestätte aus dem Nordosten Indiens auf der Welterbeliste.[13]
Weblinks
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
