Mala Triglavca

archäologische Stätte in Slowenien From Wikipedia, the free encyclopedia

Mala Triglavca ist ein Felsüberhang in der Nähe der Ortschaft Divača in Südwest-Slowenien, der vom Mesolithikum bis in die späte Eisenzeit Menschengruppen über Jahrtausende hinweg als zeitweiliger Schutzraum bzw. Siedlungsplatz diente.

Schnelle Fakten
Mala Triglavca
Mala Triglavca
Mala Triglavca
Mala Triglavca
Lage: Divača, Südwest-Slowenien
Höhe: 434 m s.l.m.
Geographische
Lage:
45° 40′ 28″ N, 13° 57′ 24,5″ O
Mala Triglavca (Slowenien)
Mala Triglavca (Slowenien)
Katasternummer 4815 / VG 3374
Typ Abri
Entdeckung 1979
Gesamtlänge 7 m[1]
Niveaudifferenz 3 m
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Lage und Topographie

Der Mala Triglavca liegt am Rand einer Doline im Slowenischen Karst, in einem Wald gut 1 km südwestlich von Divača. Der Abri ist 8 m breit, 6 m tief und nach Norden gerichtet. Er liegt auf 434 m Seehöhe, etwa 15 km vom Ostufer der Adria entfernt.[2]

Forschung

Eine erste Sondage führten Matjaž Puc, Mitja Brodar und France Leben (1928–2002) im April 1979 durch. Zwischen 1979 und 1985 leitete France Leben systematische Ausgrabungen in der westlichen Hälfte des Abris. Dabei wurde eine Fläche von rund 50 m² stellenweise bis in 4 m Tiefe ausgehoben. Als Grabungsraster wählte er Quadrate von 2 m Seitenlänge, die in Abträgen von 20 cm Stärke untersucht wurden. Die in Lebens Feldzeichnungen dargestellte und beschriebene Stratigraphie stimmt nicht überein mit den von ihm im Jahr 1988 publizierten Angaben. Er scheint die Schichtenfolge von 7 auf 5 Straten vereinfacht zu haben, möglicherweise um eine lineare chronologische Abfolge annehmen zu können. Die von ihm anhand der Funde definierten Hauptschichten fallen in das Spätmesolithikum (Castelnovien) (Schicht 4) bzw. das Jungneolithikum (Schicht 3). Ab 2002 durchgeführte bodenkundliche Analysen und Radiokarbondatierungen haben gezeigt, dass die Halbhöhle ab 8400 bis mindestens 3400 Jahren BP häufig von Menschen frequentiert wurde. Die Ursache der festgestellten Besiedlungslücke am Übergang von der Mittel- zur Jungsteinzeit wird am Mala Triglavca in der starken, durch natürliche Prozesse und menschliche Eingriffe verursachten Durchmischung der Fundschichten angenommen. Die Wissenschaftler gehen nicht von einer Entvölkerung aus, wie sie bereits für verschiedene zeitgleiche Fundstellen des Mittelmeerraumes in Betracht gezogen wurde. Die Ursache könnte auch in der Auswahl der Proben für die Altersbestimmung liegen.[2][3][4]

Siehe auch

Literatur

  • Dimitrij Mlekuž, Mihael Budja, Robert Payton, Clive Bonsall: “Mind the Gap”: Caves, Radiocarbon Sequences, and the Mesolithic–Neolithic Transition in Europe—Lessons from the Mala Triglavca Rockshelter Site. In: Geoarchaeology: An International Journal, Vol. 23, No. 3, 2008, S. 398–416 .
  • Mitja Pergar: Mala Triglavca 1979–1985. Opredelitev keramicnega gradiva “mlajsega prazgodovinskega horizonta”. In: Arheoloski vestnik, N. 58, 2007, S. 39–63.
  • Ivan Turk: Viktorjev spodmol and Mala Triglavca. Contributions to understanding the Mesolithic period in Slovenia Institute of Archaeology ZRC SAZU, Ljubljana 2004, ISBN 978-961-05-0329-3, https://doi.org/10.3986/9789610503293
  • France Leben: Novoodkrite prazgodovinske plasti v jamah na Krasu. Porocˇilo o Raziskovanju Paleolita, Neolita in Eneolita v Sloveniji. 16, 1988, S. 65–76.
  • France Leben: Mala Triglavca Elaborat: Izkop 1983. Manuscript at the Archive of the Institute of Archaeology at ZRC-SAZU (No. 175). Ljubljana: ZRC-SAZU, Institute of Archaeology.
Commons: Mala Triglavca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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