Malachi Martin
amerikanischer Kritiker des Zweiten Vatikanischen Konzils
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Malachi Martin SJ (irisch: Maolsheachlann Breandán Ó Máirtín; * 23. Juli 1921 in Ballylongford; † 27. Juli 1999 in New York City) war ein römisch-katholischer Priester, ehemaliger Jesuit und Autor.

Leben
Malachi Martin wuchs in Irland auf, wo er auch die Schule besuchte. Nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden und der Priesterweihe wirkte er als Professor für Paläografie am Päpstlichen Bibelinstitut. Von 1958 an war er Sekretär von Kardinal Augustin Bea und dadurch an der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils beteiligt.
Später avancierte Martin zum ausgesprochenen Kritiker des Zweiten Vatikanischen Konzils, seiner Texte und Rezeption. Unzufrieden über den Verlauf und das Ergebnis der Kirchenversammlung publizierte er unter dem Pseudonym Michael Serafian 1964 das Buch The Pilgrim in New York bzw. Der Pilger in Hamburg. In der Folgezeit beendete er seine Tätigkeit bei Kardinal Bea, trat aus dem Jesuitenorden aus und emigrierte nach New York.[1] Zum Zeitpunkt seines Todes war er bereits amerikanischer Staatsbürger.
Unter anderem schrieb Martin den Roman Der letzte Papst, in dem er den Verlust des vorkonziliaren Katholizismus beklagt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Der letzte Papst. Roman, München 2006, ISBN 3-426-63254-3.
- Die Macht und die Herrlichkeit, Zürich 1989, ISBN 3-905414-90-2.
- The Jesuits. The Society of Jesus and the Betrayal of the Roman Catholic Church, Simon & Schuster, New York 1987, ISBN 0-671-54505-1.
- The decline and fall of the Roman Church, London 1982, ISBN 0-436-27336-5.
- Das letzte Konklave, Wien 1978, ISBN 3-552-03034-4.
Literatur
- Hans Schieser: P. Malachi Martin – eine Stimme, die nicht verhallt. In: Der Fels, Jg. 31 (2000), Heft 7–8, S. 222.