Malrotation

Störung in der Embryonalentwicklung des Darms From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Malrotation (lateinisch malus schlecht, ‚schädlich‘, ‚bösartig‘ und rotatio Drehung) wird eine Störung der Drehung des Dünn- und Dickdarmes in der Embryonalentwicklung bezeichnet.

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q43.3 Angeborene Fehlbildungen, die die Darmfixation betreffen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Diese Lageanomalie kann völlig unbemerkt bleiben, aber auch z. B. zu einer (intermittierenden) Kompression des Duodenums (Duodenalstenose, Arteria-mesenterica-superior-Syndrom) führen.

Vorkommen

Die Häufigkeit wird mit 1:500 Lebendgeburten angegeben, doppelt so häufig bei Jungen vorkommend.[1]

Im Rahmen von Syndromen:[2]

Bei etwa der Hälfte besteht eine Assoziation mit weiteren Fehlbildungen:[6]

Einteilung

Formen nach Grob:

  • Nonrotation = 90°-Rotation (Ausbleiben der 2. und 3. Drehung)
  • Malrotation I = 180°-Rotation (Ausbleiben der 3. Drehung)
  • Malrotation II = inverse (lat. inversio Umstellung, ‚Umkehrung‘ / ‚umkehrbare‘, ‚umgekehrte‘) 2. Drehung mit regelrechter oder fehlgerichteter 3. Drehung

Symptome

Akute bzw. immer wiederkehrende Bauchschmerzen im Kleinkindes- und Kindesalter mit beginnendem oder unvollständigem Darmverschluss durch Volvulus (lat. volvere drehen) des Darmes.

Mitunter treten Beschwerden erst beim Erwachsenen auf.[7]

Therapie

Chirurgische Lösung von störenden Bändern und Verwachsungen sowie Fixierung des Darmes in der „Prozedur nach Ladd“.[8]

Literatur

  • M. Bettex, N. Genton, M. Stockmann (Hrsg.): Kinderchirurgie. Diagnostik, Indikation, Therapie, Prognose. 2. Auflage. Thieme, Stuttgart 1982, ISBN 3-13-338102-4.
  • W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer, Berlin u. a. 1996, ISBN 3-540-60224-0.

Einzelnachweise

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