Mandy Chessell

britische Informatikerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Amanda Elizabeth Chessell CBE (* 11. April 1965 in Bath, England) ist eine britische Informatikerin und Hochschullehrerin. Sie ist Mitglied der Royal Academy of Engineering und erhielt als erste Frau eine Silbermedaille der Royal Academy of Engineering. Chessell ist Gastprofessorin an der Universität Sheffield und am Surrey Centre for the Digital Economy (CoDE) an der Universität Surrey. Sie ist bekannt für die Entwicklung und Implementierung von Tools und Methoden, die die Produktivität und Zuverlässigkeit internetbasierter Unternehmenssoftware grundlegend verbessert haben.[1][2][3]

Mandy Chessell (2023)

Leben und Werk

Chessell studierte Informatik an der Universität Plymouth und absolvierte im dritten Studienjahr ein Industriepraktikum und nahm eine Traineestelle bei IBM an. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hatte, nahm sie eine Vollzeitstelle bei IBM an. 1987 begann sie als Junior-Programmiererin im britischen Forschungs- und Entwicklungszentrum der IBM-Niederlassung in Hursley Park in Winchester. An der University of Brighton begann sie ein Masterstudium in Softwareentwicklung und erhielt 1997 einen Master-Abschluss. Während ihres Masterstudiums konzentrierte sich Chessell auf die objektorientierte Softwareentwicklung, ein Gebiet, in das sich die Softwareentwicklung derzeit immer weiter entwickelte.

1998 wurde sie Master Inventor bei IBM. Während ihrer Zeit bei IBM arbeitete sie mit zahlreichen Organisationen an deren Datenmanagementstrategie zur Unterstützung von Künstlicher Intelligenz.[4][5]

2001 erhielt sie als erste Frau die Silbermedaille der Royal Academy of Engineering und wurde 2002 im Alter von 37 Jahren als eine der jüngsten Ingenieurinnen zum Mitglied der Royal Academy of Engineering gewählt.

Chessell entwickelte über 30 Jahre lang Integrationssoftware. Ihr Fokus lag auf der Nutzung und Unterstützung offener Standards, um heterogene Interoperabilität zu erreichen. So wirkte sie beispielsweise an den frühen Implementierungen der CORBA-Standards mit und hat zur Standardisierungsarbeit von OASIS und The Open Group beigetragen.

Nach 35 Jahren Tätigkeit bei IBM ging sie in den Ruhestand und leitet und arbeitet weiterhin am Open-Source-Projekt ODPi Egeria. Sie leitet den Technischen Lenkungsausschuss von ODPi und ist Mitglied des ODPi-Vorstands. Das Egeria-Projekt ist eine Open-Source-Middleware, die Standards für Metadaten und Governance bereitstellt. Gemeinsam mit zwei Freunden gründete sie die Firma Pragmatic Data Research Limited (PDR), ein Beratungsunternehmen für Organisationen, die das Egeria-Projekt einführen. Sie ist außerdem Committerin bei Apache Atlas.[6]

Sie hält weltweit über 50 Patente, hat vier Bücher sowie zahlreiche Whitepapers und Konferenzbeiträge veröffentlicht.[7]

Auszeichnungen

  • 2000: Finalistin bei den Cosmopolitan Women of Achievement Awards
  • 2000: Aufnahme in die TR100-Gruppe der 100 wichtigsten jungen Innovatorinnen des MIT Technology Review Magazins
  • 2001: Fellow der British Computing Society (BCS)
  • 2001: Silbermedaille der Royal Academy of Engineering[8]
  • 2001: Wahl in die IBM Academy of Technology
  • 2002: Fellow der Royal Academy of Engineering[9]
  • 2004: Wahl in den Technologierat der IBM Academy of Technology
  • 2004: von der British Computer Society für den Karen-Burt-Preis der Women's Engineering Society nominiert
  • 2004: Registrierung als Chartered Engineer
  • 2006: Building Capacity Award des British Female Innovator and Inventor Network (BFIIN)
  • 2006: Auszeichnung von BlackBerry als beste Frau im Technologiesektor (Unternehmensbereich)[10]
  • 2012: Everywoman in Technology Innovator of the Year Award[11]
  • 2013: Fellow der Women's Engineering Society
  • 2013: Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaften der Universität Plymouth
  • 2015: Ehrendoktorwürde der Technologie der Universität Brighton[12]
  • 2015: Commander of the Most Excellent Order of the British Empire (CBE)
  • 2016: Ehrendoktorwürde der Technologie der University of South Wales
  • 2017: Ehrendoktorwürde der University of Bath
  • 2022: Ehrenpräsidentin der Institution of Engineering Designers[13]

Einzelnachweise

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