Manfred Zapf
deutscher Fußballspieler
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Manfred Zapf (* 24. August 1946 in Stapelburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für den SC Aufbau und den 1. FC Magdeburg. Im Jahre 1989 trainierte er kurzzeitig die DDR-Nationalelf, in der er zuvor als Aktiver 16 A-Länderspiele bestritten hatte.
| Manfred Zapf | ||
Manfred Zapf (1973) | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 24. August 1946 | |
| Geburtsort | Stapelburg, Deutschland (SBZ) | |
| Größe | 178 cm | |
| Position | Abwehrspieler / Libero | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| 1955–1962 | SG Dynamo Stapelburg | |
| 1962–1964 | SC Aufbau Magdeburg | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1964–1979 | SC Aufbau / 1. FC Magdeburg | 357 (36) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1963–1964 | DDR U-18 | 4 (0) |
| 1965–1972 | DDR U-23 | 16 (0) |
| 1972–1975 | DDR Olympia | 10 (1) |
| 1969–1975 | DDR | 16 (0) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 1989 | DDR | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportliche Laufbahn
Gemeinschafts- und Clubstationen
Im Jahre 1962 wechselte der spätere Starspieler von der SG Dynamo Stapelburg, bei der er 1955 mit Fußball begonnen hatte, nach Magdeburg. Zapf gewann mit der Juniorenelf des SC Aufbau Magdeburg 1964 den DDR-Juniorenmeistertitel.
Zwischen Frühjahr 1964 und Frühjahr 1979 spielte der 1,78 Meter große Manfred Zapf als Verteidiger in der 1. Mannschaft beim SC Aufbau sowie den im Winter 1965/66 aus dem Sportclub herausgelösten Fußballclub, den 1. FC Magdeburg. Sein erstes Pflichtspiel für den SC Aufbau absolvierte er am 1. März 1964 beim 1:0-Auswärtssieg gegen die BSG Chemie Leipzig im ostdeutschen Oberhaus. Es war am 18. Spieltag der erste von drei Einsätzen für ihn im Spieljahr 1963/64, in dem er noch für den Juniorenbereich spielberechtigt war. Zum FGDB-Pokalsieg der Bördestädter 1964 trug der Teenager mit einem 90-Minuten-Einsatz im Viertelfinale gegen den SC Dynamo Berlin bei.
Insgesamt kam Zapf für Magdeburg auf 467 Pflichtspiele, darunter 327 Einsätze in der Oberliga[1], 30 in der Liga und 49 Europapokaleinsätze. Außerdem stehen auf seinem Konto 46 Pflichtspieltore.
Mit dem 1. FC Magdeburg gewann er 1972, 1974 und 1975 die DDR-Meisterschaft sowie 1964, 1965, 1969 und 1973, 1978 und 1979 den DDR-Fußballpokal. 1974 stand er in der siegreichen Magdeburger Mannschaft des Endspiels um den Europapokal der Pokalsieger (1. FC Magdeburg – AC Mailand 2:0). Von 1968 bis 1979 war Zapf Mannschaftskapitän des FCM.
Auswahleinsätze
Seine Leistungen im Juniorenbereich machten die Auswahlverantwortlichen des DFV auf den Magdeburger Verteidiger aufmerksam. Von Oktober 1963 bis März 1964 bestritt er in der DDR-U-18-Auswahl vier Begegnungen. Aufgrund einer Einreiseverweigerung der niederländischen Regierung konnte der Jahrgang um Zapf 1964 nicht am UEFA-Juniorenturnier, der inoffiziellen Europameisterschaft dieser Altersklasse, teilnehmen.
Mitte der 1960er-Jahre rückte Zapf in die ostdeutsche Nachwuchsauswahl auf. In 16 U-23-Länderspielen gelang ihm kein Treffer. Als einer der älteren spielberechtigten Akteure scheiterte er bei 1972er-Ausgabe der Nachwuchs-EM mit dem Team in der Vorrunde. 1972 konnte er zwei prestigeträchtige Spiele gegen Englands Nachwuchs in Bristol (1:0-Sieg) und in Magdeburg (2:2) bestreiten.
Zwischen 1972 und 1975 spielte er zehnmal in der DDR-Olympiaauswahl, wobei bei ihm bei der Abschied aus dieser Elf ein Treffer gelang. 1972 war er bei den Sommerspielen in München Stammlibero und gewann unter Trainer Georg Buschner die Bronzemedaille. Auch für das olympische Fußballturnier von Montreal vier Jahre gab Zapf in den ersten beiden Qualifikationsspielen weiterhin den letzten Mann, wurde aber im weiteren Verlauf, in dem die DDR Gold gewann, vom Dresdner Hans-Jürgen Dörner von dieser Position verdrängt.
Zapf spielte zwischen 1969 und 1975 in 16 beziehungsweise nach der FIFA-Regelung zu Länderspielen von 1999 zwölf Partien in der DDR-A-Nationalmannschaft.[2] Sein erstes Länderspiel bestritt er am 22. Juni 1969 gegen Chile (0:1). Am 5. Juni 1975 nahm er in der Begegnung Island gegen DDR (2:1) seinen Abschied von der Nationalmannschaft. Der angehende EC-II-Gewinner zählte im Frühjahr 1974 zum vorläufigen Aufgebot der DDR-Elf für die WM in der Bundesrepublik,[3] wurde aber nicht für den finalen Turnierkader berufen.
Erfolge

- Gewinn des Europapokals der Pokalsieger: 1974
- DDR-Meister: 1972, 1974, 1975
- DDR-Pokalsieger: 1964 (ohne Finaleinsatz), 1965, 1969, 1973, 1978, 1979
- Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen: 1972
Weiterer Werdegang
Nach seiner aktiven Laufbahn war Zapf, der auch eine Ausbildung zum Maschinenbau-Ingenieur absolviert hatte, bis 1981 beim 1. FC Magdeburg als Mannschaftsleiter tätig. Von 1983 bis 1990 übte er die Funktion des stellvertretenden Generalsekretärs des DDR-Fußballverbandes DFV aus.
Anfang 1989 wurde Zapf, der bis dahin kaum Trainererfahrungen gesammelt hatte, zum Chefcoach der A-Nationalmannschaft berufen. Er agierte in einer Art Triumvirat zusammen mit dem erfahrenen Heinz Werner, dem DFV-Chefverbandstrainer seit 1988, und dem erfolgreichen DDR-Nachwuchscoach Frank Engel.[4]
Unter ihrer Leitung absolvierte die DDR-Auswahl zwischen dem 13. Februar und dem 20. Mai 1989 sechs Länderspiele. In diesen Zeitraum fielen zwei Niederlagen und ein Unentschieden in Spielen um die WM-Qualifikation. Daraufhin wurde Zapf am 19. Juni 1989 als Trainer der Nationalmannschaft entlassen. Nach 1990 war er kurzzeitig Manager bei Germania 88 Berlin, danach kehrte er zum 1. FC Magdeburg zurück und wurde dort Geschäftsstellenleiter.
Literatur
- Andreas Baingo, Michael Hohlfeld: Fußball-Auswahlspieler der DDR. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-328-00875-6, Seite 217/218.
- Michael Horn, Gottfried Weise: Das große Lexikon des DDR-Fußballs. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-536-8, Seite 376.
- Wolfgang Nagorske, Klaus Teichmann: Mehr als ein Spiel. Manfred Zapf, ein Leben für den Fußball. Regionen Verlag, Görlitz 2006, ISBN 3-9809400-5-5.
- Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3, Seite 537.
- Hanns Leske: Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 3-89533-448-0, Seite 237.
- Otto Altendorfer: Die Fußball-Nationaltrainer der DDR zwischen SED und Staatssicherheit – Eine biografische Dokumentation. Leipzig 2014, ISBN 978-3-86583-848-3.
Weblinks
- Manfred Zapf in der Datenbank von weltfussball.de
- Manfred Zapf in der Datenbank von fussballdaten.de
- Manfred Zapf in der Datenbank von kicker.de
- Manfred Zapf in der Datenbank von National-Football-Teams.com (englisch)
- Manfred Zapf in der Datenbank von EU-Football.info (englisch)
- Literatur von und über Manfred Zapf im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek