Mantscha
Ortschaft in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung
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Mantscha ist eine Ortschaft und gleichnamige Rotte in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Mantscha ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Hitzendorf.
| Mantscha (Rotte) Ortschaft Katastralgemeinde Mantscha | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Graz-Umgebung (GU), Steiermark | |
| Gerichtsbezirk | Graz-Ost | |
| Pol. Gemeinde | Hitzendorf | |
| Koordinaten | 47° 1′ 49″ N, 15° 21′ 23″ O | |
| Höhe | 438 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 595 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 4,67 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 14886 | |
| Katastralgemeindenummer | 63252 | |
| Zählsprengel/ -bezirk | Attendorf (60665 ) | |
Einzelhof Mantschameier in Mantscha bei Hitzendorf | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk | ||
Lage und Geographie
Mantscha liegt im östlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, östlich des Marktortes auf einem von Norden nach Süden streichenden Ausläufer des Höchstriegels. Dieser Ausläufer wird im Westen vom Tal des Doblbachs begrenzt, während im Osten der Förstlbach eine Abgrenzung zum Höhenzug Buchkogel-Bockkogel, der zum Plabutsch gehört, bildet.
Im Norden verläuft die Dobleggerstraße (L383), die Mayersdorf mit der nach Graz führenden Hitzendorferstraße (L301) verbindet.
Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen die Leitnersiedlung sowie der Weiler Wolfgang.
Geschichte
Eine erste bairische Siedlung entstand hier spätestens im 9. Jahrhundert, möglicherweise gab es aber bereits im 8. Jahrhundert erste Ansiedlungen. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort 1222 als Meurschach. Weitere Erwähnungen datieren um 1225 als Movrschach, 1316 als Maetschach, 1326 als Moetschach, 1361 als Metschach, 1527 als Matschach, 1542 als Mätschach, um 1780 als Matscha sowie schließlich 1822 als Mantscha. Der Ortsname leitet sich wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen muor als Bezeichnung für ein Moor, einen Morast, einen Sumpf oder Sumpfwald ab. Eien Herleitung der slawischen Bezeichnung mantscha für eine Flachsröste erscheint unwahrscheinlich, da sich erst nach 1780 die Vorsilbe Mant- in der Namensschreibung durchsetzte.[1]
Als Siedlungskern des heutigen Ortes kann man den mittelalterlichen Edelhof der Matschacher ansehen. Dieser Hof wurde am Übergang vom 14. auf das 15. Jahrhundert geteilt und war 1415 im Besitz von Barbara Herzenkrafft. Nach einigen Besitzerwechseln wurde der Hof schließlich 1620 Teil der Herrschaft Oberthal. Möglicherweise verfügte der Hof über einen eigenen Burgfried. Um 1650/70 wurde er schließlich aufgegeben.[2]
Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Berndorfs zu verschiedenen Herrschaften. Im Jahr 1542 werden Untertanen des Wilhelm von Rottal genannt. Die Herrschaft Oberthal hatte das Amt Mantscha mit 27 untertänige Zinsgütern sowie das eigene Bergamt Mantscha mit 3 Bergholden (zinspflichtige Weingärtner). Mantscha gehörte zur Gült der Grazer Stadtpfarre und Untertanen des Dreifaltigkeitstifts im Grazer Dom lassen sich ab 1665 nachweisen. Weiters hatte die Herrschaft Lidlhof und die Propstei St. Martin Untertanen in Mantscha.[1]
Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Mantscha Teil der freien Ortsgemeinde Attendorf. Im Jahr 1919 gab es erfolglose Bestrebungen die Katastralgemeinde Mantscha zu einer eigenständigen politischen Gemeinde zu machen.[1]
Anlässlich der Gemeindestrukturreform im Jahr 2015 drängte die Dorfgemeinschaft auf einen Zusammenschluss von Mantscha mit der Gemeinde Seiersberg.[3] Der Ort kam aber schließlich zu Hitzendorf.
Wirtschaft und Infrastruktur
Mantscha ist land- und forstwirtschaftlich geprägt. Vor allem um 1860 gab es intensiven Holzhandel, der vor allem vom Gut Eggenberg betrieben wurde. Bis zum Ersten Weltkrieg spielte auch der Weinbau in der Gegend eine wirtschaftliche Rolle. Seit 1997 wird in Mantscha von mehreren Landwirten eine Kleinmolkerei betrieben.[2]
In Mantscha wurde ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder Braunkohle abgebaut. Nach ersten Versuchsbauen wurde ab 1818 wieder Kohle abgebaut. Ab 1853 betrieb das Gut Eggenberg mehrere erfolgreiche Schurfbauten in Mantscha, und ab den 1870er wurde neue Schurfbaue angelegt. An Andreas Lampl wurde 1876 ein aus drei Doppelmaß bestehender Kohlebergbau im Josefa-Grubenfeld neu verliehen. Dieser Bergbau wurde 1880 von der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB) aufgekauft. Obwohl 1906 aufgelassen gab es von 1918 bis 1920 erneuten Abbau. So wurden hier 1919 etwa 500 Tonnen Braunkohle gewonnen. Der Bergbau wurde 1920 an den Grazer Unternahmer Felix Holzner verkauft, und schließlich 1934 wegen Heimsagung (Einstellung) bergbücherlich gelöscht.[4]
Der Ort ist nach Graz-Straßgang eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Straßgang.[4]
Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Mantscha gibt es einige Bauwerke von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Die 1981 errichtete Dorfkapelle Mantscha ist eine Messkapelle. Das Leitner- oder Mantschakreuz ist ein altes Wegkreuz, das 2008 wiederhergestellt wurde. Der Korpus des gekreuzigtens Jesus wurde dabei vom Grazer Bildhauer Gottfried Blaickner gefertigt. In einem östlich des Ortes gelegenen Waldgebiet liegt die Hügelgräbergruppe Mantscha.[4]
Weblinks
Literatur
- Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 388–389.
