Manuel Hagel

deutscher Politiker (CDU), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Manuel Hagel (* 1. Mai 1988 in Ehingen (Donau)) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit 2021 ist er Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag von Baden-Württemberg, dem er seit 2016 angehört. Seit 2023 ist er Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz. Von 2016 bis 2021 war er Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg und ist seit 2023 deren Landesvorsitzender. Er war Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026.

Hagel am Rande des Abschlussumzugs beim Deutschen Musikfest (2025)

Leben

Hagel besuchte die Realschule in seiner Geburtsstadt Ehingen und erlangte 2005 die Mittlere Reife. Von 2005 bis 2008 absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Ulm, anschließend arbeitete er bis 2009 als Privatkundenberater in Blaubeuren. Zwischen 2009 und 2014 war er Geschäftsstellenleiter bei der Sparkasse Ulm in Gerhausen und ab 2011 zusätzlich stellvertretender Filialdirektor in Blaubeuren. Von 2014 bis zu seinem Einzug in den Landtag von Baden-Württemberg im Jahr 2016 war er Filialdirektor in Ehingen.

Parallel dazu schloss Hagel 2009 eine Weiterbildung zum Bankfachwirt und schließlich von 2010 bis 2011 zum Bankbetriebswirt an der Sparkassenakademie Baden-Württemberg in Neuhausen auf den Fildern ab. Im Jahre 2014 schloss er ein Programm als Bankbetriebswirt an der Frankfurt School of Finance & Management ab.[1]

Hagel geriet im Dezember 2025 in die Kritik, weil er den Grad der Weiterbildung teils ohne den Zusatz „Frankfurt School of Finance & Management“ verwendete, sodass der Eindruck entstehen konnte, er habe studiert und einen Universitätsabschluss erworben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüfte einen Anfangsverdacht auf Titelmissbrauch, sah aber keinen Anlass für die Aufnahme von Ermittlungen.[2]

Privates

Hagel ist römisch-katholisch und war Ministrant in seiner Pfarrgemeinde.[3] Er ist verheiratet und Vater dreier Söhne. In Ehingen engagiert Hagel sich in den Stiftungsräten der Bürgerstiftung Ehingen und der Ernst-und-Anna-Rumler-Stiftung Ehingen. Er ist Mitglied der Narrenzunft Spritzenmuck, der historischen Bürgerwache sowie der Jägervereinigung. Hagel ist auch Mitglied der überparteilichen Europa-Union Baden-Württemberg.[4]

Politik

Partei

Hagel trat 2006 der CDU bei. Seit 2010 ist er Mitglied des Kreisvorstandes der CDU Alb-Donau-Ulm. Von Oktober 2019 bis Dezember 2023 war er Vorsitzender dieses CDU-Kreisverbandes. Der Kreisverband Alb-Donau-Ulm zählt mit 1800 Mitgliedern zu einem der größten Kreisverbände der CDU in Baden-Württemberg.

Von 2010 bis 2013 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU) Alb-Donau-Ulm und von 2013 bis 2014 Bezirksvorsitzender der JU Württemberg-Hohenzollern. Ab 2014 bis zu seiner Ernennung zum Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg war er stellvertretender Landesvorsitzender der JU Baden-Württemberg, welche die größte politische Jugendorganisation in Baden-Württemberg ist.

Beim Landesparteitag 2015 in Rust wurde Hagel erstmals in den CDU-Landesvorstand gewählt. Am 13. Juni 2016 folgte seine Wahl zum Generalsekretär der Südwest-Union. Im Zuge seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden im Landtag legte er 2021 sein Amt als Generalsekretär des Landes-CDU nieder. In diesem Amt folgte ihm Isabell Huber nach. Zum Zeitpunkt seiner Wahl war Hagel mit nur 28 Jahren der jüngste Generalsekretär einer baden-württembergischen Partei jemals.[5]

Beim Landesparteitag am 18. November 2023 in Reutlingen wurde Hagel mit 91,5 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden gewählt. Er folgte damit auf Thomas Strobl.[6]

Kommunalpolitik

Hagel gehört seit der Kommunalwahl 2009 dem Gemeinderat von Ehingen an. Dort war er von 2014 bis 2020 Fraktionsvorsitzender der CDU, die die absolute Mehrheit stellt. Unter Hagel als Fraktionsvorsitzendem konnte die CDU 2019 die absolute Mehrheit verteidigen. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates 2019 wurde er parteiübergreifend einstimmig zum stellvertretenden Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Ehingen gewählt. Darüber hinaus ist er seit 2014 Mitglied des Kreistags des Alb-Donau-Kreises.[7] Bei der Kommunalwahl 2024 wurde Hagel erneut in den Gemeinderat Ehingen sowie in den Kreistag gewählt.

Im Landtag

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 zog er mit 36,3 % der Stimmen im Wahlkreis Ehingen als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Er erzielte damit das beste Ergebnis eines direkt gewählten Abgeordneten der CDU in Baden-Württemberg bei der Wahl zum 16. Landtag. Hagel war Mitglied in den Ausschüssen Inneres, Digitalisierung und Migration und Ländlicher Raum und Verbraucherschutz.

Bei der Landtagswahl 2021 erreichte Hagel erneut den höchsten Stimmenanteil unter allen CDU-Wahlkreiskandidaten und zog mit 35,9 % wieder in den Landtag ein.[8]

Im Mai 2021 wurde Manuel Hagel zum Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion gewählt. Im Juni 2023 folgte er in dieser Rolle Thomas Kreuzer als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz.[9]

Im Mai 2025 wurde Hagel zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl 2026 gewählt.[10] Er zog mit 47,1 % der Stimmen wieder in den Landtag ein; dies war nach 2016 und 2021 erneut der höchste Stimmenanteil unter allen CDU-Wahlkreiskandidaten. Die CDU lag jedoch landesweit 0,5 Prozentpunkte hinter den Grünen mit deren Ministerpräsidentenkandidat Cem Özdemir.

Positionen

2017 forderte Hagel, die Regelung zur doppelten Staatsangehörigkeit in Deutschland abzuschaffen.[11] Er ist Verfasser des Papiers Wach auf CDU,[12] mit dem er sich nach der Bundestagswahl 2017 von der Politik Angela Merkels distanzierte und eine heftige Debatte im Landesverband auslöste.[13] Außerdem erstellte er die Schöntaler Erklärungen 2017, 2018 und 2019.[14] Im April 2018 war er beim Treffen des damaligen Vereins Werteunion der Hauptredner.[15][16]

Rezeption

Aussagen über eine Schülerin

Aufmerksamkeit erregte Hagel Ende Februar 2026 infolge eines aus dem Jahr 2018 stammenden Ausschnitts des Formats Auf ein Bier mit … des Regionalsenders Regio TV, in dem er den Besuch einer Realschule als damaliger Landtagsabgeordneter schilderte: „Bei einem Anteil von 80 Prozent Mädchen; also da gibt es für einen 29-jährigen Abgeordneten schlimmere Termine als diesen“.[17] Weiterhin berichtete er von der Frage einer Schülerin, nannte dabei ihren Vornamen Eva sowie beschrieb ihre braunen Haare und „rehbraune[n] Augen“.[18]

Die Karlsruher Bundestagsabgeordnete der Grünen, Zoe Mayer – auf deren Instagram-Kanal der Ausschnitt kurz vor der Landtagswahl 2026 erneut veröffentlicht wurde – kommentierte dort Hagels Verhalten: „Warum muss es um das Aussehen dieses minderjährigen Mädchens gehen, wenn doch eigentlich ihre Frage im Mittelpunkt steht?“[19] Hagel selbst gestand in einer Diskussionsrunde des SWR-Fernsehens einen Fehler ein und nannte seine Bemerkung „Mist“, nachdem seine Frau „ihm den Kopf gewaschen“ habe. Der Spitzenkandidat der Grünen Cem Özdemir kritisierte zwar den Inhalt Hagels ursprünglicher Aussagen,[20] nahm ihn in derselben Sendung aber in Schutz: Er sei sich sicher, dass Hagel „das heute nicht mehr so formulieren“ würde.[21] Die Journalistin Valerie Höhne kommentierte in der Süddeutschen Zeitung, Hagel habe „offenbar nicht viel dazugelernt“.[22] Livia Gerster bezeichnete in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Debatte als „Miniatur des alltäglichen Sexismus“, dessen öffentliche Bewertung aber in keinem Verhältnis zu seiner geringen Dimension stehe. Sie warf grünen Politikern vor, die Schülerin für den eigenen Wahlkampf zu instrumentalisieren.[23] Carolina Schwarz kritisierte in der taz, dass Hagel mit seiner Reaktion auf den Videoausschnitt „die Schuld auf eine andere Frau“ abgewälzt habe, statt sich zu entschuldigen.[24] Eine Auswertung der Stuttgarter Zeitung zeigte, dass Hagel seit Bekanntwerden des Videos leicht an Beliebtheit verlor; insbesondere bei Wählern von Parteien rechts der Mitte.[25]

Auftritt im Mittagsmagazin

Im Wahlkampf vor der baden-württembergischen Landtagswahl 2026 besuchte Hagel unter Begleitung des ARD-Mittagsmagazins eine Schule. Medial wurde der Auftritt problematisiert, da Hagel zum einen den Treibhauseffekt falsch erklärte und auch der Lehrerin das Wort abschnitt.[26][27][28]

Capital-Ranking

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 wurde Hagel in der Liste Capital Top 40 unter 40 (Politik und Staat) aufgeführt.[29][30][31]

Commons: Manuel Hagel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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