Mar Chiquita
Salzsee in Argentinien
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Die Laguna Mar Chiquita, span. Kleines Meer (auch Mar de Ansenuza) ist auf die Fläche bezogen der größte See Argentiniens und der zweitgrößte See Südamerikas nach dem Titicaca-See. Er ist weiterhin der fünftgrößte abflusslose See der Welt.
| Laguna Mar Chiquita Mar de Ansenuza | ||
|---|---|---|
| Geographische Lage | Córdoba, Argentinien, Südamerika | |
| Zuflüsse | Río Dulce, Río Suquía (Primero), Río Xanaes (Segundo) | |
| Abfluss | abflusslos (Salzsee) | |
| Orte am Ufer | Miramar, Morteros, Playa Grande | |
| Ufernaher Ort | Córdoba, Santa Fe | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 30° 30′ S, 62° 40′ W | |
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| Höhe über Meeresspiegel | 71 m | |
| Fläche | 5 770 km² | |
| Maximale Tiefe | 19 m | |
| Mittlere Tiefe | 16 m | |
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Besonderheiten |
größter See Argentiniens, zweitgrößter echter See Südamerikas | |
| Ufer des Mar Chiquita bei Miramar | ||
Lage
Der See liegt im Nordosten der Provinz Córdoba im zentralen Teil des Landes, reicht aber bis in die Provinzen Santiago del Estero und Santa Fe hinein. Auf den meisten Karten, beispielsweise auch auf der in diesem Artikel sichtbaren Karte, ist der See allerdings in den Dimensionen eingetragen, die er um etwa 1950 hatte, als er nur etwa 2.000 Quadratkilometer Fläche aufwies.
Geografie
Der See wird von drei großen Flüssen (Río Dulce, Río Suquía und Río Xanaes) gespeist, hat aber selbst keinen Abfluss. Das führt dazu, dass sich seine Ausdehnung ständig ändert, je nachdem wie hoch die Niederschlagsmenge ausfällt. Die von Wasser bedeckte Fläche schwankt also extrem, je nach Niederschlagsmenge zwischen 2.000 und 10.000 Quadratkilometern (höchster Stand 1958). Heute wird die Fläche auf etwa 5.770 Quadratkilometer geschätzt. In den 1970er-Jahren dehnte sich der See stark aus (Höchststand 1977 mit 8 m über Normal) und überschwemmte sehr weite Flächen im Norden und Osten sowie einen Teil des am Südufer gelegenen Badeortes Miramar. Seit den 1990er-Jahren zieht er sich wieder etwas zurück.
Die Tiefe des Sees beträgt wegen der flachen Topografie des Umlandes nur maximal 19 Meter, bei Niedrigwasser sogar nur 12 Meter.
Insbesondere in der Nordhälfte des Sees befinden sich zahlreiche Inseln, die aber meist nur sehr flach sind und oft überschwemmt werden.
Bevölkerung
Das Umland des Sees ist dünn besiedelt, da die Flächenveränderung des Sees eine enorme Herausforderung für den Menschen, insbesondere für die Landwirtschaft, darstellt. Es gibt nur zwei Orte direkt an der Küste, Miramar und Playa Grande. Der größte Ort der Region, Morteros, liegt fünf Kilometer östlich der Ostküste des Sees.
Tourismus
Der See ist ein stark frequentiertes Ferien- und Kurzentrum, da das Wasser salzhaltig ist und einen hohen Anteil von Mineralien aufweist. Mit dem Wasserstand ändert sich der Salzgehalt zwischen 25 und 290 g/l, sehr grob also 2,5 bis 29 Prozent Massegehalt. Heute liegt er bei etwa 80 g/l. Zum Vergleich: Meerwasser der großen Ozeane enthält etwa 3–3,5 Prozent Salz(e).
In der Zeit etwa zwischen 1940 und der Überschwemmung 1977 dem Überlaufen des Sees war der See vor allem wegen der hohen Dichte ein von internationalen Touristen besuchtes Reiseziel. Nach der Überschwemmung – es wurde dabei viel Salz aus dem See gespült – ging die Besuchsfrequenz rapide zurück. Erst seit 1992, als im einzigen Badeort Miramar mit dem Wiederaufbau der Küstenpromenade begonnen wurde, erlebt der Tourismus am See wieder einen Aufschwung.
Am 8. Februar 2026, im Südsommer wurde ein Rekordversuch veranstaltet, bei dem über tausend Menschen im Wasser trieben, ohne Schwimmbewegungen am Rücken liegend und Hand in Hand eine Kette bildend. Der Weltrekord aus 2017 vom Salzsee Lago Epecuén wurde nicht erreicht.[1]
Schutzgebiete
Der gesamte See sowie ein Teil des sumpfigen Mündungsgebietes des Río Dulce nördlich von Mar Chiquita stehen seit 1994 unter Naturschutz. Anfang 2005 errichtete die Universidad Nacional de Córdoba ein Forschungszentrum am See, um die Schwankungen der Seeoberfläche und den Einfluss der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung in seinem Einzugsgebiet zu erforschen. Insbesondere wird befürchtet, dass der Ausbau von Bewässerungsaktivitäten am Zufluss Río Dulce dem See Wasser abziehen könnte, mit der Folge, dass der See ähnlich wie der Aralsee nach und nach austrocknen würde.
Reserva Provincial Bañados del Río Dulce y Laguna de Mar Chiquita
Das Reservat besitzt eine Fläche von 9960 km² und ist einer der wichtigsten Feuchtgebiete Argentiniens. Es wurde 2002 als Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Zudem wurde der See zum Sitio Hemisférico erklärt, eine Auszeichnung, die Gebieten verliehen wird, die für die Fauna und Flora der westlichen Hemisphäre besonders erhaltenswert sind. Das Schutzgebiet beherbergt 66 % der Zug- und Strandvögel Argentiniens. Es gehört damit zu einem der bedeutendsten Artenschutzgebiete Südamerikas. Besonders viele Zugvogelarten machen bei ihrem Weg von Patagonien in die Arktis und umgekehrt Halt am See. Zu den 150 Vogelarten, die den See dauerhaft bevölkern, gehören drei Arten von Flamingos (Andenflamingo, Chileflamingo und Jamesflamingo), die keine Probleme mit der Adaptation an die wechselnden Bedingungen (wechselnder Salzgehalt, Ausdehnung) haben. Außerdem sind einige Säugetierarten wie Capybara, Dickschwanzbeutelratte, Graumazama, Halsbandpekari, Jaguarundi, Krabbenwaschbär, Mähnenwolf, Nutria, Pampasfuchs, Südamerikanischer Fischotter, Tapeti und Wildkaninchen zu finden.[2]
Nationalpark Ansenuza
Eine 1860 km² große Fläche im südlichen Teil des Sees wurde 2022 zum Nationalpark erklärt. Dort kommt der Wilsonwassertreter, ein Zugvogel aus Nordamerika, in besonders großer Zahl vor. Es wurden bis zu 600.000 Exemplare gezählt.[3]
Weblinks
- Seite mit Informationen auf Deutsch zum See
- Offizielle Seite des Badeorts Miramar, mit Fotos des Sees und Fakten zur Schwankung des Wasserstandes (spanisch)
- Vergleich von Satellitenbildern der Jahre 1992 und 2012
