Marc Lürbke

deutscher Politiker (FDP), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Marc Lürbke (* 31. Januar 1977 in Arnsberg; † 18. Oktober 2025[1]) war ein deutscher Politiker (FDP). Er gehörte von 2012 bis zu seinem Tod dem Landtag Nordrhein-Westfalen an.

Marc Lürbke (2013)

Leben

Lürbke verbrachte seine Kindheit in Hövel (Sundern) und legte sein Abitur 1997 am Franz-Stock-Gymnasium in Neheim-Hüsten ab. Nach dem Grundwehrdienst beabsichtigte er zunächst, Polizeibeamter zu werden, scheiterte aber an den Voraussetzungen.[2] Stattdessen absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis. Bei der Landesbank Baden-Württemberg war er anschließend als Börsenhändler tätig. Ab 2005 studierte er an der Universität Paderborn International Business.[2] Im Mai 2012 schloss er ein 2009 begonnenes[2] weitergehendes Studium der Fächer Deutsch und Geschichte mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Schulen erfolgreich ab. Lürbke war als Hauptmann der Reserve bei der Bundeswehr beordert.[3]

Im Oktober 2025 verstarb Lürbke im Alter von 48 Jahren an einer Krebserkrankung.[4] Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.[5]

Politik

Abgeordneter

Bei der Landtagswahl 2012 kandidierte Lürbke im Landtagswahlkreis Paderborn II und errang 4,4 % der Erststimmen, zog aber über den Listenplatz 17 der FDP-Landesliste in den Landtag ein.[6] 2017 holte er in diesem Wahlkreis bereits 8,3 Prozent der Erststimmen und zog über den Listenplatz 6 in den nordrhein-westfälischen Landtag ein. Bei der Landtagswahl 2022 kandidierte er erneut in diesem Wahlkreis, erreichte einen Erststimmenanteil von 6,0 %[7] und zog über Listenplatz 8 in den Landtag ein. Nach seinem Tod rückte Thomas Nückel für ihn in den Landtag nach.[8]

Lürbke war zunächst Sprecher seiner Fraktion für Bevölkerungsschutz, Sicherheit, Feuerwehr und Streitkräfte.[2] Er war dort Mitglied im Innen-[9] und Sportausschuss.[10] Von 2015 bis zu seinem Tod war er innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. In der 16. Wahlperiode war er Obmann im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Vorkommnissen in der Kölner Silvesternacht.[11][12] In der 17. Wahlperiode war er Obmann im Untersuchungsausschuss Kindesmissbrauch. Er war Mitglied und Sprecher des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Messeranschlag in Solingen im Jahr 2024.[2] Ab dem 10. Oktober 2017 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.[13] Er war zudem von 2012 bis 2025 ordentliches Mitglied des Kontrollgremiums des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes nach § 23 des Verfassungsschutzgesetzes NRW.

Lürbke war zudem 2017 und 2022 Mitglied der Bundesversammlung.[14]

Partei

Lürbke kam über die Hochschulpolitik zur FDP[2] und war ab 2005 Mitglied dieser Partei. Im Jahr 2009 wurde er Kreistagsabgeordneter im Kreistag Paderborn. Ab 2014 war er Schatzmeister der FDP Ostwestfalen-Lippe.[15] Seit dem 17. März 2018 war er stellvertretender Bezirksvorsitzender und seit dem 5. April 2025 bis zu seinem Tode Bezirksvorsitzender.[16] Am 10. März 2014 wurde er zum Kreisvorsitzenden der FDP Paderborn gewählt. Ab 2016 war er Mitglied des Landesvorstands der FDP NRW.[17] Er war Vorsitzender der Arbeitsgruppe Innenpolitik der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz.[18]

Politische Positionen

Als Innenpolitiker beschäftigte Lürbke sich zuvorderst mit der Sicherheit in Nordrhein-Westfalen. Öffentliche Beachtung erhielt dabei etwa seine Mitwirkung bei den Reformen des nordrhein-westfälischen Polizei- sowie des Versammlungsgesetzes.[19] Als Innenpolitiker begleitete Lürbke zudem eng die 2017 angestoßene „Modernisierungsoffensive“ für die Polizei in Nordrhein-Westfalen.[20]

Literatur

  • Andreas Wyputta: Porträt: Marc Lürbke (FDP), in Landtag Intern, Ausgabe 5/25 vom 15. Juli 2025, S. 18 f.
Commons: Marc Lürbke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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