Marcel Riethig

deutscher Diplom-Sozialwirt und Kommunalpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Marcel Riethig (* 24. Dezember 1982 in Göttingen) ist ein deutscher Diplom-Sozialwirt und Kommunalpolitiker (SPD). Seit dem Jahr 2021 ist er amtierender Landrat des Landkreises Göttingen in Niedersachsen.

Leben

Marcel Riethig wuchs in Eddigehausen auf und besuchte das Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen, an dem er das Abitur ablegte. An der Georg-August-Universität Göttingen absolvierte er anschließend ein Studium der Sozialwissenschaften, das er als Diplom-Sozialwirt abschloss. Seit dem Jahr 2011 war er in der Kreisverwaltung des Landkreises Göttingen als Pressesprecher und Leiter der Stabsstelle Zentrale Steuerung tätig. Im Jahr 2014 wurde er zum Kreisrat gewählt und war als Dezernent verantwortlich für die Bereiche Jugend, Bildung, Arbeit, Soziales und Kultur. Im Jahr 2016 wurde er wiedergewählt.[1]

Am 12. September 2021 trat Riethig zur Landratswahl an und erreichte 37,51 % der Stimmen. Nach der Stichwahl gegen Marlies Dornieden (CDU) am 26. September 2021 konnte er mit 63,5 % der Stimmen die Wahl für sich entscheiden.[2] Er löste damit Bernhard Reuter ab, der zu den Wahlen 2021 nicht mehr antrat. Riethig gehört seit November 2021 dem Stiftungsrat der Südniedersachsenstiftung an und ist seit Oktober 2022 als Nachfolger von Reuter dessen Vorsitzender.[3]

Riethig ist verheiratet und hat zwei Kinder.[1]

Kritik

2026 schrieben Führungskräfte der Göttinger Kreisverwaltung einen Brandbrief an den Göttinger Kreistag und das Niedersächsische Innenministerium, in dem sie den Führungsstil von Marcel Riethig als Landrat kritisierten. Die Vorwürfe gegen Marcel Riethig umfassen neben dem kritisierten Führungsstil und mutmaßlicher Vetternwirtschaft bei der Einstellung eines persönlichen Freundes weitere Anschuldigungen. Laut dem Brandbrief der Verwaltungsspitze soll Riethig eigenmächtig und teilweise unter Umgehung rechtlicher Bedenken gehandelt haben, was dem Landkreis erhebliche finanzielle Schäden verursacht habe. Beispiele hierfür sind die anscheinend anlasslose und eigenmächtig vorgenommene Erhöhung der Miete für die Berufsbildenden Schulen II in Osterode am Harz um jährlich 1,63 Millionen Euro sowie die Vergabe eines Marketingauftrags über 200.000 Euro an eine ihm empfohlene Agentur ohne ordnungsgemäße Ausschreibung. Zudem wird ihm vorgeworfen, in die Unabhängigkeit des Veterinäramtes eingegriffen und Mitarbeiter bei Lebensmittelkontrollen unter Druck gesetzt zu haben.[4] Riethig ließ die Vorwürfe über seinen Anwalt als haltlose Behauptungen ohne Tatsachengrundlage zurückweisen.[5] In der Folge zog er seine Kandidatur für die kommenden Landratswahlen zurück[6] und beantragte ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst, um an eine vollständige Liste der Vorwürfe zu gelangen, die ihm bisher nicht zugänglich gemacht worden ist. Außerdem stellte er Strafanträge gegen Unbekannt wegen Weitergabe der Vorwürfe an die Medienhäuser.[7]

Einzelnachweise

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