Maria Eis

österreichische Burgschauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Eis (* 22. Februar 1896 in Prag, Österreich-Ungarn; † 18. Dezember 1954 in Wien) war eine österreichische Kammerschauspielerin und Filmschauspielerin.

Otto Skall: Maria Eis als Potiphars Weib (links) in: Josephs Legende, Wiener Staatsoper (1936)
Maria Eis-Gasse in Wien
Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Leben

In der Zeit von 1918 bis 1923 trat sie in Wien an der Neuen Wiener Bühne, der Renaissancebühne und den Kammerspielen auf. Danach ging Maria Eis nach Hamburg und spielte dort bis 1932 am Thalia Theater und am Deutschen Schauspielhaus. Nach Wien zurückgekehrt, begann ihre eindrucksvolle Karriere als Charakterschauspielerin und Tragödin am Burgtheater, dem sie bis zu ihrem Tode als Ensemblemitglied angehörte. Ihre Auftritte als Elisabeth I., Lady Macbeth, Sappho, Iphigenie und Medea verdienen besondere Erwähnung.

Ab 1935 konnte Maria Eis auch als Filmschauspielerin reüssieren und wirkte in gut zwei Dutzend Spielfilmen mit.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 konnte sie nur noch mit einer Sondergenehmigung spielen, da sie mit einem „Halbjuden“ verheiratet war.[1] Eis versteckte den Souffleur des Burgtheaters Maximilian Blumenthal eine Zeitlang in ihrer Wohnung, doch am 5. März 1941 wurde er in ein Vernichtungslager deportiert, ebenso dessen Frau Anna im Oktober 1942 nach Maly Trostinec.[1] Maria Eis stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.[2]

Sie war drei Mal verheiratet und brachte 1940 ihren Sohn Heinrich (Heiki) zur Welt. Dieser spielte zwischen seinem 5. und 11. Lebensjahr zahlreiche Theaterrollen sowie eine Hauptrolle in dem Spielfilm Gottes Engel sind überall (1947), neben Attila Hörbiger.[3][4]

Maria Eis erkrankte während ihres letzten Lebensjahres an einer Arthritis, die Spitalsaufenthalte nach sich zog. In häusliche Pflege entlassen, stellten sich Herzbeschwerden ein, derentwegen sie in die Herzstation der Wiener allgemeinen Poliklinik (Pelikangasse 16–18) eingeliefert wurde, wo sie einige Zeit später einem Herzinfarkt erlag.

Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33 A, Reihe 4, Nummer 12).

Im Gedenken an Maria Eis wurde 1960 die Verkehrsfläche vor dem ehemaligen Karl-Michael-Ziehrer-Haus, die Maria-Eis-Gasse im 3. Wiener Gemeindebezirk, nach ihr benannt, in dem bis etwa Mai 2006 die Zustellgruppe der Post-und-Telegrafen-Verwaltung für Wien III untergebracht war. Diese Straße wurde 2016 in den Rochusplatz einbezogen.

Filme

Literatur

Einzelnachweise

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