Maria Isabel Hagen
Theaterregisseurin, Dramaturgin und Performerin
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Leben
Hagen ist Absolventin der angewandten Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen.[2] In ihrer Masterinszenierung Wahrscheinlich Weinen (2014) betrachtete sie, wie Weinen auf der Bühne hergestellt und als „authentisch“ wahrgenommen wird, und leitete daraus ihr Interesse an der Dekonstruktion von Bühnenaffekten ab.[2] Sie war künstlerische Leiterin des Brachland-Ensembles.[3]
Wirken
Hagen entwickelte im Jahr 2019 gemeinsam mit Philipp Bergmann die installative Performance Ritus Royal, in der beide in barocker Kostümierung schweigend an einer reich gedeckten Tafel saßen und sich ausschließlich von dem ernährten, was zu Beginn aufgetischt war.[4] Als Regisseurin der Solo-Performance Verlieben arbeitete sie an einem Bühnenexperiment über Flirttipps, Aphrodisiaka und theatrale Tricks, das 2018 in Nürnberg Premiere hatte und 2021 als Gastspiel auf der taT-Studiobühne in Gießen gezeigt wurde.[2] Den Impuls für Performing Denkmal schilderte sie als Spaziergang über den Jüdischen Friedhof Altona mit ihrem Projektpartner im Jahr 2019, woraufhin sie ein Konzept entwickelte, das Gedenkorte performativ erweitert und im August 2022 mit einem ersten „Denkmal“ am ehemaligen jüdischen Friedhof in Ottensen begann.[3] Im Dezember 2025 stellte sie das Projekt in einer Lecture Performance in der W3_ als Auseinandersetzung mit Hamburgs kolonialem Erbe vor; im Zentrum stand dabei die Entwicklung von zehn performativen Denkmälern für den Stadtraum 2025/2026 sowie eine abschließende Bühnenperformance als „11. Denkmal“ im Februar 2026.[5] 2026 erläuterte sie mit der Choreografin Gifty Lartey den Ansatz, Denkmälern anstelle von Bronze- oder Steinstatuen „etwas Lebendiges“ entgegenzusetzen, und berichtete von Interventionen an der U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark und am Baakenhöft.[1] Performing Denkmal II hatte am 26. Februar 2026 im LICHTHOF Theater Premiere und bezog dokumentarische Materialien gemeinsam mit re-enacteten Denkmälern zu einer Arbeit über koloniale Denkmäler und Geschichten der Afrodiaspora in Hamburg ein.[6]