Maria Lai

italienische Objektkünstlerin, Malerin und Performerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Werk

Maria Lai belegte 1932 am Internat in Cagliari Kurse bei Schriftsteller und Journalist Salvatore Cambosu (1895–1962), mit dem sie eine enge Freundschaft entwickelte.[2][3] Seit 1939 in Rom niedergelassen, besuchte sie dort Kurse bei Angelo Prini und Arturo Martini. Ab 1943 studierte sie an der Accademia di belle arti di Venezia bei Alberto Viani und Marino Mazzacurati. 1945 verließ sie Venedig und kehrte nach Sardinien zurück, wo sie In Cagliari als Zeichenlehrerin arbeitete. 1954 zog sie wieder nach Rom, lernte Giuseppe Dessì kennen und veränderte ihre Arbeitsweise.

Maria Lai ist bekannt für Objekte, die mit Nadel und Faden hergestellt sind. Ihre erste große Ausstellung hatte Lai 1971 in der Schneider Gallery in Rom, kuratiert von Marcello Venturoli. 1977 lernte sie Mirella Bentivoglio kennen. 1978 nahm Lai an der Biennale di Venezia teil. Aus dem Jahr 1981 stammt die bekannte Performance legarsi alla montagna/sich an den Berg binden.

2006 wurde das Museum Stazione dell’arte im ehemaligen Bahnhof von Ulassai eröffnet. Maria Lai stellte diesem Museum ca. 140 ihrer bedeutsamsten Werke als Schenkung zur Verfügung.[4]

Die letzte öffentliche Installation von Maria Lai, die sie 2011 als Hommage an Grazia Deledda in der Nähe der Chiesetta della Solitudine in Nuoro begonnen hatte, blieb aufgrund ihres Todes am 16. April 2013 unvollendet.[5] In elf weiße Travertinsäulen sind Worte und Sätze der Schriftstellerin eingraviert, kombiniert mit aus Schmiedeeisen geformten stilisierten Figuren von Frauen, Schäfern und Ziegen.[6]

Postume Ausstellungen

2017 wurden Arbeiten von ihr postum auf der Documenta 14 in Kassel gezeigt.[7] Auch auf der Biennale di Venezia 2017 war sie mit ausgewählten Werkgruppen vielbeachtet vertreten. Die Marianne Boesky Gallery präsentierte sie im selben Jahr an der Art Basel Miami Beach.[8]

Das MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo in Rom widmete ihr 2019 zum Hundertsten eine große Retrospektive.[9]

Die Installation Andando Via – Omaggio a Grazia Deledda wurde 2020 im Mudec Museum ausgestellt, ein kollektives Werk, hergestellt von 25 Textilwerkstätten nach Lais originalem Design.

2024 wurde ihr im Robert Olnick Pavilion des Magazzino Italian Art Museums in Cold Spring NY ihre erste Retrospektive in den USA ausgerichtet unter dem Titel Maria Lai. A Journey to America.[10] Im folgenden Jahr wurde im selben Museum eine großformatige Installation gezeigt, die sie 2003 in Alghero in Zusammenarbeit mit sardischen Künstler und Designer Antonio Marras geschaffen hatte.[11]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2004: Honoris causa an der Universität Cagliari
  • 2011: Premio Camera dei Deputati per il 150° anniversario dell’Unità d’Italia/Preis der Abgeordnetenkammer zum 150. Geburtstag der italienischen Einheit (für Orme di leggi/Gesetzenspuren)

Einzelnachweise

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