Maria Rooth

schwedische Eishockeyspielerin, Olympiamedaillengewinnerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Elisabeth Rooth (* 2. November 1979 in Ängelholm) ist eine ehemalige schwedische Eishockeyspielerin und -trainerin. Sie zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Akteurinnen des internationalen Fraueneishockeys, vor allem in den späten 1990er und 2000er Jahren, und prägte über mehr als ein Jahrzehnt die Entwicklung der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft (Damkronorna).[1] Darüber hinaus gewann sie zahlreiche nationale Titel und Auszeichnungen in Schweden und den Vereinigten Staaten.[2][3]

Schnelle Fakten Schweden Maria Rooth, IIHF Hall of Fame, 2015 ...
SchwedenSchweden  Maria Rooth
IIHF Hall of Fame, 2015

Maria Rooth (2013)


Geburtsdatum 2. November 1979
Geburtsort Ängelholm, Schweden
Größe 176 cm
Gewicht 72 kg

Position Stürmer

Karrierestationen

bis 1993 Rögle BK
1993–1998 Veddige HK
1994–1996 Jonstorp IF
1996–1998 Helsingborg HC
1998–1999 Assabet Valley
1999–2003 University of Minnesota Duluth
2003–2004 Limhamn Limeburners
2004–2006 Mälarhöjden/Bredäng Hockey
2006–2010 AIK Solna
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Karriere

Anfänge in Schweden und College-Eishockey

Rooth begann im Alter von fünf Jahren mit dem Eishockeysport in den männlichen Nachwuchsmannschaften des Rögle BK. Später spielte sie im Mädchen- und Juniorinnenbereich für den Veddige HK und den Jonstorp IF, wobei sie mit Veddige zwei Bronzemedaillen bei schwedischen Mädchenmeisterschaften gewann.

Nach ihrem Schulabschluss an der Rönneskolan in Ängelholm wechselte Rooth zur Saison 1998/99 in die USA, wo sie ein Jahr lang für den Assabet Valley Girls Hockey Club in der Nähe von Boston aktiv war. Während ihres Aufenthalts wurde sie von mehreren Colleges kontaktiert, die ihr ein Stipendium anboten. Rooth absolvierte daraufhin Besuche an fünf Universitäten (University of Maine, University of New Hampshire, Ohio State University, University of Wisconsin–Madison sowie University of Minnesota Duluth). Letztlich entschied sie sich für die University of Minnesota Duluth, an der sie einen Bachelor-Abschluss in Kommunikationswissenschaften erwarb. Parallel zum Studium spielte sie für die Minnesota Duluth Bulldogs in der Western Collegiate Hockey Association (WCHA), einer der stärksten Frauen-Divisionen im US-Collegebereich der NCAA. Während ihrer vierjährigen Collegezeit erzielte sie 119 Tore und 113 Vorlagen für insgesamt 232 Scorerpunkte in 124 Spielen. Damit zählt sie zu den punktbesten Spielerinnen in der Geschichte der Bulldogs. Mit den Bulldogs gewann sie in drei aufeinanderfolgende Jahren die NCAA-Meisterschaft (2001, 2002, 2003) und erhielt zahlreiche persönliche Auszeichnungen, unter anderem mehrere Berufungen in All-Star-Teams, WCHA Rookie of the Year (2000), MVP des Frozen Four 2001 sowie dreimal unter den Top-10-Nominierungen für den Patty Kazmaier Memorial Award.[4]

Als besondere Ehrung wurde Rooths Rückennummer #27 im Jahr 2005 von der UMD als erste Nummer im US-amerikanischen College-Eishockey der Frauen gesperrt.[5][6]

Rückkehr nach Schweden und Klubkarriere

Nach ihrem Studium kehrte Rooth nach Schweden zurück und spielte zunächst für die Limhamn Limeburners und gewann mit dem Team 2004 die schwedische Vizemeisterschaft.

Danach schloss sie sich Mälarhöjden/Bredäng Hockey in Stockholm an und gewann 2005 und 2006 die schwedische Meisterschaft mit ihrem neuemn Team. Ab 2006 spielte sie für den AIK Solna in der damals neu strukturierten Riksserien (heute: SDHL). Mit dem AIK gewann sie zwei weitere schwedische Meistertitel sowie zweimal den Europapokalwettbewerb IIHF European Women Champions Cup.

Rooth war in dieser Phase eine der dominierenden Offensivspielerinnen der Liga.

International

Rooth debütierte 1996 in der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft und gewann bei der Europameisterschaft 1996 mit der Damkronora die Goldmedaille. In den folgenden 12 Jahren nahm sie an neun Frauen-Weltmeisterschaften teil, bei denen sie 2005 und 2007 jeweils die Bronzemedaille gewann. Zudem vertrat sie Schweden bei vier Olympischen Winterspielen: Bei den Olympischen Winterspielen 1998 wurde erstmals ein Fraueneishockeyturnier ausgetragen, bei dem sie mit dem schwedischen Team den fünften Platz belegte. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie mit der Nationalauswahl die Bronzemedaille und trug zu diesem Erfolg 1 Tor und 3 Assists bei.

Ihren internationalen Durchbruch erreichte sie bei den Winterspielen 2006 in Turin. Im Halbfinale gegen die USA erzielte sie zwei Treffer und verwandelte im Penaltyschießen den entscheidenden Versuch. Schweden gewann dabei erstmals in der Geschichte des Fraueneishockeys ein K.-o.-Spiel gegen die USA oder Kanada. Letztlich gewann die Damkronora die Silbermedaille und Rooth war am Ende der Spiele mit insgesamt neun Scorerpunkten die punktbeste Europäerin und nicht-kanadische Spielerin. Folgerichtig wurde sie in das All-Star-Team des Turniers gewählt. Bei ihren letzten Spielen, den Winterspielen 2010 in Vancouver, erzielte sie ein weiteres Tor und erreichte den vierten Platz.

Insgesamt erzielte sie 105 Tore in 265 Länderspielen für die Damkronora und stellte damit einen neuen schwedischen Rekord auf.

Nach der Karriere

Maria Rooth (Bildmitte) und Peter Forsberg (re.) bei einer Galaveranstaltung (2022)

Nach ihrem Karriereende im März 2010 kehrte Rooth für die Saison 2010/11 als Assistenztrainerin zu den Minnesota Duluth Bulldogs zurück und arbeitete dort unter Cheftrainerin Shannon Miller. Anschließend wurde sie als Expertin und Kommentatorin für den öffentlich-rechtlichen Sender SVT tätig.

Zudem gründete sie die Maria Rooth Hockey School – eine der bedeutendsten Mädcheneishockeyschulen Skandinaviens – und leitet darüber hinaus verschiedene Trainingslager für junge Spielerinnen. Als Unternehmerin ist sie Geschäftsführerin von JUSTICE Hockey AB, die individuell angepasste Eishockeyschläger herstellt.

2015 wurde Rooth mit der Aufnahme in die IIHF Hall of Fame[7] und die schwedische Eishockey-Ruhmeshalle geehrt.

Erfolge und Auszeichnungen

NCAA

  • 2000 WCHA First All-Star Team
  • 2001 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Minnesota Duluth
  • 2001 WCHA First All-Star Team
  • 2001 WCHA All-Academic Team
  • 2001 All-American First Team
  • 2002 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Minnesota Duluth
  • 2002 WCHA First All-Star Team
  • 2002 WCHA All-Academic Team
  • 2002 All-American First Team
  • 2002 Most Outstanding Player des NCAA-Frozen-Four
  • 2003 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Minnesota Duluth
  • 2003 WCHA Second All-Star Team
  • 2003 WCHA All-Academic Team
  • 2003 All-American Second Team

International

Karrierestatistik

Klub- und College-Wettbewerbe

Weitere Informationen Saison, Team ...
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM +/−
1995/96Veddige HKSM-Slutspel
1996/97Veddige HKSM-Slutspel
1997/98Veddige HKSM-Slutspel
1999/00University of MinnesotaWCHA3237316826
2000/01University of MinnesotaWCHA3241317216
2001/02University of MinnesotaWCHA3022163824
2002/03University of MinnesotaWCHA3019355422
2003/04Limhamn LimeburnersSM-Slutspel5113144+10
2004/05Mälarhöjden/BredängSM-Slutspel588164+13
2005/06Mälarhöjden/BredängSM-Slutspel585130+10
2006/07AIKSM-Slutspel33254+6
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Weitere Informationen Reguläre Saison, Playoffs ...
Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM +/− Sp T V Pkt SM +/−
2007/08AIKRiksserien141615314+2544372+7
2008/09AIKRiksserien201822408+3322130+3
2009/10AIKRiksserien201115268+1632020+0
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International

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/− Resultat
1996SchwedenEM10000 Goldmedaille
1997SchwedenWM523564. Platz
1998SchwedenOlympia52130±05. Platz
1999SchwedenWM50330−14. Platz
2000SchwedenWM53036−24. Platz
2001SchwedenWM51236±07. Platz
2002SchwedenOlympia513410−3 Bronzemedaille
2004SchwedenWM53256−14. Platz
2005SchwedenWM55058−2 Bronzemedaille
2006SchwedenOlympia55492+2 Silbermedaille
2007SchwedenWM54264+5 Bronzemedaille
2008SchwedenWM41232+15. Platz
2009SchwedenWM52026−14. Platz
2010SchwedenOlympia51120−44. Platz
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(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

  • Offizielle Website
  • Maria Rooth bei eliteprospects.com (englisch)
  • Maria Rooth in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
  • Maria Rooth - Statistik, Auszeichnungen und Titel (PDF). In: swehockey.se. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. April 2017; abgerufen am 26. April 2017.

Einzelnachweise

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