Marianenliest

Art der Gattung Todiramphus From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Marianenliest (Todiramphus albicilla) ist eine endemisch auf den Nördlichen Marianen vorkommende Eisvogelart (Alcedinidae).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Marianenliest

Marianenliest (Todiramphus albicilla) im Fluge auf der Insel Saipan mit einer Reptilienbeute im Schnabel

Systematik
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Unterfamilie: Lieste (Halcyonidae)
Gattung: Todiramphus
Art: Marianenliest
Wissenschaftlicher Name
Todiramphus albicilla
(Dumont, 1823)
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Systematik

Der Marianenliest wurde ursprünglich als Unterart des Halsbandliests (Todiramphus chloris) geführt. Aufgrund genetischer Untersuchungen wurde ihm 2015 der Status einer eigenständigen Art zuerkannt.[1]

Merkmale

Marianenlieste erreichen eine Größe von ca. 23 Zentimetern und ein Gewicht von 52 bis 79 Gramm.[2] Die Geschlechter sind sich farblich sehr ähnlich. Die Oberseite, sowie die Flügel und der Schwanz sind grün, grünlich blau bis graublau gefärbt. Der Kopf, der Hals und die gesamte Unterseite sind weiß. Der Zügel ist schwarz und erstreckt sich bis zum Hinterkopf. Zuweilen ist der Oberkopf grünlich gefärbt. Der kräftige Schnabel ist oberseits schwarz und unterseits gelblich. Die Iris ist schwarz, Beine und Füße sind grau.

Verbreitung, Unterarten und Lebensraum

Der Marianenliest kommt ausschließlich auf den Nördlichen Marianen vor. Er bewohnt typischerweise tropische Feuchtwälder des Tieflandes sowie Mangrovenwälder. Diese Regionen bieten ihm ein geschütztes, feuchtes Klima und reichlich Nahrung. Er bevorzugt Gebiete mit dichtem Baumbestand in der Nähe von Gewässern, die ideale Bedingungen zum Nisten und Jagen kleiner Beutetiere bieten. Außerhalb seines primären Lebensraums ist der Marianenliest gelegentlich auch in Sekundärwäldern und Kulturlandschaften nahe seines üblichen Verbreitungsgebiets anzutreffen. Zuweilen kommt er auch auf brachliegenden Ackerflächen oder in bewirtschafteten Wäldern vor, sofern nahegelegene Feuchtgebiete vorhanden sind.[2] Es werden drei Unterarten geführt:[3]

  • Todiramphus albicilla owstoni – auf den zur nördliche Inselgruppe zählenden Inseln Asuncion, Agrihan, Pagan und Alamagan
  • Todiramphus albicilla albicilla – auf den zur südlichen Inselgruppe zählenden Inseln Saipan und Tinian
  • Todiramphus albicilla orii – auf der Insel Rota.

Lebensweise

Außer während der Brutperiode leben Marianenlieste einzeln, sie kehren jedoch jedes Jahr zum selben Partner zurück. Sie ernähren sich von verschiedenen Beutetieren wie kleinen Wirbellosen, in erster Linie von Heuschrecken, Käfern und Raupen. Gelegentlich erbeuten sie auch kleine Reptilien oder Krebstiere. Marianenlieste führen Balzrituale durch, die von Lautäußerungen und Flugmanövern begleitet werden, um Partner anzulocken. Ihre Nistplätze verteidigen sie und wehren Eindringlinge aggressiv ab. Die Vögel bevorzugen natürliche Nistplätze wie Baumhöhlen oder verlassene, in weichem Boden gegrabene Erdbauten. Für den Innenausbau eines Nestes verwenden sie nur wenig Material und nutzen überwiegend den natürlichen Untergrund. In der Regel legt ein Weibchen ein bis vier Eier. Die Brutzeit beträgt etwa zwei bis drei Wochen, in denen sich beide Elternteile beim Brutgeschäft abwechseln. Nach dem Schlüpfen füttern und schützen beide Eltern die Küken, die nach etwa drei bis vier Wochen flügge werden. Die Eltern unterstützen die Jungvögel weiterhin, bis diese selbstständig sind.[2]

Bestand und Gefährdung

Von der Weltnaturschutzorganisation IUCN wird der Marianenliest noch nicht geführt (Stand 2025). Er gilt derzeit als gefährdet, da er durch Lebensraumverlust, invasive Arten und Umweltveränderungen bedroht ist. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören die Wiederherstellung von Lebensräumen, die Bekämpfung invasiver Arten und Maßnahmen zum Erhalt seines verbliebenen Lebensraums. Naturschutzorganisationen und lokale Behörden arbeiten eng zusammen, um die Populationen zu überwachen und die Bedingungen in den natürlichen Lebensräumen zu verbessern.[2]

Literatur

  • Woodall, P. F.: Mariana Kingfisher (Todiramphus albicilla), version 1.0. In Birds of the World (S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald, and T. S. Schulenberg, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020

Einzelnachweise

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