Mark Rabe

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Mark Rabe (* 7. Oktober 1972) ist ein deutscher Dramaturg, Künstlerischer Leiter, Geschäftsführer, Produzent und Kurator.

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Leben und Wirken

Mark Rabe wuchs im südhessischen Birkenau (Kreis Bergstraße) auf und legte sein Abitur 1992 an der Martin-Luther-Schule in Rimbach/Odenwald ab. Nach dem Zivildienst studierte er Kunstgeschichte, Germanistik, Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum und FU Berlin und schloss ein Magisterstudium an der Universität Kassel ab. Während des Studiums war er als freier Journalist im Feuilleton, Theaterkritiker und Essayist für Radio, Zeitung und Online-Medien im Ruhrgebiet tätig. Seit 2001 arbeitet der Kunstwissenschaftler spartenübergreifen­d als Dra­ma­turg, Künstlerischer Leiter und Theaterproduzent mit öffentlichen Förderungen in der Freien Szene Deutschlands an den Schnitt­­­stellen von bildender/darstellender Kunst, Musik, Literatur und Theorie bei selbst initiierten Projekten, im Theaterbetrieb und im Rahmen von internationalen Festivals.

Ein Schwerpunkt seines Interesses gilt dem Werk des DDR-Dramatikers Heiner Müller; er wurde mehrfach zu Vorträgen auf internationale Konferenzen[1] oder an das Literaturforum im Brecht-Haus nach Berlin[2] eingeladen. Eine frühe Regie- und Dramaturgiehospitanz bei Werner Schroeter im Jahre 2000 führte Rabe an das Theater Oberhausen. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Heiner Müllers exzeptionellem Werk und dessen Negativer Dialektik,[3] waren persönliche Begegnungen unter anderen mit Marie Zimmermann, Erich Wonder, Dimiter Gotscheff, Gerard Mortier, Luk Perceval und Martin Warnke prägend für seinen Werdegang. Rabes vor allem auch an Bertolt Brecht, Antonin Artaud und Luigi Nono geschulte Geschichtsphilosophie und Traum von einer marxistischen Ästhetik (auf der Bühne) kreist um eine auf Humanität, Intensität, Körperlichkeit, Radikalität, Schauspielkunst, Verwandlung, Schönheit, Erkenntnis und Schmerz orientierte, emanzipatorische Konflikthaftigkeit, Poetik der Bild­­lichkeit und gesellschaftskritischen Sozialrealismus.

2001 initiierte und leite­­te Rabe als Künstlerischer Leiter das Dramatikerforum 2001 am Prinzregenttheater Bo­chum (Medienpartner: Theater der Zeit) u. a. mit Dörte Lyssewski als Lesende, woraus die heute berühmten Stückeschreiber An­dri Bey­e­ler und Claudius Lünstedt hervorgingen; Beyelers späteres Erfolgsstück „KICK 'N' RUSH“ wurde damals bei ihm urge­­­lesen. Paul Maar-Stipendium 2001. Im selben Jahr kam Rabe als Gast für eine Dramaturgie-Assistenz an das Düsseldorfer Schauspielhaus; 2002 absolvierte er ein Dramaturgie-Volontariat beim Internationalen Festival der Künste Ruhrtriennale.

2004 produzierte Rabe den Hörstück-Abend Heiner Müller 75 in Bochum (Universitätsbuchhandlung Janssen) mit Stargast Heiner Goebbels. 2005 übernahm er Dramaturgie und Produktionsleitung für Sophokles‘/Heiner Müllers "Philoktet" mit einem trans­­kulturellen Migrantenchor am Theater unterm Dach Berlin und Gastspiel am Societaetstheater Dresden. 2006 war er alleiniger Produktionsleiter beim internationalen Figurentheater-Festival FIDE­NA in Bochum. 2009 führte der Theatermacher Regie bei Heiner Müllers "Wolokolamsker Chaussee I-V" in Bochum (Rottstr.5 Kunsthallen).

2011 war Rabe Kurator des selbst initiierten Fluxus-Festivals EAT ART. Das große Fres­sen: Lebens­mittel als Kunstmaterial in der Rotunde Bochum. 2013–14 war er Initiator und Moderator der kulturpolitischen Gesprächsreihe (Podium u. a. mit Georges Delnon, Res Bosshart): "Experi­men­tel­les Musik­the­ater in Hamburg: Wie kann die freie Musik- und Theaterszene innovativ werden?" am monsun theater Hamburg.

2005 wirkte Rabe in der künstlerischen Leitung, Geschäftsführung, Einrichtung und Moderation des Symposions Migration Heiner Müllers Versuchsreihe Krieg Philoktets Schmerz Bild Schrei am Theater unterm Dach Berlin zur Produktion "Philoktet" mit Rezitation "Mauser", Hörstück "Der Horatier", Performance, Film und Podium (u. a. mit Alexander Weigel). 2012 war er in Bochum (Haus der Geschichte) Initiator und Co-Leiter der internationalen Fachtagung Hei­ner Müllers Poetik der Bildlich­keit. Intermediale Dispositive zwischen Drama, Bild und Musik u. a. mit Jost Hermand, Jan Hoet, Elisabeth Schweeger (Förderung: Fritz Thyssen Stiftung, Köln).[4] 2019 produzierte Rabe die Rezitation mit Gespräch Heiner Müller 90 mit Stargast Ginka Tscholakowa in Leipzig (Kulturzentrum die naTo).[5]

2019–20 gestaltete er Moderation und Produktion einer wandernden Gesprächsreihe in Leipzig über "Zukunftsthema Migration: Wie spiegeln Kultureinrichtungen die (neue) kulturelle Vielfalt in Publikum, Personal und Programm?" an wechselnden Orten in Leipzig (u. a. mit Rolf C. Hemke, Kunstfest Weimar).

Rabe beteiligt sich hin und wieder an kulturpolitischen Debatten im Internet auf dem Theaterportal www.nachtkritik.de, etwa zur Kontroverse um die jeweilige Nachfolge am Prinzregenttheater Bochum 2017[6] oder an der Volksbühne Berlin 2024.[7]

Veröffentlichungen

  • Besiegte durch Schmerzerfahrung. Heiner Müllers Gedenkort für Luigi Nono in Groningen: Die Blaue Eule, Essen 2012.[8] ISBN 978-3-89924-354-3

Einzelnachweise

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