Mark Vogl
deutscher Orgelbauer und Sachbuchautor
From Wikipedia, the free encyclopedia
Mark Vogl (* 1975 in Leutkirch im Allgäu) ist ein deutscher Orgelbauer und Organologe. Er war an der erstmaligen umfassenden Erforschung und Dokumentation der Orgellandschaft Oberschwaben beteiligt und trug wesentlich zu drei Bänden der fünfteiligen Reihe Historische Orgeln bei, die zu den Standardwerken der deutschen Orgelliteratur zählt.
Leben und Werk
Mark Vogl wurde im Frühjahr 1975 in Leutkirch geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Orgelbauer und war bei der Firma Orgelbau Schmid in Kaufbeuren tätig.
Als Fachmann für Orgelbau beteiligte sich Vogl seit Mitte der 1990er Jahre intensiv an der Erforschung und Dokumentation der Orgellandschaft Oberschwaben. Gemeinsam mit dem Biberacher Wolfgang Manecke und zeitweise auch mit dem Stuttgarter Domorganisten Johannes Mayr erforschte er in Archiven und Kirchen die Geschichte historischer Orgeln in Oberschwaben. Zahlreiche Befunde zu den von ihm untersuchten Orgeln aus den Jahren 1997 bis 1999 waren bereits in die ersten beiden Bände der Reihe Historische Orgeln eingeflossen. An den folgenden drei Bänden über historische Orgeln in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis, die detaillierte und systematisch erfasste Informationen zu Orgelbauern, Werkstätten und Instrumenten enthalten, war Vogl dann selbst als Orgelfachmann, Fotograf und Mitautor wesentlich beteiligt. Die insgesamt fünf reich bebilderten Bände der Reihe wurden in Fachkreisen zu viel zitierten Nachschlagewerken und sind weltweit in Bibliotheken zu finden.
Im Laufe der langjährigen Recherchen konnte das Autorenteam mehrere historische Orgeln identifizieren und dokumentieren. In seiner Heimatstadt Leutkirch gelang Mark Vogl die Untersuchung und fotografische Dokumentation eines Positivs aus dem Jahr 1711, dessen Erbauer unbekannt ist, im Speisesaal von Schloss Zeil.[1][2]
Anfang 2005 war Vogl einige Monate am Wiederaufbau und der Intonation einer Walcker-Orgel (Baujahr 1914) in der Kirche Nuestra Señora de la Concepción in La Orotava auf Teneriffa beteiligt. Rund 700 Keilbälgchen des Instruments waren zuvor ausgebaut und in der Kaufbeurer Orgelbauwerkstatt Schmid neu beledert worden.[3]
2006 verlor Vogl seinen Arbeitsplatz und orientierte sich beruflich neu.[4]
Vogl ist Mitglied der Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO). Sein besonderes Interesse gilt der Orgelbauerdynastie Späth aus Mengen, zu deren Geschichte und Werken er bereits seit 1998 Beiträge in Fachzeitschriften veröffentlichte.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Bücher
- C. G. Weigle-Orgelbauanstalt – Echterdingen: Werkverzeichnis 1846–1985. [S.l.], ca. 1986.
- Historische Orgeln in Oberschwaben. Der Landkreis Ravensburg (mit Wolfgang Manecke und Johannes Mayr). Kunstverlag Fink, Lindenberg 2006, ISBN 978-3-89870-250-8.
- Historische Orgeln im Dreiländerkreis Sigmaringen (mit Wolfgang Manecke). Gmeiner, Meßkirch 2010, ISBN 978-3-8392-1152-6.
- Historische Orgeln im Bodenseekreis (mit Wolfgang Manecke). Gmeiner, Meßkirch 2014, ISBN 978-3-8392-1639-2.
- Beiträge in Fachzeitschriften
- Späth-Romantik: Eine süddeutsche Orgelbauer-Dynastie. In: Orgel international. Nr. 1, 1998, S. 25–31.
- Dorfkirchen in Oberschwaben: Wo historische Orgeln "alter Kruscht" sind. In: Orgel international. Nr. 1, 1998, S. 32–35.
- Die Holzhey-Orgel der Wengenkirche zu Ulm. In: Ars Organi. Nr. 2, 2022, S. 77–85.
Weblinks
- Werke von Mark Vogl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Veröffentlichungen von Mark Vogl in der Datenbank LEO-BW. In: leo-bw.de. Abgerufen am 28. September 2017.
- Bernhard Conrads: Orgelbau in Oberschwaben: Bücher von unschätzbarem Wert. In: suedkurier.de. 17. September 2014, abgerufen am 28. September 2017.