Markthalle

Marktplatz innerhalb eines Gebäudes From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine Markthalle ist ein Marktplatz, auf dem innerhalb eines Gebäudes ein Markt stattfindet. Anders als in Einkaufszentren, bieten die Verkäufer ihre Waren in der Regel an Ständen an. Eine Reihe von Markthallen gelten mittlerweile als Touristenattraktion, was entweder am Angebot oder an der Architektur der jeweiligen Halle liegt.

Große Markthalle in Budapest
Der Mısır Çarşısı in Istanbul ist für seine große Auswahl an Gewürzen bekannt

In Asien findet man unter der Bezeichnung Basar sowohl Märkte in Gebäuden als auch Straßenmärkte.

Geschichte

Die schwedische Hötorgshalle, Gemälde von Lotten Rönquist, 1889

Märkte wurden im Mittelalter und der frühen Neuzeit entweder im offenen Untergeschoss eines Rathauses, in einer eigens dafür errichteten offenen Fachwerkkonstruktion (eben der Markthalle) oder in sogenannten Schmetterhäusern abgehalten. Einige bedeutende erhaltene Bauwerke aus dieser Zeit sind noch in der Bretagne zu finden.

Fassade der Markthalle V an der Schmalseite (1888)

Seit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert werden Märkte aus hygienischen Gründen in festen Hallengebäuden abgehalten. Die Erste Berliner Markthalle wurde 1865 bis 1867 als erste Markthalle in Berlin errichtet, jedoch bereits wenige Jahre später wieder geschlossen und später als Theater genutzt.

Mit der Entstehung von Großmärkten in der Gründerzeit entwickelten sich Großmarkthallen in der Bauform der Halle oder des Pavillons, die der Versorgung regionaler Großverbraucher und Einzelhändler mit Frischware dienen. Der Magistrat von Berlin leitete Ende des 19. Jahrhunderts ein Markthallen-Bauprogramm für alle Berliner Bezirke ein. Bestes Beispiel hierfür war die ehemalige freistehende Markthalle V von 1888 auf dem Magdeburger Platz in Berlin-Tiergarten.

Mittlerweile sind Markthallen, wie z. B. die Markthalle IX in Berlin, auch von touristischem Interesse und werden regelmäßig in Reiseführern beschrieben, als Empfehlung auf Bewertungsplattformen wie Tripadvisor bewertet und als Reisetipp in Printmedien genannt.[1]

Fischmärkte

Innenansicht des Tsukiji-Fischmarktes in Chūō, Tokio

Oft sind Fischmärkte in einem Teilbereich der Markthallen zu finden, mitunter werden sie jedoch auch separat abgehalten. Fischmärkte auf den Straßen sind mittlerweile in vielen Ländern eher unüblich, haben jedoch oft zur Benennung öffentlicher Plätze geführt, wie z. B. beim Fischmarkt (Augsburg), Fischmarkt (Erfurt) oder auch dem Fischmarkt (Luxemburg).

Der größte Fischmarkt der Welt ist der Tsukiji-Fischmarkt in Japan[2], gefolgt von dem Fulton Fish Market in New York.[3]

Der Fischmarkt im belgischen Brügge ist ein typisches Beispiel für einen Straßenmarkt, der im 18. Jahrhundert in einem eigens dafür geschaffenen Gebäude untergebracht wurde, welches mittlerweile als Kulturgut unter Denkmalschutz steht.[4]

Liste von Markthallen

Markthalle Chemnitz

Bei den folgenden Beispielen handelt es sich um eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit;

Europa

Markthalle Delmenhorst

Deutschland

Frankreich

Historische Darstellung des „Marché des Enfants Rouges“ in Paris, Frédéric Houbron, 1907
Der „Mercado da Ribeira“ in Lissabon, gilt mittlerweile als Sehenswürdigkeit

Griechenland

Zentralmarkt in Valencia

Österreich

Polen

Schweden

Schweiz

Spanien

Deckenkonstruktion des Smithfield Market, London

Vereinigtes Königreich

Weitere Markthallen (Europa)

Markthalle in Kuopio, Finnland

Bekannte Markthallen außerhalb von Europa

Asien

Nordamerika

Innenansicht des kanadischen St. Lawrence Market, Toronto

Siehe auch

Einzelnachweise

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