Marktschreier

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Als Marktschreier werden Händler auf Märkten bezeichnet, die unter Einsatz der menschlichen Stimme ihre Ware hörbar feilbieten. Dies gilt als verbales Werben zu beruflichen und gewerblichen Zwecken.

Georg Schöbel: Marktschreier, 1893

Die Bezeichnung hat oft eine negative Bedeutung.[1] Der Marktschreier spielte auf den Märkten des Mittelalters und der frühen Neuzeit die Rolle des Quacksalbers bzw. des Scharlatans. Man beschrieb ihn als:

„1) Afterarzt, welcher auf Jahrmärkten od. bei Volksversammlungen Medicamente von einem Schaugerüste herab, unter Lobpreisungen ihrer Wirksamkeit, zum Verkauf anbietet; meist in Begleitung eines, die Menge lockenden Possenreißers; jetzt durch die Medicinalpolizei entfernt; 2) so v.w. Charlatan.“[2]

In der deutsche Sprache gilt bis in die Gegenwart der Begriff Marktschreier oder marktschreierisch überwiegend als abwertend, weil aufdringlich und lästig, gleichwohl spielte und spielt der Marktschreier auf vielen Wochenmärkten eine akzeptierte Rolle. Einige Marktschreier hatten und haben sich auf den Marktplätzen einen Namen gemacht. Das Leipziger Stadtoriginal Oscar Seifert (1861–1932) zählte zu den bekannten sächsischen Marktschreiern im 20. Jahrhundert.

In manchen Regionen haben Marktschreier-Wettbewerbe den Status einer Attraktion erlangt, so wurde Wurst-Achim 2013 Deutscher Meister und Aale-Dieter vom Hamburger Fischmarkt wurde vom Manager Magazin zu den zehn besten Verkäufern in Deutschland gezählt.

Siehe auch

Commons: Marktschreier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Marktschreier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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