Markus Frenzel
deutscher Journalist und Buchautor
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Markus Frenzel (* 11. August 1976 in Ochsenfurt, Unterfranken) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Seit April 2022 ist Frenzel Redakteur bei RTL Deutschland.[1]

Leben
Bereits als Schüler schrieb Frenzel für die Würzburger Lokalzeitung „Main-Post“. Nach dem Abitur leistete er seinen Wehrdienst als Redakteur von „Bundeswehr Aktuell“ im Bundesministerium der Verteidigung auf der Bonner Hardthöhe ab. Anschließend studierte er Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, in Aix-en-Provence und am Institut d’études politiques de Paris und schloss mit dem deutschen und dem französischen Diplom ab.[2]
Nach dem Studium arbeitete er als Reporter im SWR Studio Mainz. 2004 und 2005 volontierte er bei der Deutschen Welle in Bonn und Berlin, bevor er als Reporter im Hauptstadtstudio von DW-TV begann. 2008 wechselte er als Redakteur zum ARD-Magazin FAKT (Mitteldeutscher Rundfunk) nach Leipzig. Seit 2022 arbeitet Frenzel als Investigativreporter für RTL und stern.
Enthüllungen
Nachdem Frenzel im Magazin stern Missstände im Landesfunkhaus des NDR in Kiel enthüllt hatte, zog sich Ende August 2022 die dreiköpfige Führungsriege um Direktor Volker Thormählen zurück.[3] Zuvor hatte der Business Insider ein internes Papier des Senders veröffentlicht, in dem von einem „Klima der Angst“ und einem „politischen Filter“ die Rede war.[4] Zu den Anschlägen auf die Nord Stream-Pipelines recherchierte Frenzel mit Journalistenkollegen aus Dänemark und Frankreich vor Ort auf der Ostsee. Das Team veröffentlichte erstmals Aufnahmen von der gesprengten Nord Stream 2-Röhre.[5] In Reaktion auf die Recherchen ließ der russische Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats einberufen.[6] Im Herbst 2024 enthüllte Markus Frenzel in seinem Buch „China Leaks“ eine geheime Liste von Kontakten in Deutschland der kommunistischen Abteilung für Einheitsfrontarbeit. Die Veröffentlichung beruhte auf einer Kooperation von 21 Journalisten aus zehn Ländern, die zusammen das vertrauliche Netzwerk recherchierten. Demnach führt die Einheitsfront 47 Namen in Deutschland, insgesamt standen auf der Liste mehrere hundert Namen.[7] Aus exilchinesischen Kreisen wurde die Veröffentlichung hart kritisiert und dem Autor wurde vorgeworfen, er würde den „Hass auf China schüren“.[8] In einer undercover-Recherche für RTL infiltrierte der Investigativjournalist das „Königreich Deutschland“ und wies der Reichsbürger-Gruppe um Peter Fitzek rassistisches und rechtsextremes Gedankengut nach.[9] Auch wegen der Investigativ-Doku wurde das Team von „stern investigativ“ auf Platz 2 zu den Journalisten des Jahres 2024 gewählt.[10] Im Frühjahr 2025 enttarnte Frenzel zusammen mit seiner Kollegin Angelique Geray eine gewaltbereite Terrorgruppe von rechtsextremen Teenagern. Wegen der Recherchen der beiden Journalisten konnten ein bereits begangener Brandanschlag aufgedeckt und ein Mordanschlag auf ein Flüchtlingsheim verhindert werden.[11] Aufgrund der RTL-Recherchen ermittelte der Generalbundesanwalt gegen die Nazi-Gruppierung „Letzte Verteidigungswelle“, woraufhin es zu mehreren Verhaftungen kam.[12]
Sonstiges Engagement
Seit 2019 setzt sich Markus Frenzel im Vorstand des Vereins Jüdisches Zentrum Synagoge Fraenkelufer für den Wiederaufbau des von den Nazis zerstörten Gotteshauses ein.[13]
Auszeichnungen und Stipendien
- 1997: „Bestpreis“ der Bundeswehr
- 2004: Juniorstipendium des Netzwerk Recherche e.V.
- 2005: Fellow of the German Marshall Fund (GMF) of the United States
- 2009: Marler Fernsehpreis für Menschenrechte von amnesty international (Kategorie Magazin)
- 2010: Gewinner des Journalistenpreises des Europäischen Parlaments (national)
- 2011: Medienpreis Mittelstand für ARTE-Dokumentation
- 2012: Gewinner des Deutsch-Polnischen Journalistenpreis (Kategorie Fernsehen)
- 2016: Axel-Springer-Preis (mit Bastian Schlange)
- 2024: Journalisten des Jahres (mit Team „stern investigativ“)
Nominierungen
- Deutsch-Französischer Journalistenpreis (2005)
- Deutscher Menschenrechts-Filmpreis (2010, 2014)[14]
- Der Lange Atem (2011)
- Georg-von-Holtzbrinck-Preis (2011)
- Deutscher Fernsehpreis (Kategorie Dokumentation) (2025)
Werke (Auswahl)
TV-Beiträge
- Gaumenfreuden großgeschrieben – Wie ein geschützter Vogel ausgerottet wird und die Politik mitmacht, SWR2-Feature, Mainz 2004.
- Angst vor dem Absturz (mit Inga Klees, Helmuth Frauendorfer, Frank Wolfgang Sonntag u. a.). ARTE-Dokumentation, 2009.
- Wie weit links? - 150 Jahre SPD. Geschichte im ERSTEN, ARD 2013
- Die Tierdiebe. MDR 2015[15]
- Die Rückkehr der Toten. MDR 2016.[16]
- Braune Klassenzimmer – RTL stern investigativ, 61 Minuten, 5. Mai 2025.
- China Leaks – Pekings geheimes Netzwerk in Deutschland. C.H.Beck, München 2024. ISBN 978-3-406-82308-4
- Das China-Komplott, ntv, 44 Minuten, Dezember 2024.
- Inside Reichsbürger – RTL stern investigativ, 61 Minuten, 5. April 2024.
- Die Nord Stream Story, ntv, 44 Minuten, Juni 2023.
- Eine Stadt brennt, ntv, 44 Minuten, August 2022.
- Ich deutsch. Hoffmann & Campe, Hamburg 2017. ISBN 978-3455001655
Bücher
- Leichen im Keller – Wie Deutschland internationale Kriegsverbrecher unterstützt. DTV, München 2011, ISBN 978-3-423-24876-1.[17]
- Die Säuberung (Thriller). Sutton, Erfurt 2015, ISBN 978-3954006199.
Artikel
- mit Diana Dinkelacker und Joachim Rohde: The US-armaments industry goes Europe? Der Fall der Howaldtswerke Deutsche Werft AG. Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin 2002.[18]