Markus Hauser (Prediger)

Schweizer Prediger und Seelsorger From Wikipedia, the free encyclopedia

Markus Hauser (* 5. Mai 1849 in Trasadingen, Kanton Schaffhausen; † 12. Dezember 1900 in Zürich) war ein Schweizer Prediger und Seelsorger[1], er gehörte zu den bekannten Persönlichkeiten der Heiligungs- und Erweckungsbewegung.

Markus Hauser

Leben

Markus Hauser, der Sohn eines Küfers und späteren Dorfweibels und dessen Ehefrau Maria Glinz, verbrachte die frühe Kindheit im Elternhaus. Aufgrund der Ehescheidung kam er im Alter von 10 Jahren in das Kinderheim „Friedeck“ in Buch SH. Nach einer Phase der gefühlten Wertlosigkeit und Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken erlebte er seine Bekehrung, worüber er selbst schrieb: „Die Nacht war vorüber, die Sünden getilgt, ... der Herr trocknete meine Tränen. Meine Gebete waren erhört. Jesus lebt, Jesus liebt mich, das stand mir nun fest.“[2] Nach der Schule arbeitete er eine Zeitlang in einer Gärtnerei in Basel, dann in einer Buchhandlung. In Basel bewarb er sich als Zögling bei der Pilgermissionsanstalt St. Chrischona. Nach der Probezeit wurde er wegen seines schwachen Augenlichtes entlassen, aber aufgrund der Fürsprache von Inspektor Carl Heinrich Rappard durfte er dann doch bleiben.[1]

Bethelkapelle der Chrischona Pilgermission in Zürich

Nach vierjähriger Ausbildung zum Prediger und Evangelisten begann er 1872 in Mattwil bei Sulgen im Kanton Thurgau seinen Verkündigungsdienst, ein Jahr später konnte im Dorf eine Kapelle eingeweiht werden.[3] 1878 wurde Hauser nach Reinach im Kanton Aargau versetzt, wo im Jahr zuvor eine Kapelle erbaut wurde. Dort wuchs die Chrischona-Gemeinde unter seiner Leitung stark an, bei seinem Abschlussgottesdienst 1878 waren gegen 600 Besucher anwesend.[4] 1887 begann Hauser auf Beschluss der Pilgermission einen siebenjährigen Dienst in der Station Frauenfeld, wo weniger Menschen angezogen und nicht so viel Frucht sichtbar wurde.[5]

1894 zog Hauser mit seiner Familie nach Zürich, wo er erneut eine rege Vortrags- und Predigttätigkeit entfaltete. Mit dem Globus-Gründer Heinrich Burkhardt-Schuppisser verband ihn eine Freundschaft, gemeinsam mit Samuel Zeller gründeten sie einen eigenen Verein, der im Oktober 1899 die sogenannte Bethelkapelle mit einem Saal für 1600 Personen einweihte.[6]

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ab Februar 1900 und zwang den erst 51-jährigen, die Arbeit ganz niederzulegen. Am 12. Dezember 1900 verstarb Hauser. Die von ihm gegründete Kirche wuchs auch danach weiter, so dass die Gemeindeglieder in Oberstrass 1911 die Emmauskapelle errichten konnten.[7]

Hauser wirkte nicht nur durch seine Predigten und Vorträge, sondern auch durch Artikel und Bücher, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachgedruckt wurden.[8]

Schriften (Auswahl)

  • Heimat-Klänge: Blüten und Früchte aus dem Garten der ersten Liebe. Spittler, Basel 1876; Aschmann, Zürich 1899.
  • Am Gnadenthrone: Gedanken über das Gebet nebst köstlichen Gebetserhörungen. Zürich 1897.
  • Das Schuldbewusstsein. Selbstverlag des Verfassers, Druck C. Aschmann, Zürich 1899; Brunnen, Gießen 1942.
  • Gottes Friedenswege diesseits und jenseits des Grabes. Aschmann, Zürich 1900; Brunnen, Gießen 1952.
  • Hoffnungsblicke − Tägliche Andachten von Markus Hauser. Gotha 1912 und 1920; Albert Jung-Hauser (Hrsg.) Spener-Verlag, Marburg 1937; 17. Auflage 1994, Christliches Verlagshaus Stuttgart.
  • Komme bald, Herr Jesu. Buchhandlung der Pilgermission, Gießen 1916; Verlag Buchhandlung Bethel, Zürich 1948.
  • Kraft aus der Höhe. Zeugnisse für den Empfang des Heiligen Geistes. P. Ott, Gotha 1921; Brunnen, Gießen 1942, 1954 und 1965.
  • Siegeswaffen im Glaubenskampf. Brunnen, Gießen 1942 und 1947.
  • Blicke in die Ewigkeit. (online: Glaubensstimme).
  • Andachten zu biblischen Büchern, Verlag Jürgen Beck, 2023, ISBN 978-3-8496-6437-4.[9]

Literatur

  • Stephan Holthaus: Heil, Heilung, Heiligung. Die Geschichte der deutschen Heiligungs- und Evangelisationsbewegung (1874-1909). Brunnen Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-765-5948-57 (= Kirchengeschichtliche Monographien; 24), S. 278 ff.
  • Albert Jung-Hauser: Markus Hauser Ein Hoffnungsleben. Brunnen-Verlag, Gießen und Basel 1952.[10]

Einzelnachweise

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