Markus Hinterhäuser
österreichischer Pianist und Kulturmanager
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Markus Hinterhäuser (* 30. März 1958[1] in La Spezia, Italien (nach anderen Angaben: 1959[2][3])) ist ein österreichischer Pianist und Kulturmanager. Seit 2016 ist er Intendant der Salzburger Festspiele.

Leben
Hinterhäuser ist der Sohn des Romanisten Hans Hinterhäuser.[2] Er absolvierte sein Klavierstudium am Wiener Konservatorium und am Mozarteum Salzburg. Dort war er unter anderem Schüler von Elisabeth Leonskaja und Oleg Maisenberg. Als Kammermusiker arbeitete er schon bald mit dem Arditti-Quartett zusammen. Auch war er lange Zeit Begleiter der Sängerin Brigitte Fassbaender. Später engagierte er sich vor allem für die Musik des 20. Jahrhunderts. So spielte er unter anderem das gesamte Soloklavierwerk der Zweiten Wiener Schule sowie von John Cage, Morton Feldman und Galina Ustwolskaja ein.
Daneben ist er regelmäßig Gast bei vielen Festivals, etwa den Salzburger Festspielen, der Schubertiade Hohenems, dem Münchener Klaviersommer und dem Festival Wien Modern.
Hinterhäuser ist (mit Tomas Zierhofer-Kin) Gründer und langjähriger Leiter (1993–2001) des Zeitfluss-Festivals (Salzburger Festspiele) und von Zeit-Zone (Wiener Festwochen, seit 2002). Im Februar 2005 wurde er – anstelle des ursprünglich vorgesehenen Peter Schmidl – vom künftigen Intendanten Jürgen Flimm als Konzertdirektor der Salzburger Festspiele designiert und amtierte von 2007 bis 2011.
In der Saison 2011 war Hinterhäuser – aufgrund des vorzeitigen Abgangs von Jürgen Flimm – Übergangs-Intendant der Salzburger Festspiele. Von 2014 bis 2016 leitete er die Wiener Festwochen.
Seit 2017 hat er einen Fünf-Jahres-Vertrag als Intendant der Salzburger Festspiele. Im Mai 2019 wurde sein Vertrag um weitere fünf Jahre bis 2026 verlängert.[4]
Im Februar 2023 beschloss das Kuratorium der Salzburger Festspiele eine Neuverteilung der Kompetenzen im Direktorium. Die Presse- und Medienarbeit wurde von Kristina Hammer an Intendant Markus Hinterhäuser übertragen.[5][6] Im April 2024 wurde sein Vertrag vom Kuratorium einstimmig[7] um eine dritte Amtszeit verlängert, Ausstiegsklausel inklusive.[8]
Anfang 2026 gab es Konflikte zwischen Festspielintendant und Kuratorium; thematisch ging es um die Nachfolge in der Schauspielleitung der Salzburger Festspiele. Namhafte Künstler, darunter Elfriede Jelinek und Peter Handke, Michael Haneke und Robert Carsen, haben ein Memorandum unterschrieben, das Hinterhäuser ("herausragender Programmgestalter und Festivalleiter") unterstützt.[9]
Auszeichnungen
- 2015: Österreichischer Musiktheaterpreis – Goldener Schikaneder in der Kategorie Bestes Festival für die Wiener Festwochen[10]
- 2021: Officier des Arts et Lettres[11]
Literatur
- Yvonne Drynda: „Man kann nur spielen, woran man glaubt“. Der Pianist Markus Hinterhäuser. In: Neue Zeitschrift für Musik. 1/2000, S. 26.
- Michael Malkiewicz: Hinterhäuser, Markus. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 9 (Himmel – Kelz). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2003, ISBN 3-7618-1119-5, Sp. 57 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich).
Weblinks
- Tonträger von Markus Hinterhäuser im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- „Manchmal fühlt man sich fast stigmatisiert“ – Markus Hinterhäuser im Gespräch mit Daniel Ender (2004) auf klassik.com