Lai da Marmorera

Stausee in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Lai da Marmorera anhören/? (rätoromanisch Lai da Murmarera; deutsch Marmorerasee) ist ein Stausee in der Gemeinde Surses im Schweizer Kanton Graubünden, der von den Kraftwerken Mittelbünden des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) betrieben wird. Zu erreichen ist er von Tiefencastel oder vom Engadin her von der Ortschaft Silvaplana über den Julierpass. Einzige Ortschaft am See ist Marmorera. Oberhalb des westlichen Endes der Staumauer liegt die Ruine der Burg Marmels.

Schnelle Fakten
Lai da Marmorera
Lage Graubünden, Schweiz
Zuflüsse Gelgia/Julia, diverse Bergbäche
Abfluss Gelgia/Julia
Grössere Orte am Ufer Marmorera
Lai da Marmorera (Kanton Graubünden)
Lai da Marmorera (Kanton Graubünden)
Koordinaten 768733 / 152187
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp Erdschüttdamm
Bauzeit 1950–1954
Höhe des Absperrbauwerks 91 m
Höhe über Gewässersohle 65 m[1]
Höhe der Bauwerkskrone 1684 m ü. M.
Bauwerksvolumen 2'700'000 
Kronenlänge 400 m
Kronenbreite 12 m
Basisbreite ca. 400 m
Böschungsneigung luftseitig ca. 1:2
Böschungsneigung wasserseitig ca. 1:2,5
Kraftwerksleistung 3 Stufen:
1. Stufe:
Tinizong 69 MW
2. Stufe:
Tiefencastel Ost 52 MW
3. Stufe:
Sils 26 MW
Rothenbrunnen 38 MW
Gesamt: 185 MW
Betreiber Elektrizitätswerk der Stadt Zürich
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 1680 m ü. M.
Wasseroberfläche 1,41 km²[1]dep1
Stauseelänge 2,6 km
Speicherraum 60 Mio. m³[1]
Gesamtstauraum 62,6 Mio. m³[1]
Einzugsgebiet 89 km²
Bemessungshochwasser 200 m³/s
Detailkarte
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Geschichte

Lagekarte und Anlageschema

Der Staudamm Marmorera (Castiletto) wurde 1954 fertiggestellt. Das alte Marmorera wurde geflutet, nachdem die wichtigsten Gebäude gesprengt worden waren. Das neue Marmorera wurde oberhalb des Stausees und der Julierpass-Strasse gebaut. Viele Einwohner zogen es aus wirtschaftlichen und emotionalen Gründen vor, wegzuziehen.

Am 14. September 1955 wurde die Talsperre Marmorera Castiletto eingeweiht. Unter den Anwesenden waren neben dem Zürcher Stadtpräsidenten Emil Landolt auch lokale Politiker wie Gion Not Spegnas.[2]

Staudammerhöhung

Laut dem Schweizer Stromgesetz von 2024 soll der Damm um 14 Meter erhöht werden.[3]

Tauchen

Der Lai da Marmorera wird im Sommer und Herbst oft von Tauchern besucht, da er ideale Bedingungen für das Bergseetauchen bietet: glasklares Wasser, Reste des versunkenen Dorfs und eine Anfahrt, die von Norden her über keine Pässe führt. Es gibt zwei sichere und einfach zugängliche Tauchplätze: den ersten unterhalb der Postautohaltestelle «Marmorera Dorf» und den zweiten in der Nähe der Julierbrücke am südlichen Seeende.[4]

Bilder

Siehe auch

Literatur

  • Paul J. Mark: Ein Bergdorf geht unter. Terra Grischuna-Verlag, Chur 2005.
  • Andreas Siegfried: Marmorera. Hrsg.: Swissdams. (online [PDF; 376 kB]).
Commons: Lai da Marmorera – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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