Marta Cavalli
italienische Radrennfahrerin
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Marta Cavalli (* 18. März 1998 in Cremona) ist eine ehemalige italienische Radrennfahrerin, die auf Bahn und Straße aktiv war.
| Marta Cavalli (2018) | |
| Zur Person | |
|---|---|
| UCI-Id | 10011143260 |
| Geburtsdatum | 18. März 1998 (28 Jahre) |
| Geburtsort | Cremona |
| Nation | |
| Disziplin | Straße / Bahn |
| Körpergröße | 167 cm |
| Renngewicht | 53 kg |
| Zum Team | |
| Aktuelles Team | Team Picnic PostNL |
| Funktion | Fahrerin |
| Karriereende | 2025 |
| Internationale Team(s) | |
| 2017–2020 2021–2024 2025 |
Valcar-Travel & Service FDJ Nouvelle-Aquitaine Futuroscope Team Picnic PostNL |
| Wichtigste Erfolge | |
| |
| Letzte Aktualisierung: 6. April 2026 | |


Sportliche Laufbahn
Der Vater von Marta Cavalli, Alberto, war Radrennfahrer und setzte seine Tochter mit zehn Jahren aufs Rad. In den folgenden Jahren war sie bei Rennen in allen Altersklassen erfolgreich.[1]
2015 wurde Marta Cavalli gemeinsam mit Elisa Balsamo, Rachele Barbieri und Sofia Bertizzolo Junioren-Europameisterin in der Mannschaftsverfolgung. Am 11. Mai 2016 stürzte sie beim Training auf dem Velodromo Fassa Bortolo in Montichiari schwer, woraufhin sie drei Wochen im Krankenhaus lag und monatelang die Gefahr bestand, dass sie eine Niere verliere.[2][3] Erst nach sechs Monaten konnte sie wieder trainieren und wurde im Dezember 2016 auf Anhieb italienische Junioren-Meisterin im Punktefahren.
Im Jahr 2017 wurde Cavalli mit Balsamo, Martina Alzini und Francesca Pattaro U23-Europameisterin in der Mannschaftsverfolgung. Diesen Titel konnte sie 2018 und 2019 verteidigen. Im Jahr 2018 wurde sie außerdem U23-Europameisterin in der Einerverfolgung. Bei zwei Läufen des Bahnrad-Weltcups 2017/18 – in Santiago de Chile und in Minsk – errang Cavalli gemeinsam mit dem italienischen Frauen-Vierer jeweils die Silbermedaille. In Santiago holte sie zudem mit Elisa Balsamo Bronze im Zweier-Mannschaftsfahren. Bei den Elite-Europameisterschaften 2018 gewann sie mit dem italienischen Bahnvierer die Silbermedaille. Im selben Jahr wurde sie italienische Meisterin im Straßenrennen. Im Juli 2019 siegte sie bei der erstmals für Frauen ausgetragenen Derny-Europameisterschaft. Auf der Straße gewann sie mit einer Etappe des Giro delle Marche in Rosa, den sie als Zweite der Gesamtwertung abschloss, ihren ersten internationalen Wettbewerb. 2020 wurde sie mit Chiara Consonni, Martina Fidanza und Vittoria Guazzini U23-Europameisterin in der Mannschaftsverfolgung. Im Straßenrennen der Olympischen Spiele in Tokio belegte Marta Cavalli Platz acht. Mit der italienischen Mannschaft (Matteo Sobrero, Filippo Ganna, Alessandro De Marchi, Elena Cecchini und Elisa Longo Borghini) wurde sie Europameisterin in der Mixed-Staffel.
Ihre erfolgreichste Saison hatte Cavalli 2022, als sie mit dem Amstel Gold Race und Flèche Wallonne zwei WorldTour-Rennen gewann. Beim Eintagesrennen Mont Ventoux Dénivelé Challenge Mitte Juni siegte sie vor Clara Koppenburg[4] und galt anschließend als Mitfavoritin der Tour de France Femmes 2022. Auf der zweiten Etappe kam es vor Cavalli zu einem Sturz. Als sie deswegen anhielt, wurde sie durch eine andere Fahrerin gerammt, die die Unfallstelle mit hoher Geschwindigkeit durchfahren wollte. Sie erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie eine Netzhautablösung und fiel mehrere Monate aus.[5][6]
Durch den Unfall traumatisiert, hatte Cavalli anschließend Angst, im Peloton zu fahren, und fand nicht mehr zu ihren vorherigen Leistungen zurück.[7] 2023 gewann sie dennoch die Tour Féminin International des Pyrénées sowie die Tour Cycliste Féminin International de l’Ardèche. Beim Giro dell’Emilia Donne belegte sie Rang zwei in der Gesamtwertung, und sie wurde italienische Vize-Meisterin im Einzelzeitfahren.
Anfang des Jahres 2024 stürzte Cavalli im Training und erlitt eine Beckenprellung. Erst im April kehrte sie ins Renngeschehen zurück, hatte aber nur vier Renneinsätze. Im Juli 2024 wurde sie im Training von einem Auto angefahren[8] und fiel für den Rest der Saison 2024 komplett aus. in der Saison 2025 startete sie einen Neuanfang mit dem Team Picnic PostNL.[9] Da sie auch dort nicht an ihre vorherige Form anknüpfen konnte, beendete sie im September des Jahres ihre sportliche Karriere.[10]
Erfolge
Straße
- 2018
- 2019
- eine Etappe Giro delle Marche in Rosa
- 2021
Europameisterin – Mixed-Staffel
Weltmeisterschaft – Mixed-Staffel
- 2022
2023
- Gesamtwertung und eine Etappe Tour Féminin International des Pyrénées
- Gesamtwertung, Punktwertung und eine Etappe Tour Cycliste Féminin International de l’Ardèche
Bahn
- 2015
Junioren-Europameisterin – Mannschaftsverfolgung (mit Elisa Balsamo, Rachele Barbieri und Sofia Bertizzolo)
- 2016
- 2017
Weltcup in Santiago de Chile – Mannschaftsverfolgung (mit Simona Frapporti, Francesca Pattaro und Silvia Valsecchi)
U23-Europameisterin – Mannschaftsverfolgung (mit Elisa Balsamo, Martina Alzini und Francesca Pattaro)
- 2018
Weltcup in Santiago de Chile – Mannschaftsverfolgung (mit Martina Alzini, Elisa Balsamo und Simona Frapporti)
Weltcup in Minsk – Zweier-Mannschaftsfahren (mit Elisa Balsamo)
Europameisterschaft – Mannschaftsverfolgung (mit Silvia Valsecchi, Letizia Paternoster und Elisa Balsamo)
U23-Europameisterin – Einerverfolgung, Mannschaftsverfolgung (mit Martina Alzini, Elisa Balsamo und Letizia Paternoster)
Bahnrad-Weltcup in Hongkong – Mannschaftsverfolgung (mit Letizia Paternoster, Martina Alzini und Elisa Balsamo)
- 2019
Europaspielesiegerin – Mannschaftsverfolgung (mit Letizia Paternoster, Martina Alzini und Elisa Balsamo)
Europaspiele – Einerverfolgung
U23-Europameisterin – Mannschaftsverfolgung (mit Letizia Paternoster, Elisa Balsamo und Vittoria Guazzini)
Europameisterin – Derny (hinter Cordiano Dagnoni)
Europameisterschaft – Mannschaftsverfolgung (mit Elisa Balsamo, Letizia Paternoster, Martina Alzini und Vittoria Guazzini)
- 2020
U23-Europameisterin – Mannschaftsverfolgung (mit Chiara Consonni, Martina Fidanza und Vittoria Guazzini)
Weblinks
- Marta Cavalli in der Datenbank von Radsportseiten.com
- Marta Cavalli in der Datenbank von ProCyclingStats.com (englisch)
- Marta Cavalli. In: Federazione Ciclista Italiana. Abgerufen am 24. Juni 2018 (italienisch).